Türkische Polizisten führen verhaftete Männer ab. Gut neun Monate nach dem Putschversuch in der Türkei sind bei landesweiten Razzien gegen mutmaߟliche Gülen-Anhänger innerhalb der Polizei mehr als tausend Verdächtige festgenommen worden.
Archivbild: Türkische Polizisten führen nach Razzien gegen mutmaߟliche Gülen-Anhänger verhaftete Männer ab. Bildrechte: dpa

Medienberichte Türkei verlangt Auslieferung von 69 Aktivisten

Der türkische Präsident verlangt bei seinem Besuch bei Bundeskanzlerin Merkel Medienberichten zufolge die Auslieferung von 69 türkischen Aktivisten, darunter auch des Journalisten Can Dündar. Anderen Recherchen zufolge wird Dündars Auslieferung in einer Verbalnote beim Auswärtigen Amt verlangt.

Türkische Polizisten führen verhaftete Männer ab. Gut neun Monate nach dem Putschversuch in der Türkei sind bei landesweiten Razzien gegen mutmaߟliche Gülen-Anhänger innerhalb der Polizei mehr als tausend Verdächtige festgenommen worden.
Archivbild: Türkische Polizisten führen nach Razzien gegen mutmaߟliche Gülen-Anhänger verhaftete Männer ab. Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll vor dem Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan eine Liste mit 69 Namen von Aktivisten erhalten haben. Wie die staatsnahe türkische Zeitung "Yeni Akit" berichtet, fordert die Türkei die dringende Auslieferung der Personen, darunter der Journalist Can Dündar.

Berichte über "Verbalnote" beim Auswärtigen Amt

Deutsche Medien berichteten wiederum ihrerseits, am Montag sei eine "Verbalnote" beim Auswärtigen Amt eingegangen, in der die türkische Botschaft um die Festnahme und Auslieferung von Dündar wegen Spionage, Verrats von Staatsgeheimnissen und Propaganda bitte.

Liste soll Fotos vom Leben in Deutschland enthalten

Die Liste enthalte Namen, Adressen und Fotos der Betroffenen aus ihrem Alltagsleben hier in Deutschland. Von deutscher Seite lag zunächst keine Bestätigung vor. Auf der Liste soll auch der Name Adil Öksüz stehen. Er soll ein enger Vertrauter des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen sein. Die türkische Führung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

Dündar nimmt nicht an Pressekonferenz teil

Dündar war 2016 in der Türkei wegen eines Berichts über geheime Waffenlieferungen an islamistische Rebellen in Syrien zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Chefredakteur der regimekritische Zeitung "Cumhuriyet" zählt zu den bekanntesten Journalisten in der Türkei.

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Zuletzt aktualisiert: 28. September 2018, 13:37 Uhr