Das Rettungsschiff «Aquarius» ist in internationalen Gewässern im Mittelmeer zu sehen.
Das Rettungsschiff "Aquarius". Bildrechte: dpa

Flüchtlingsrettung Rettungsschiff "Aquarius" beendet Einsatz im Mittelmeer

Rund 30.000 Migranten hat die Hilfsorganisation SOS Méditerranée mit ihrem Schiff "Aquarius" aus dem Mittelmeer gerettet. Nun wird die Mission beendet. Die Betreiber begründen das mit "gezielten politischen Angriffen".

Das Rettungsschiff «Aquarius» ist in internationalen Gewässern im Mittelmeer zu sehen.
Das Rettungsschiff "Aquarius". Bildrechte: dpa

Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée beendet den Einsatz seines Flüchtlingsrettungsschiffs "Aquarius" im Mittelmeer. Die Organisation begründete diesen Schritt mit einer "Reihe von gezielten politischen Angriffen auf die lebensrettende Arbeit der Hilfsorganisation".

Gleichzeitig solle ein anderes Schiff "sobald wie möglich" zu neuen Einsätzen ausfahren, um vom Ertrinken bedrohte Migranten zu retten.

Die "Aquarius" wurde von SOS Méditerranée und der Organisation Ärzte ohne Grenzen betrieben. Derzeit liegt sie im französischen Marseille vor Anker. Sie war bis Ende September unter der Flagge Panamas unterwegs gewesen.

Das Land entzog dem Schiff jedoch die Flagge auf Betreiben Italiens. Zuletzt warfen italienische Behörden der Hilfsorganisation vor, illegal Müll in Italien entsorgt zu haben. Sie drohten mit der Beschlagnahmung des Schiffs.

"Höhepunkt der Kriminalisierung erreicht"

Die Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland Verena Papke sagte: "Wir haben den Höhepunkt der Kriminalisierung von humanitärer Hilfe auf See erreicht. Dass wir jetzt dazu gezwungen sind, den Betrieb der Aquarius einzustellen, während europäische Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung, Menschen im Mittelmeer zu retten, nicht gerecht werden, ist ein Armutszeugnis für Europa."

Seit Februar 2016 nahm die "Aquarius" etwa 30.000 Migranten auf. Im Sommer machte das Schiff weltweit Schlagzeilen, als der italienische Innenminister Salvini das Boot mit Hunderten Migranten an Bord nicht anlegen ließ. Nach langem politischen Hin und Her legte die "Aquarius" in Spanien an.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Dezember 2018 | 02:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2018, 06:37 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

33 Kommentare

08.12.2018 15:39 Fragender Rentner 33

@Volksmund zu 30

In der Sendung wurde auch von ca. 2.100 Ertunkenen gesprochen.

08.12.2018 10:52 Ekkehard Kohfeld 32

@ Volksmund 30 Schleusung von Illegalen in 30.000 Fällen... In einem Rechtsstaat gab's dafür einige Jahre Knast. Nebenbei: Seit die nichtmehr rausfahren, hört man gar nichts mehr von Ertrunken im Mittelmeer. Logisch.....##
Da bin ich mir nicht so ganz sicher,vielleicht darf man da nur nicht drüber berichten,im Dunkeln ist gut munkeln???
Was der Wähler nicht weiß macht ihn nicht heiß passt auch.Schauen Sie,nicht mal über die Industrie (Möbel,Einrichtungen und ganze Gebäude) die davon lebt gibt es Berichte oder Zahlen.

08.12.2018 10:38 Fragender Rentner 31

Hatte ich das gestern richtig im Fernsehen mitbekommen, sie wollen sich im nächsten Jahr ein neues Schiff zulegen?

Wir wollen ja nur den "Schleppern" helfen?

08.12.2018 10:07 Volksmund 30

Schleusung von Illegalen in 30.000 Fällen... In einem Rechtsstaat gab's dafür einige Jahre Knast. Nebenbei: Seit die nichtmehr rausfahren, hört man gar nichts mehr von Ertrunken im Mittelmeer. Logisch.....

08.12.2018 08:45 Ekkehard Kohfeld 29

@ CDU Wählerin 21 Seenotrettung im Mittelmeer: Weniger Helfer bedeuten mehr Tote. Einige Seenotretter haben sich ganz zurückgezogen - weil im Klima der Fremdenfeindlichkeit Spendengelder schrumpfen##

Sie haben doch bestimmt diesen Bericht gelesen oder etwa nicht?

Das Milliardenbusiness der Schleppermafia

https://www.mdr.de/investigativ/eds-schleppermafia-100.html

Oder wofür Flüchtlinge gebraucht werden.
Was für eine tolle humanitäre Hilfe.

Finanzausgleich Klietz in Geldnot

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/stendal/elb-havel/fluechtlingshilfe-klietz-in-geldnoeten-100.html

08.12.2018 08:08 Norbert NRW 28

Als Sperrschiff vor Lybien versenken damit hätte der Kahn mehr erreicht als je zuvor.

07.12.2018 22:27 Ich bins 27

@21 ,,,Unsere weitsichtige Kanzlerin...Ja..Sie haben Recht. Heute hat sie den ersten Teil ihres Postens abgegeben und ich glaube,dieses Schleppertum wird weiter fortgeführt, nur etwas verfeinert. So nun gut .Ich muss ins Bett. Morgen 5 Uhr für den Staat aufstehen.

07.12.2018 18:24 Bernd L. 26

Ich erwarte vom Rechtsstaat, dass es auch noch eine juristische Aufarbeitung geben wird.

07.12.2018 17:50 noch 04 Tage (UNO-Migrationspakt) 25

@CDU Wählerin 20
"unserer weitsichtigen Kanzlerin Angela Merkel unterzeichneten Migrationspakt,"

den Unterschreibt aber ein Vertreter des Außenministeriums oder Maas persönlich, aber nicht ihre geliebte Kanzlerin.

07.12.2018 17:46 noch 04 Tage (UNO-Migrationspakt) 24

@CDU Wählerin 21

"Weniger Helfer bedeuten mehr Tote"

eben nicht, das erkennst du nur nicht!

Es werden sich weniger, bis keine in diese Gefahr begeben, wenn sich rumspricht, das sie nicht mehr abgeholt werden.