Boeing 737 MAX
Der jüngste Ableger der Boeing 737. Bildrechte: dpa

Nach Unglücken US-Luftfahrtbehörde lässt Boeing 737 Max 8 weiter fliegen

Innerhalb eines halben Jahres sind zwei Passagierflugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 abgestürzt. In mehreren Ländern dürfen die Maschinen jetzt nicht mehr starten und landen. Die US-Luftfahrtbehörde lehnt aber ein generelles Startverbot ab. Sie will erst die Untersuchungen abwarten.

Boeing 737 MAX
Der jüngste Ableger der Boeing 737. Bildrechte: dpa

Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs vom Typ Boeing 737 Max 8 in Äthiopien sieht die US-Luftfahrtbehörde FAA keinen Grund, sämtliche Maschinen der Reihe stillzulegen.

Die FAA erklärte, die Untersuchungen hätten gerade erst begonnen. Bislang gebe es keine Daten, die ein Startverbot rechtfertigen würden. Allerdings forderte die Behörde Boeing auf, unter anderem die Software zu überprüfen.

Auch der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, warnte vor übereiltem Handeln. Der CDU-Politiker sagte dem RBB, solange man die Ursache für den Absturz nicht kenne, sollte man Schnellschüsse vermeiden. Die Gründe seien nicht immer ganz so einfach, wie sie zunächst erschienen.

Zweites schweres Unglück innerhalb von sechs Monaten

Am Sonntag war eine Boeing 737 Max 8 der äthiopischen Fluggesellschaft Ethiopian Airlines kurz nach dem Start in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba abgestürzt. Alle 157 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Der Pilot hatte Probleme gemeldet und um Erlaubnis gebeten, umzukehren.

Es war bereits das zweite Flugzeugunglück innerhalb eines halben Jahres mit einer Boeing 737 Max 8. Im Oktober war schon einmal eine Maschine dieses Typs kurz nach dem Start verunglückt. Damals waren 189 Menschen gestorben. Der Flieger gehörte der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air.

Mehrere Länder haben Startverbot erteilt

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 am Wochenende hatten China und Indonesien den neuen Boeings ein Startverbot erteilt. Inzwischen haben auch Großbritannien und Australien untersagt, dass Maschinen dieses Typs landesweit starten, landen oder den Lufraum überfliegen. Die Flugaufsichtsbehörden beider Länder sprachen von vorübergehenden Vorsichtsmaßnahmen, bis weitere Informationen über die Sicherheitsrisiken verfügbar seien. Auch Singapur verbannte die Boeings 737 Max 8 vorerst aus seinem Luftraum.

Tuifly setzt Boeing 737 MAX 8 nicht mehr ein

Zudem entschlossen sich zahlreiche Fluggesellschaften weltweit, die Maschinen vorerst am Boden zu lassen, darunter Airlines aus Äthiopien, Mexiko, Argentinien und Brasilien. Am Mittwochnachmittag erklärte auch die deutsch-britische Fluggesellschaft Tuifly, dass sie Maschinen vom Typ Boeing 737 Max 8 vorerst am Boden belassen wolle. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die insgesamt 15 betroffenen Flugzeuge in Großbritannien und den Benelux-Staaten stationiert seien. Ab April sollten sie auch in Deutschland eingesetzt werden.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums nutzen keine weiteren Fluggesellschaften in Deutschland Maschinen vom Typ Boeing 737 Max 8.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2019, 15:42 Uhr

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7 Kommentare

13.03.2019 20:17 Jakob 7

Der Artikel ist nicht mehr aktuell. Trump hat angeordnet, dass die Flugzeuge auch in den USA nicht fliegen dürfen.

12.03.2019 16:02 Max W. 6

@12.03.2019 13:09 Flugzeug-Fan (Die US-Luftfahrtbehörde hat bestimmt vom US-Alleinherrscher Anweisung bekommen nichts gegen Boing zu unternehmen,da würden wieder Exporterlöse wegfallen,)

Die FAA nimmt keine Anweisungen dieser Art entgegen - wir sind in den USA und nicht im Land der Opportunisten und Abgasbetrügerlobbyisten.
Sie hat ja auch ausdrücklich erklärt, dass das eine vorläufige Entscheidung ist, bis Pilotenfehler etc. ausgeschlossen werden können.

Ich stimme ansonsten #1/2 zu: CDU-Funktionäre sollten auf den Flugzeugtyp festgelegt werden bei Flügen. Das kann ggf. nur von Vorteil sein.

12.03.2019 15:53 Spottdrossel 5

Airbus fliegt und Boeing fliegt runter.

12.03.2019 13:09 Flugzeug-Fan 4

Die US-Luftfahrtbehörde hat bestimmt vom US-Alleinherrscher Anweisung bekommen nichts gegen Boing zu unternehmen,da würden wieder Exporterlöse wegfallen, Von der schlechten Arbeit bei Boing haben bestimmt die meisten Menschen schon gehört,wenn Kabelstränge zu kurz sind,werden die Kabel so lange gezogen bis es reicht, sie an zu klemmen,das dann mal Sensoren abreißen ist doch normal,die sind in Amerika nicht ein Deut besser als in der dritten Welt,es geht eben nur ums Geld.

12.03.2019 13:00 Anton 3

Danke für Info. Es ist interessant, wie unterschiedlich Länder und Fluggesellschaften unseres Leben bewerten. Mit TUI fliege ich nie mehr.

12.03.2019 12:42 Wo ist das Lobbyregister? "Corrected copy" 2

(Auch der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, warnte vor übereiltem Handeln. Der CDU-Politiker sagte dem RBB, solange man die Ursache für den Absturz nicht kenne, sollte man Schnellschüsse vermeiden.)

Ich schlage vor, in den nächsten Monaten CDU-Politiker zwingend ausschliesslich auf dieses Flugzeugmuster zu buchen. Wir bekämen dann relativ schnell eine statistische Basis und die Verluste wären in jeder Hinsicht hinnehmbar.

12.03.2019 12:42 Wo ist das Lobbyregister? 1

(Auch der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, warnte vor übereiltem Handeln. Der CDU-Politiker sagte dem RBB, solange man die Ursache für den Absturz nicht kenne, sollte man Schnellschüsse vermeiden.)

Ich schlage vor, in den nächsten Monaten CDU-Politiker zwingend ausschliesslich auf dieses Flugzeugmuster zu buchen. Wir bekämen dann realtiv schnelle eine statistische Basis und die Verluste wären in jeder Hinsicht hinnehmbar.