Asylantrag und Richterhammer
184.000 Menschen stellten im vergangenen Jahr in Deutschland einen Asylantrag. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Flucht und Migration Asylbewerberzahl in Europa zurückgegangen

184.000 Menschen haben im vergangenen Jahr in Deutschland Asyl beantragt. Damit ist die Zahl deutlich zurückgegangen – um 17 Prozent. Nach wie vor beantragten in Deutschland so viele Menschen Asyl wie in keinem anderen europäischen Land.

Asylantrag und Richterhammer
184.000 Menschen stellten im vergangenen Jahr in Deutschland einen Asylantrag. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Die Zahl der Asylbewerber ist in Europa im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Laut dem Jahresbericht der EU-Asylbehörde Easo gab es zehn Prozent weniger Anträge. Besonders häufig beantragten Menschen aus Syrien, Afghanistan und Irak 2018 Asyl. Außerdem suchten gut 18.400 Menschen aus dem krisengeschutteltem Venezuela Schutz in Europa.

Insgesamt beantragten im vergangenen Jahr 664.480 Menschen Asyl in Europa. Die Daten wurden für die 28 EU-Staaten, Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein erhoben.

Damit zeigt sich das dritte Jahr in Folge ein rückläufiger Trend. Allerdings stieg die Zahl der Asylanträge zwischen Januar und Mai 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent. Die Easo betonte allerdings, dass Schwankungen normal seien und eine Zunahme keine Trendwende sei.

Die meisten Anträge in Deutschland

Mit 184.000 Anträgen lag Deutschland das siebte Mal in Folge vorn. In keinem anderen europäischen Land baten so viele Menschen um Asyl. Doch auch hier ging die Zahl der Anträge deutlich zurück, um gut 17 Prozent. Die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen verringerte sich sogar um 55 Prozent. Im Nachbarland Frankreich stieg die Zahl der Anträge dagegen von gut 70.000 auf etwa 120.000.

Gemessen an der Bevölkerungsgröße gehen die meisten Anträge allerdings in Zypern, Griechenland und Malta ein. Auf eine faire Verteilung Asylsuchender auf alle Länder kann sich die EU seit langem nicht einigen. Vor allem Länder wie Ungarn und Polen wollen sich nicht dazu verpflichten lassen, Migranten aufzunehmen. Deshalb kommt auch die Reform des Asylsystems kaum voran.

Unterschiede in den Asylstatistiken

Schaut man sich von deutschen, europäischen und von UN-Behörden gemeldete Zahlen zu Asylanträgen genauer an, fallen Unterschiede auf. Grund dafür sind unterschiedliche statistische Methoden - etwa die unterschiedliche Zählung von Erst- und Zweit-, und Folgeanträgen oder abweichende Stichtage. Zudem müssen etwa die EU-Statistiker auch unterschiedliche Meldeverfahren und Fristen in den einzelnen EU-Staaten berücksichtigen sowie Aspekte des jeweils nationalen Rechts der Aufenthaltsgewährung.

  • Aktuelle Zahlen und auch Erläuterungen zu den Unterschieden zwischen nationalen und europäischen Asylstatistiken bietet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hier.
  • Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat seine Statistiken zum Thema hier versammelt (auf Englisch).
  • Die EU-Asylbehörde EASO veröffentlicht ihren Zahlen hier (auf Englisch).

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Juni 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2019, 14:04 Uhr

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56 Kommentare

26.06.2019 10:34 Peter 56

@54 Johny: Und was haben Ihnen Ihre Enkel geantwortet?
Meine Kinder, gut ausgebildet und in guten Jobs, würden sagen: Vati, Du hast se doch nicht alle.

26.06.2019 10:31 Peter 55

@51 Lisa: Wir wissen alle, Sozialbetrug gibt es bei Rumänen, Asylbewerbern, aber auch bei Deutschen.
Und das Quentchen Ironie scheinen Sie nicht zu verstehen. Sie unterstellen allen Ernstes, dass alle Asylbewerber, welche als Leiharbeiter arbeiten, zusätzlich Sozialleistungen erhalten. Belege dafür liefern Sie aber nicht.

