Rettungsschiff «Alan Kurdi» in den Gewässern vor Libyen
Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" in den Gewässern vor Libyen (Archivbild). Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/AP/dpa

Mittelmeer "Alan Kurdi" rettet erneut 44 Menschen

Nur einen Tag, nachdem das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" 65 Menschen in Malta von Bord gehen lassen durfte, hat die Crew erneut Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Die Bundesregierung gibt derweil die Hoffnung auf eine EU-weite Verteilung schiffbrüchiger Migranten noch nicht auf.

Rettungsschiff «Alan Kurdi» in den Gewässern vor Libyen
Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" in den Gewässern vor Libyen (Archivbild). Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/AP/dpa

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye hat am Montag erneut schiffbrüchige Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer aufgenommen. Einsatzleiter Gorden Isler teilte bei Twitter mit, die Crew habe 44 Flüchtlinge aus einem treibenden Holzboot gerettet.

Unter den Migranten aus Syrien, Libyen, Pakistan, Bangladesch und Guinea seien drei Kinder, das jüngste davon nur 15 Monate alt. Laut Sea-Eye hat man bei der Rettung mit der maltesischen Marine kooperiert. Ein Schiff der maltesischen Marine übernahme die Menschen am Montag und brachte sie an Land.

Anlegeverbot in Italien und Malta

Das deutsche Rettungsschiff hatte erst am Sonntag nach langem Hin und Her 65 Flüchtlinge an Malta übergeben, die am Freitag im Mittelmeer gerettet wurden. Sowohl Malta als auch Italien hatten der "Alan Kurdi" das Anlegen in ihren Häfen untersagt.

Durch die Anlegeverbote und die zwischenzeitliche Festnahme der deutschen "Sea-Watch 3"-Kapitänin Carola Rackete in Italien nur wenige Tage zuvor war die Diskussion über die Umverteilung von Mittelmeer-Flüchtlingen in der EU wieder ausgebrochen.

Bundesregierung will "unwürdiges Schauspiel" beenden

Die Bundesregierung hat die Hoffnung auf eine EU-weite Verteilung schiffbrüchiger Migranten noch nicht aufgegeben. Der Staatssekretär im Innenministerium, Stephan Mayer, sagte MDR AKTUELL, man wolle nicht mit jedem neuen Schiff herumtelefonieren, welches Land unter welchen Bedingungen Gerettete aufnehmen wolle.

Laut Mayer stellt sich die Bundesregierung an die Spitze der Bewegung, um das "unwürdige Schauspiel" zu beenden.

Aufgrund des hohen Kommentaraufkommens bitten wir Sie, diesen Artikel zum Kommentieren zu nutzen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juli 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2019, 17:40 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

37 Kommentare

09.07.2019 15:09 Fragender Rentner 37

@Montana zu 29

Da hast du vollkommen recht, immer erzählt man uns das Gleiche.

Und was ist besser gewurden?

09.07.2019 15:09 MDR.de-Redaktion 36

Liebe Leser,

da die Mehrheit der Kommentare gegen unsere Netiquette verstößt, schließen wir die Kommentar-Spalte. Wir sind immer an einer konstruktiven Diskussion interessiert, doch selbst einige der freigegebenen Kommentare lassen jede Sachlichkeit vermissen und sind grundlegend aggressiv formuliert. Das ist nicht die richtige Basis für einen respektvollen Meinungsaustausch.
Darüber hinaus bieten wir Hass, Hetze und Rassismus keine Plattform. Bei uns steht die Menschenwürde über der Meinungsfreiheit.

Die MDR.de-Redaktion

09.07.2019 15:07 Fragender Rentner 35

Wow, ist das Schiff mit der Besatzung fleißig.

Was geschied in dem Fall mit dem Boot auf dem sie waren?

.

09.07.2019 14:55 Meine Meinung 34

Was ich eigenartig finde ist kaum ist das Schiff auf fahrt und schon werden die nächsten gerettet. Ich will hier nichts unterstellen aber das kann nur über Funk geschehen um genau aus zu machen wo im Meer die klapprigen Boote unterwegs sind. Wenn das soweiter geht werden immer mehr Flüchtlinge das Risiko eingehen, angelockt durch Rettungsschiffe ihr Leben aufs Spiel zu setzen um nach Europa zu kommen. Es ist an der Zeit dies zu verhindern und diesen Anreiz zu unterbinden oder sie nach Libyen zurück zu bringen. Irgendwann gibt es in Europa nichts mehr zu holen, weil es dann eine Übervölkerung gibt. Für mich ist es keine Seenotrettung mehr sondern Schlepperei. Eine europäische Lösung gibt es eh nicht und die Visegrat Staaten werden keine Flüchtlinge aufnehmen. Gerechte Verteilung das kann Seehofer vergessen und das weiß er auch. Verbietet die Seenotrettung und schon wird keiner mehr das Risiko eingehen in ein klapperiges Boot zu steigen.

09.07.2019 14:29 MaP 33

#Peter (26)
Ganz meine Meinung. Schade, dass man zu den Kommentaren hier nicht "liken" kann.

#Tim (22)
Und jetzt bitte Ironie aus!

09.07.2019 14:20 Ein Wessi 32

Am "Besten" ist natürlich: Die ganzen asozialen, niederträchtigen, dummen und Menschen verachtenden Postings setzt man ab als Nächstenliebender Christ... Wie tief Menschen sinken können, kann man oft einfach nicht begreifen.

09.07.2019 13:50 Willy 31

Afrage an dem schönen Tim , heute schon geraucht oder noch nicht aber dann ganz schnell eine zu sich nehmen , das bessert das wohlgefühl von dir ...... das soetwas der MDR veröffentl. ist schon gegenüber dem armen Bürger zum Teil sehr grenzwertig !

[Lieber Nutzer,

bei der Moderation der Kommentare richtet sich der MDR nach den Regeln der Netiquette. Beiträge, die gegen Recht und Gesetz verstoßen, werden moderiert.

Die MDR.de-Redaktion]

09.07.2019 13:38 frank d 30

Im Gegensatz zu den professionellen Seenotrettern, starten die Moraltouristen ja auch immer bei schönstem Wetter und spiegelglatter See. wohingegen die Profis bei schwerster See ihr Leben bei jedem Einsatz aufs Spiel setzen. Die Selbsternannten Retter mit der Super Moral und all ihre Claqueure könnten doch eigentlich privat Bürgen, für jeden den sie retten möchten. Aber das machen sie nicht, da ist das eigene Einkommen zu schade. Es ist schon seltsam das all diese Topmoralinhaber und Meinungsmacher so selten selber wirklich einstehen für ihre Ziele. Warum eigentlich immer zu lasten Dritter? Sapere Aude

09.07.2019 13:22 Montana 29

09.07.201911:46 Tim : Tim , es wird auf keinen Fall besser, wenn man immer die gleichen Phrasen drischt. Punkt

09.07.2019 12:59 Stief Stinkel 28

Ich hoffe,das nun alle Priorität auf die Seenotrettung gestellt wird.Wie wichtig das ist zeigt sich hier wieder deutlich.Kaum ist das Schiff vor Ort,sind wieder Menschen in Gefahr.Zum Glück wird gleich geholfen.Schön ist auch die Vielfalt der Herkunft.Da wird es hier richtig bunt.Der Kampf gegen die pösen Räächten sollte hinten anstehen.