Soldaten der syrischen Armee stehen vor ihrem Schützenpanzer in der nordsyrischen Stadt Manbidsch. Die Türkei rüstet sich trotz des Widerstandes der US-Regierung weiter für eine geplante Offensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien.
Soldaten der syrischen Armee in der nordsyrischen Stadt Manbidsch. Bildrechte: dpa

Türkischer Angriff auf Kurden Assad schickt Truppen nach Nordsyrien

Nach dem Angriff der türkischen Armee auf Kurden in Nordsyrien hat die syrische Regierung Truppen ins Konfliktgebiet entsandt, die sich der "Aggression" entgegenstellen sollen. Die USA kündigten indes an, sich weitgehend aus dem Konfliktgebiet zurückzuziehen.

 Soldaten der syrischen Armee stehen vor ihrem Schützenpanzer in der nordsyrischen Stadt Manbidsch. Die Türkei rüstet sich trotz des Widerstandes der US-Regierung weiter für eine geplante Offensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien.
Soldaten der syrischen Armee in der nordsyrischen Stadt Manbidsch. Bildrechte: dpa

Als Reaktion auf die türkische Offensive in Nordsyrien verlegt die syrische Armee Truppen ins Krisengebiet. Staatsmedien zufolge sollen sie sich der türkischen "Aggression" entgegenstellen. Details zur Mobilmachung wurden zunächst nicht genannt. Nach kurdischen Angaben laufen "Verhandlungen" zwischen der Verwaltung der halbautonomen Kurdenregion und der syrischen Regierung.

Trump ermöglicht Invasion - danach Kritik vom Westen

Die kurdische YPG-Miliz war lange wichtiger Verbündeter des Westens im Kampf gegen die Dschihadisten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Ankara sieht die YPG aber wegen ihrer engen Verbindungen zu kurdischen Rebellen in der Türkei als "Terrororganisation".

US-Präsident Donald Trump hatte jüngst dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zugesagt, die US-Kräfte aus einer "Sicherheitszone" in Nordostsyrien abzuziehen.

 Ein Scharfschütze der Syrischen Nationalarmee trägt eine Waffe auf der Schulter.
Scharfschütze der sogennannten Syrischen Nationalarmee, die die Türkei gegen die Kurden unterstützt. Bildrechte: dpa

Daraufhin hatte die Türkei am Mittwoch ihre lange geplante Militäroffensive gegen die Kurden gestartet und treibt sie ungeachtet internationaler Kritik voran. Die Türkei will entlang der Landesgrenze auf syrischem Gebiet eine 30 Kilometer tiefe Sicherheitszone errichten und die YPG vertreiben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderten ein Ende der türkischen Militäroffensive in Syrien. Bei einem Treffen in Paris sagte Merkel am Abend, die humanitären Folgen seien gravierend. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der IS wieder erstarke. Die EU-Außenminister beraten am Montag in Luxemburg über mögliche Sanktionen gegen die Türkei.

USA  ziehen 1.000 Mann ab

US-Verteidigungsminister Mark Esper teilte am Sonntag mit, dass bis zu 1.000 Soldaten Nordsyrien verlassen würden. Das entspricht fast allen verbliebenen US-Truppen in der Region. Die Entscheidung sei von Trump nach Gesprächen mit seinem Sicherheitskabinett getroffen worden, sagte Esper. US-Soldaten dürften nicht zwischen die Fronten geraten.  

Türken und Verbündete melden Erfolge

Unterdessen eroberten die türkische Armee und ihre syrischen Verbündeten die Grenzstadt Tal Abjad und erreichten damit ein wichtiges Etappenziel. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist es die größte Stadt, die sie seit Beginn der Offensive eingenommen wurde. Dem Verteidigungsministerium in Ankara zufolge haben türkisch-syrische Kräfte auch wichtige Straßen in der Region unter ihre Kontrolle gebracht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Oktober 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2019, 23:12 Uhr

14 Kommentare

nasowasaberauch vor 4 Wochen

Die Kurden träumen schon lange von einem eigenen Staat. Unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung möchte Erdogan das verhindern zumal er im eigenen Land auch ein Problem mit dieser Volksgruppe hat. Im Norden von Syrien hatte sich eine moderne kurdische Selbstverwaltung etabliert, die kulturell den europäischen Normen sehr nahe kommt. Das wird nun alles zwischen türkischen und syrisch russischen Intressen zerrieben, Die EU sitzt wie das Kaninchen vor der Schlange mit dem Herz in der Hose und hat Angst vor der nächsten Flüchtlingswelle. Merkel hat die EU erpressbar gemacht. Der Despot vom Bosporus sitzt nun an den Hebeln und droht. Der Brandstifter sitzt im Weißen Haus und schaut zu wie sich die Lage destabilisiert. Die Türkei müßte im hohen Bogen aus der NATO fliegen oder gehören Angriffskriegen jetzt zu deren Repertoire ?

kennemich vor 4 Wochen

Unseren guten Freude in den USA bringen erst den arabischen Frühling in Gang und brauchten auch die Kurden und was macht man nun mit ihnen?

Wie ging das Spirchwort mit dem M...?

kennemich vor 4 Wochen

Welches soll denn das falsche Pferd sein?

Wie heißt es bei RTL, n-tv oder ZDFnicht vergessen, die Türkei rückt mit der freien syrischen Armee in Syrien vor oder ein?