Journalisten halten bei dem Marsch ein Banner mit der Aufschrift stop police violence, defend press freedom
Demonstranten protestieren in Hongkong gegen Polizeigewalt und für Pressefreiheit. Bildrechte: dpa

Demonstrationen Gewalttätige Zusammenstöße in Hongkong

In Hongkong hat es am Wochenende gewaltsame Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten gegeben. Die Polizei setzte am Sonntag bei einer Demonstration Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Im Stadtteil Shatin, der zwischen dem Hongkonger Hafen und der Grenze zum Festland liegt, waren am Sonntag Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen..

Journalisten halten bei dem Marsch ein Banner mit der Aufschrift stop police violence, defend press freedom
Demonstranten protestieren in Hongkong gegen Polizeigewalt und für Pressefreiheit. Bildrechte: dpa

In Hongkong ist es am Wochenende erneut zu Protesten gegen die Regierung gekommen. In der Innenstadt waren am Sonntag Journalisten auf die Straße gegangen, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Den Protesten hatten sich hunderte Menschen angeschlossen. Die Medienschaffenden werfen Polizisten vor, sie misshandelt zu haben, während sie über die Proteste der vergangenen Monate berichteten.

Umstrittenes Gesetzesvorhaben

Carrie Lam Regierungschefin Hongkong
Carrie Lam, Regierungschefin von Hongkong Bildrechte: imago images / VCG

Zu Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Regierung vor einigen Wochen hatte sich der Protest gegen ein geplantes Auslieferungsgesetz gerichtet. Die Abstimmung über das Gesetzesvorhaben, das erstmals Auslieferungen an Festland-China ermöglicht hätte, wurde zwar von Hongkongs Regierungschefin Lam ausgesetzt, aber nicht zurückgenommen. Das aber fordern die Demonstranten.

Größte Protestwelle seit Rückgabe Hongkongs

Zudem will die Protestbewegung eine Untersuchung von Polizeigewalt bei den Protesten, die Freilassung festgenommener Demonstranten sowie den Rücktritt von Regierungschefin Lam.

Das Gesetz war damit Auslöser der heftigsten Proteste seit der Rückgabe der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong an China im Jahr 1997. Die meisten der Kundgebungen verliefen friedlich.

Proteste eskalieren

Am 1. Juli, dem 22. Jahrestag der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie an China, hatten Demonstranten dann das Parlamentsgebäude gestürmt. In der vergangenen Woche war es erstmals zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

China hatte London bei der Übergabe Hongkongs im Jahr 1997 zugesichert, dass in der ehemals britischen Kolonie Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit für mindestens 50 Jahre gewahrt bleiben würden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2019, 15:44 Uhr

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2 Kommentare

15.07.2019 00:50 Gerd Müller 2

Es ist zu befürchten das China dem wochen- ja monatelangem treiben nicht mehr lange tatenlos zuschaut und eingreift um die "Ordnung" ähnlich 1989 wieder her zu stellen.

14.07.2019 22:21 Peter 1

Die jungen Demonstranten in Hongkong sind sehr mutig und haben neue mediale Wege gefunden. Und Informationen machen auch nicht vor einer virtuellen chinesischen Mauer halt. Pluralität, Demokratie und Kreativität gehören zusammen. Auf letzteres kann China auf Dauer unmöglich verzichten. In absehbar Zeit dürfte man auch mutige junge Menschen in Shanghai sehen.