Ein Besucher geht an dem Modell eines ferngesteuerten Systems im Stil eines Roboters vom Hersteller Kalaschnikow vorbei.
Modell eines ferngesteuerten Systems im Stil eines Roboters vom Hersteller Kalaschnikow. Heute hingegen soll über Waffen beraten werden, die selbst bestimmen, welche Ziele sie angreifen. Bildrechte: dpa

"Letale autonome Waffensysteme" Verbot von Killerrobotern gefordert

Maschinen, die in den Krieg geschickt werden. Sie wählen ihr Ziel selbst und töten ihre Opfer. "Letale autonome Waffensysteme" sind längst in der Entwicklung. Auf einer UN-Konferenz in Genf wird nun über die Gefahren beraten, die von diesen Killerrobotern ausgehen. Amnesty International fordert unmittelbar vor dem Treffen ein vollständiges Verbot.

Ein Besucher geht an dem Modell eines ferngesteuerten Systems im Stil eines Roboters vom Hersteller Kalaschnikow vorbei.
Modell eines ferngesteuerten Systems im Stil eines Roboters vom Hersteller Kalaschnikow. Heute hingegen soll über Waffen beraten werden, die selbst bestimmen, welche Ziele sie angreifen. Bildrechte: dpa

Amnesty International hat ein Verbot von Killerrobotern gefordert. Im Vorfeld einer neuen UN-Verhandlungsrunde über autonome Waffensysteme erklärte die Menschenrechtsorganisation, Entscheidungen über Tod und Leben dürften nicht Maschinen überlassen werden.

Killerroboter Im Fachjargon heißen die Killerroboter "Letale Autonome Waffensysteme" oder "tödliche autonome Waffen". Sie lernen mit Hilfe künstlicher Intelligenz, also eingefütterten Daten selbst, was ein Ziel ist, wie es sich bewegt und wann es angegriffen werden soll. Sie werden noch nicht eingesetzt, sind technisch aber bereits möglich. Es sind Drohnen, schießende Roboter, autonome Gewehre.

"Killerroboter sind nicht mehr Stoff nur von Science-Fiction", sagte Amnesty-Mitarbeiterin Rasha Abdul Rahim. Bei Drohnen und automatischen Gewehren, die ihre Ziele eigenständig auswählen würden, habe der technologische Fortschritt bereits das Völkerrecht überholt. "Wir bewegen uns in eine Zukunft, in der Menschen aus den Entscheidungsprozessen beim Einsatz von Gewalt ausgelöscht sein könnten", sagte Rahim. Ein Verbot vollautomatischer Waffensysteme könnte Schreckensszenarien verhindern.

Über 75 Länder beraten über Gefahren

Ab Montag verhandeln in Genf Vertreter von mehr als 75 Ländern über Killerroboter und die Gefahren, die von diesen nicht mehr von Menschenhand gesteuerte Waffen ausgehen. Länder, die den Einsatz verbieten wollten, treffen auf solche, in denen diese entwickelt werden – die den technischen Fortschritt nicht verhindern wollen. Beobachter zweifeln nicht daran, dass die USA, Russland, China, Israel, Südkorea und Großbritannien an solchen Systemen arbeiten. Gestritten wird unter anderem über eine klare Definition, um welche Waffensysteme es überhaupt genau gehen soll.

Deutschland will Verhaltenskodex

Deutschland hat im Koalitionsvertrag die Ablehnung autonome Waffensysteme verankert. "Wir wollen sie weltweit ächten", heißt es in dem Dokument. Gemeinsam mit Frankreich hat Deutschland einen Verhaltenskodex vorgeschlagen, wonach alle heutigen und künftigen Waffensystem menschlicher Kontrolle unterliegen müssen.

Der Organisation "Facing Finance", die sich für ein Verbot solcher Waffensysteme einsetzt, geht das nicht weit genug, schließlich sehe es lediglich mehr Transparenz und einen unverbindlichen Verhaltenskodex vor, aber keine Verhandlungen über eine völkerrechtliche Ächtung beziehungsweise ein Verbot.

