Ashwin Adhin, Martin Vizcarra, Ivan Duque, Raphael Trotman, Lenin Moreno und Evo Morales winken zusammen mit Mitglieder einer indigenen Gemeinschaft vor Beginn eines Treffens über Umwelt- und Entwicklungspolitik.
Vor Hütten einer indigenen Gemeinschaft im Amazonasgebiet im Süden Kolumbiens wurde der Pakt besiegelt. Bildrechte: Nicolas Galeano/Presidencia Colombia/dpa

Amazonas-Staaten Pakt zum Schutz des Regenwaldes

Seit Wochen wüten Brände in den Wäldern am Amazonas. Die sieben Anrainer-Staaten haben sich nun zusammengeschlossen, um gemeinsam dagegen vorzugehen und den Umweltschutz sowie eine nachhaltige Entwicklung zu stärken.

Ashwin Adhin, Martin Vizcarra, Ivan Duque, Raphael Trotman, Lenin Moreno und Evo Morales winken zusammen mit Mitglieder einer indigenen Gemeinschaft vor Beginn eines Treffens über Umwelt- und Entwicklungspolitik.
Vor Hütten einer indigenen Gemeinschaft im Amazonasgebiet im Süden Kolumbiens wurde der Pakt besiegelt. Bildrechte: Nicolas Galeano/Presidencia Colombia/dpa

Die sieben Länder am Amazonas haben einen Pakt geschlossen, um den größten Regenwald der Welt besser zu schützen. In der Gemeinde Leticia im äußersten Süden Kolumbiens unterzeichneten Vertreter von Kolumbien, Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Suriname und Guayana einen Vertrag.

Unter anderem ist eine enge Zusammenarbeit bei der Brandbekämpfung und der Wiederaufforstung geplant. Zudem wollen die Länder gemeinsam gegen den illegalen Bergbau vorgehen und Informationen über illegale Abholzungen austauschen.

Duque nennt Regenwald "Schatz"

Verbrannte Bäume nach Feuer im Amazonas Regenwald
Verbrannte Bäume am Amazonas. Bildrechte: imago images / Agencia EFE

Kolumbiens Präsident Ivan Duque sagte, Amazonien sei ein Schatz, den alle gemeinsam hüten müssten. In den vergangenen Jahren habe man Tausende Hektar Regenwald verloren, weil illegal neue Weide- und Ackerflächen geschaffen worden seien.

Ecuadors Staatschef Lenin Moreno erklärte, jetzt müsse gehandelt werden. Er stimmte bei dem Treffen das Lied "Pare" (Vater) an, in dem es um Umweltzerstörung und Raubbau an der Natur geht. Boliviens Staatschef Evo Morales betonte, man müsse sich auf ein harmonisches Verhältnis zur Mutter Erde zurückbesinnen. Morales war zuletzt in die Kritik geraten, weil riesige Waldflächen in seinem Land abgebrannt waren und er nur sehr zögerlich reagierte.

Brasiliens Außenminister Ernesto Araujo erklärte in Vertretung für Präsident Jair Bolsonaro, der Pakt sei etwas ganz besonders. Damit beweise man, dass man gemeinsam für den Schutz und eine vernünftige Entwicklung des Amazonas arbeite. Bolsonaro selbst war per Videokonferenz zugeschaltet. Er verteidigte seine Umweltpolitik und warf Ländern wie Frankreich erneut vor, sich in die inneren Angelegenheiten Brasiliens einzumischen.

Viele Brände allein in Brasilien

Bolsonaro steht international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, mit seinem Handeln die Zerstörung des Regenwaldes voranzutreiben. So hatte Bolsonaro erklärt, er werde Schutzgebiete im Amazonas für die wirtschaftliche Ausbeutung freigeben.

Im gesamten Amazonasgebiet wüten derzeit Hunderte Waldbrände. Nach Einschätzung von Umweltschützern wurden viele Brände von Farmern auf abgeholzten Flächen gelegt, um neues Weideland zu schaffen. Wegen der Trockenheit griffen viele Flammen auch auf intakte Waldflächen über.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. September 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2019, 09:20 Uhr

11 Kommentare

kennemich vor 6 Tagen

Uns hat es schon lange zum Nachdenken gebracht nur wird die Poltik des Profites es nicht zulassen das etwas geändert wird und sollte es dazu kommen, dürfen wir natürlich dafür zahlen !!!

Man sieht doch was sie jetzt schon planen, geht nur zu unseren Lasten oder hast du mal gehört dass die Unternehmen von ihrem Profit viel dazu geben wollen?

wo geht es hin vor 7 Tagen

"So kann es kaum weitergehen"? Und doch wird es so weitergehen mein Lieber - es wird. Und das alles, ohne Sie um Ihre geschätze Meinung zu fragen. Was erlauben sich Klima? Ich gebe Ihnen bei Ihrem "Gier" - Argument aber völlig recht - nur sind WIR kleinen Hanseln der völlig falsche Adressat Ihrer berechtigten Kritik. So lange damit viel Geld zu verdienen ist und auch Politiker nicht ganz uneigennützig die Voraussetzungen für die Gierigen schaffen - ja so lange wird weiter abgeholzt. Da helfen auch kein schönen Bilder mit indigenen Völkern. Und dann noch was: versetzen Sie sich in die Lage der kleinen Bauern oder Viehzüchter. Wenn die nicht mehr wissen, wo die morgen das Essen herbekommen sollen - was machen die dann wohl? Richtig: abholzen, um zu überleben. Glauben Sie im Ernst, dass die dann auch nur ein Deut das Weltklima interessiert? Eine Lösung? Hab ich auch nicht. Oder doch. Aber die darf ich hier auf Grund der Nettiquette nicht schreiben...

Ossi Goere vor 1 Wochen

... die Weltgemeinschaft sollte diese Länder sanktionieren wenn Sie weiterhin den Regenwald abholzen...

das liest sich anmaßend ist kein UN sondern brasilianisches Terrain

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