Vorwurf: "Neuer Kalter Krieg" Streit zwischen China und USA spitzt sich zu

Die Beziehung zwischen China und den USA hat sich zuletzt auch wegen der Corona-Krise verschlechtert. Nun hat Peking den USA vorgeworfen, den Konflikt "an den Rand eines neuen Kalten Krieges" zu bringen.

Wang Yi, Außenminister von China, spricht am zweiten Tag der 56. Münchner Sicherheitskonferenz.
Chinas Außenminister Wang Yi wirft den USA vor, die Beziehungen der beiden Länder zu gefährden. Bildrechte: dpa

China hat den USA vorgeworfen, für Spannungen in den Beziehungen zwischen beiden Ländern zu sorgen. "Uns ist aufgefallen, dass einige politische Kräfte in den USA die US-chinesischen Beziehungen in Geiselhaft nehmen und unsere beiden Länder an den Rand eines neuen Kalten Krieges bringen", sagte Außenminister Wang Yi am Sonntag vor Journalisten.

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind nicht zuletzt wegen des Handelsstreits und Menschenrechtsfragen seit langem angespannt. Zuletzt hatten sich die bilateralen Beziehungen unter anderem wegen der Corona-Pandemie und des Status von Hongkong weiter verschlechtert. Die USA weisen immer wieder darauf hin, dass das Virus in China seinen Ursprung genommen hatte.

USA ziehen Atomtest in Erwägung

Als Warnung an China und auch Russland haben die USA einem Bericht der "Washington Post" vom Freitag zufolge außerdem erstmals seit 1992 einen Atomtest in Erwägung gezogen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe diese Möglichkeit bei einem Treffen am 15. Mai diskutiert.

Test wäre "Startschuss für atomares Wettrüsten"

Ein US-Atomtest würde indes eine dramatische Abkehr von der bisherigen US-Verteidigungspolitik bedeuten und andere Atommächte alarmieren. Abrüstungsaktivisten verurteilten die möglichen Pläne für einen US-Atomtest: "Dies wäre der Startschuss für ein beispielloses nukleares Wettrüsten", sagte der Leiter der Nichtregierungsorganisation Arms Control Association, Daryl Kimball, dem Blatt.

Ein solcher Test dürfte zudem die Atomgespräche mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zum Erliegen bringen. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete am Sonntag, Kim habe ein Treffen der Zentralen Militärkommission mit Beratungen über Wege zur Steigerung der "atomaren Kriegsabschreckung" geleitet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Mai 2020 | 09:30 Uhr