Donald Trump und Königin Elizabeth II. schreiten die Ehrengarde ab.
Die Nachricht von der Anklage gegen zwölf mutmaßliche russische Spione ereilte Trump beim Treffen mit der britischen Königin Elizabeth II. Bildrechte: dpa

Anklage gegen russische Spione Hacker-Affäre belastet Treffen zwischen Trump und Putin

Kurz vor einem geplanten Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin gerät der US-Präsident wegen der Hacker-Affäre unter Druck. Das US-Justizministerium hat Anklage gegen zwölf russische Spione erhoben.

Donald Trump und Königin Elizabeth II. schreiten die Ehrengarde ab.
Die Nachricht von der Anklage gegen zwölf mutmaßliche russische Spione ereilte Trump beim Treffen mit der britischen Königin Elizabeth II. Bildrechte: dpa

Das US-Justizministerium hat Anklage gegen zwölf Bedienstete des russischen Militärgeheimdienstes GRU erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, 2016 die Computer der Demokratischen Partei und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton angegriffen zu haben. Aus der Anklage wird deutlich, dass es Verbindungen des Trump-Lagers zu den Hackern gegeben haben muss und dass diese ihr erspähtes Material wohl einzelnen Trump-Mitarbeitern angeboten haben. Jedoch gab es zunächst keine Hinweise darauf, dass diese gewusst hatten, mit wem sie es zu tun hatten.

E-Mails der Demokraten im Visier

US-Sonderermittler Robert Mueller (l) verlässt eine Sitzung des Senatsausschusses
US-Sonderermittler Robert Mueller. Bildrechte: dpa

Laut Ermittlern richtet sich die Anklage ausdrücklich nicht gegen Personen aus dem Umfeld Trumps. Dieser ist durch die Anklage dennoch unter Druck geraten. Die Details der Anklage deuten darauf hin, dass die Ermittlungen von Sonderermittler Mueller noch nicht abgeschlossen sind.

Trump selbst hatte Russland im Wahlkampf dazu ermuntert, 30.000 gelöschte E-Mails von Hillary Clinton zu finden. Am 27. Juli 2016 sagte er auf einer Pressekonferenz: "Russland, wenn Du zuhörst, ich hoffe, Du kannst die 30.000 E-Mails finden, die fehlen." Wie die "New York Times" berichtete, startete eine Welle der Hacker-Angriffe just zum Zeitpunkt dieses Trump-Auftritts. Unter anderem wurde versucht, per E-Mail Inhalte von zahlreichen E-Mail-Konten von Clinton-Mitarbeitern abzuschöpfen.

Trump greift Obama an

Donald Trump beim Golfspielen im Trump Turnberry Resort.
Das Wochenende vor dem Treffen mit Putin verbringt US-Präsident Trump in seinem Golf-Ressort in Schottland. Von hier twittert er auch gegen seinen Amtsvorgänger Barack Obama. Bildrechte: dpa

Trump bestreitet, von den Cyber-Attacken gewusst zu haben. Vielmehr geht er mit Vorwürfen gegen seinen Amtsvorgänger in die Offensive: Er twitterte, die Computerangriffe auf die Demokraten seien nicht während seiner Amtszeit erfolgt. "Die Geschichte, die ihr gestern gehört habt über die zwölf Russen spielen in der Zeit der Obama-Administration, nicht in der Trump-Administration", schrieb Trump auf Twitter. "Warum haben sie nichts dagegen getan?", fragte er. Präsident Barack Obama sei Berichten zufolge im September vor der Wahl 2016 vom FBI informiert worden.

Die US-Demokraten hatten in Folge der veröffentlichten Ermittlungsergebnisse gefordert, den für Montag in Helsinki geplanten Gipfel mit Wladimir Putin abzusagen. Das Weiße Haus lehnte dies jedoch ab. "Der Gipfel steht", erklärte eine Sprecherin. Der Kreml weist weiterhin jedes Hacking gegen die US-Demokraten zurück. Dies werde nur behauptet, um eine politische Annäherung zwischen Moskau und Washington zu erschweren.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 14. Juli 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2018, 21:53 Uhr

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5 Kommentare

15.07.2018 17:47 DD 5

@ colditzer, weil Meckersack nicht wie sie alles ausblendet, was nicht ins Weltbild passt. Übrigens sind wie alle Teil des Systems ein System dem sie ihr gutes Leben, ihre Freiheit (auch die hier zu schreiben) zu verdanken haben.

15.07.2018 17:27 Meckersack 4

@3 colditzer: die bekannten Fakten sprechen eine klare Sprache, bei MH-17, bei den dopingenthüllungen und jetzt auch bei den Häckern. Und das die Russen mit nichten zur Aufklärung beitragen, sondern nur zerstreuen und verwirren, sieht jeder der keine Kreml- Brille trägt. Jetzt immer noch zu behaupten es gäbe keine Beweise....? Ich hab heut morgen auch in China die Sonne nicht aufgehen sein, weis aber trotzdem das sie dort gescheint hat! Welches System meinen Sie eigentlich?

15.07.2018 14:53 colditzer 3

@15.07.2018 12:58 Meckersack
...
Woher wissen Sie das alles so genau?
Sind Sie Teil des Systems?

15.07.2018 12:58 Meckersack 2

Man kann zu Trump und den Amerikanern stehen wie man will. Aber eines wird immer deutlicher: Putin ist ein Falschspieler, er nutzt die Glaubwürdigkeitsprobleme Anderer aus, um seine eigenen Lügenstorys zu Weisheiten umzudeuten. Ob nun Staatsdoping, MH-17 oder jetzt die Hacker-Affäre, alle samt glatte Lügen des Kreml. Ein US Präsident ist nach spätestens 8 Jahren wieder weg. Putin und Medwedew können noch 5 mal die Plätze tauschen. Und das eigentlich schlimme ist, sie können nichts zu geben, sie müssen ihre Propagandamaschine einfach weiter rotieren lassen, alles andere wäre ein totaler Gesichtsverlust. So etwas staut sich auf bis zum ganz großen Knall, war ja auch bei anderen „lupenreinen Demokraten“ so!

15.07.2018 10:17 Sabine Sonntag 1

Russische Hacker belasten das Verhältnis? Wohl kaum. Trump wird ja wissen, wie aktiv sein Land in Russland ist. Er wirds sportlich nehmen.