25.06.2019 22:56 Johny 54

Ich habe meinen drei Enkeln (14 - 22) gesagt, sie sollen sich nach ihrer Ausbildung/ Studium überlegen, ob sie für 1,6+ Millionen Harz4- Drittstaatler und weltweite Sozialleistungen/ Gutmenschentum malochen und dafür als Single über Zweidrittel ihres Lohnes ins deutsche Abgaben- und Höchststeuerloch abdrücken wollen oder ob sie lieber für sich selbst und ihre auskömmliche Altersvorsorge was tun wollen, was heißt, sich ein besseres Land suchen, wo man nicht als moderner Sklave sein Dasein fristen muß.

25.06.2019 16:31 Jimmy 53

@ Peter, Sie schreiben:"Die Vermieter waren darüber nicht unglücklich." Ja, in diesem Punkt haben Sie vollkommen recht. Man sprach zwischenzeitlich von "Asylindustrie". Diese beschränkt sich allerdings nicht nur auf Wohnungen sondern auf alle relevanten Lebensbereiche. Sie werden von den völlig überteuerten Sprach- und Integrationskursen gelesen haben. Das unschöne für den Steuerzahler dabei - die Ziele dieser Kurse wurden selten erreicht, da viele Anbieter in erster Linie Profitziele im Auge hatten und Steuergeld ...

25.06.2019 15:28 Lisa 52

@peter 46

Wir leben im Juni 2019!

Einfach mal chillen und nichts durcheinander bringen!

25.06.2019 15:10 Lisa 51

@peter 47

Sie haben gehört von den Schrott Händlern aus Rumänien die jetzt in Halle leben?
„Wenige Stunden Arbeit, tausende Euro Sozialleistungen“
Der mdr hatte hier berichtet.

Das steht leider nur den Ausländern zu, den deutschen bleibt diese Aufstockung verwehrt.

Also hören sie auf sich über Harz 4 Empfänger lustig zu machen und sie als bescheuert zu bezeichnen!

Ungeheuerlich!

25.06.2019 13:46 winfried zu (48)steeven24 50

>> ... (beschönigende) Zahlen kennen viele noch aus alten Zeiten - warum jetzt schon wieder ??<<
Nennung von Zahlen ist (k)eine Propaganda, sie gehören zum ÖR-Bildungsauftrag.

25.06.2019 13:25 Klarheit 49

----"... Wohnungen lebten 259 Personen." Die Vermieter waren darüber nicht unglücklich ...."----,

Ja die Asylindustrie freut sich drüber, das der Steuerzahler Mondpreise bezahlt......

25.06.2019 13:18 steeven24 48

Eine gewaltige Zahl von > 180 tausend. Das ist im Vergleich die Einwohnerzahl von Cottbus und Görlitz zusammengenommen. Diese gewaltigen Zahlen gib es bereits seit 2015/16 und jeder weiß, dass all diese Leute im Land bleiben, hier versorgt, betreut werden und auch Wohnungen brauchen. Warum wird das nicht thematisiert ? Getreu der wohl vorgegebenen Linie wird nur von "sinkend", "weniger"... berichtet. Diese Verjubelung von Zahlen kennen viele noch aus alten Zeiten - warum jetzt schon wieder ??

25.06.2019 12:24 Peter 47

@30 Lisa: "Auch das ist eine Lüge, der größte Teil ist bei leiharbeitsfirmen registriert, weil sie dann Stütze bekommen."
Echt jetzt, jeder Leiharbeiter erhält Stütze. Für Leiharbeiter gilt ein Mindestlohn von 9,49 € die Stunde. Bei 40 Stunden in der Woche also etwas über 1.500 € im Monat. Und da noch Stütze obenauf. Ich frage mich, wie bescheuert dann viele unserer Hartz IV Empfänger sind.
Oder stimmt es gar nicht, was Sie behaupten.