KI-Wissenschaftler lehnen Killerroboter ab

Zahlreiche Wissenschaftler, die mit "Künstlicher Intelligenz" arbeiten, lehnen solche Waffen ab. "Wir dürfen Maschinen keine Entscheidung über Leben und Tod überlassen, für die andere - oder niemand - strafbar gemacht werden", heißt es in einer Erklärung, die bereits mehr als 2.000 Unterschriften zählt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. August 2018 | 08:38 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2018, 08:29 Uhr

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10 Kommentare

27.08.2018 17:06 Freies Wort vs Etablierte Phraseologie 10

So ein Nonsens zum kommentieren und in China ist der Mond geplatzt.

Da erinnere ich mich doch lieber an den Dieter Thomas Heck , da war die Welt in Deutschland noch io. und zu diesen Zeiten das ZDF auch , lang ist`s her und der Mann hat nie gelangweilt.

27.08.2018 10:56 Realist 9

Schön ist das der MDR mal eines der modernen kritischen Themen aufgreift. Außerdem hab ich neulich einen Bericht darüber gesehen, das in Amerika wohl Drohnen entwickelt werden, die aus Flugzeugen abgeworfen ganze Landstriche bearbeiten und alles angreifen was wackelt.

Über ein Verbot solcher Waffen noch verhandeln zu müssen, ist mehr als nur ein Armutszeugnis für den menschlichen Verstand in der Gesellschaft! Wenn Demokratie auf Dauer wirklich funktionieren soll, darf das Volk nicht für Fehler bezahlen und alles tolerieren, da muss beim ersten Fehler der verantwortliche Politiker an den Pranger und wenn er nix ändert...führn wir das nicht weiter aus. Art. 20 GG "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus" also! Aufwachen, Aufstehen!

27.08.2018 10:28 Klarheit 8

@MDR, danke für die Info, zum Zeitpunkt meines Kommis bestand die Möglichkeit noch nicht

27.08.2018 10:24 Der Golem 7

Die Probleme die die Leute bewegen
sollten in diesen Land angegangen
werden...! Was wird zukünftig mit der
Rente !??? Was sollen Kinder künftig
noch lernen, wenn 40000 Lehrer feh-
len...??? und dann noch die fehlenden
Pflegekräfte. Und man könnte noch
mehr aufzählen.
Also bitte Ihr Politiker, kümmert Euch
darum...!

27.08.2018 10:11 Sr.Raul 6

"Alexa" und Co. im Kampfanzug! Der "Souverän" testet derweil schon mal im Zivilen seinen eventuell noch persönlich erlebbaren Untergang.

27.08.2018 09:57 Klarheit 5

Diesen Mumpitz zur Kommentierung freigeben aber aktuell brennende Probleme in Chemnitz nicht ....... (Das stimmt nicht, schauen Sie bitte hier: https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/ergebnisse-fakten-demos-messerstecherei-chemnitz-100.html Beste Grüße. )

27.08.2018 09:44 Wachtmeister Dimpfelmoser 4

Da sollte man lieber Krebs verbieten. Das ist in etwa genauso realistisch bezüglich des Erfolgserlebnisses, aber weit relevanter. Und vielleicht gibt es ja eines Tages auch Politikerroboter? Ach nee ... die wollen ja kein Geld haben. Oder doch?

27.08.2018 09:06 lummox 3

an erster stelle müßte doch die frage stehen: wer stellt diesen mist her und welche staaten erteilen die lizens dafür. ob aber die angeführten staaten dahinter stecken oder ob die weltweite rüstungsindustrie schon autonom handelt ist eine weitere frage. deshalb ergibt sich die überlegung: wer will diese tötungsmachinen einsetzen und gegen wen, denn das folgende gegenseitige gemetzel könnte das ende der einzigen zur UNVERFUNFT fähigen lebewesen bedeuten. ach nein es gibt ja noch die atombomben und den kampfplatz weltall.

27.08.2018 08:40 Lilly 2

aber so ein Roboter kann doch viel schneller entscheiden und handeln vorallem.

Das sichert den Frieden langfristig, weil man dem Mensch als Fehlerquelle ausschließen kann.

wenn die erst ein paar Anschläge verhindert haben, wird die Diskussion eine ganz andere sein.

Bis auf die, die Anschläge brauchen um politische Ziele durchzusetzen.

27.08.2018 08:38 Kritiker 1

Wie kindisch ist das denn? Alles was einmal erfunden wurde wird auch verbessert und genutzt werden. Ein Verbot ist reine Augenwischerei, oder hat z.B. die Atombombe aufgehört zu existieren???