Wahlkampf in den USA Biden ernennt Kamala Harris zu seiner Vize-Kandidatin

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die US-Senatorin Kamala Harris als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin ernannt. Sie galt schon vor der offiziellen Verkündung als Favoritin. US-Präsident Trump reagierte prompt und veröffentlichte ein diffamierendes Video.

US-Senatorin Kamala Harris.
US-Senatorin Kamala Harris wird Vize-Kandidatin der Demokraten. Bildrechte: dpa

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat die Senatorin Kamala Harris als seine Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft ausgewählt. Biden beschrieb die 55-Jährige kurz nach der offiziellen Ankündigung als eine "furchtlose Kämpferin für den kleinen Mann". Falls Biden Anfang November zum Präsidenten gewählt werden würde, wäre Harris die erste Frau und Afroamerikanerin als Vizepräsidentin.

Ich habe die große Ehre, bekanntzugeben, dass ich Kamala Harris - eine furchtlose Kämpferin für die einfachen Menschen und eine der besten öffentlichen Bediensteten des Landes - als meinen Running Mate ausgewählt habe

Joe Biden Demokratischer Präsidentschaftskandidat

Harris erklärte, sie fühle sich geehrt. Biden könne Amerika wieder zusammenführen. US-Präsident Donald Trump veröffentlichte ein Video auf Twitter, in dem Harris als radikale Linke beschrieben wurde, die höhere Steuern wolle.

Erst Gegnerin, nun Mitstreiterin

Harris hatte ebenfalls bei den Demokraten für das Amt des US-Präsidenten kandidiert, später aufgrund mangelnder Wählerstimmen das Handtuch geworfen. Sie war jahrelang Generalstaatsanwältin und damit Justizministerin von Kalifornien. Seit 2017 vertritt sie den Bundesstaat im US-Senat.

Harris soll auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten formell zur Vize-Kandidatin ernannt werden. Die mehrtägige Veranstaltung beginnt am Montag und findet wegen der Coronavirus-Pandemie in verkürzter Form statt. Biden hatte schon früh im Wahlkampf angekündigt, eine Frau als Vizepräsidentin zu nennen. Harris galt seitdem als eine der Favoritinnen auf den Posten, auch vor dem Hintergrund der landesweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd.

Lob von Obama und Clinton

Da Harris erst 55 Jahre alt ist, gilt ihre Wahl auch als Zukunftsentscheidung in der Demokratischen Partei. Der 77-jährige Biden hat bereits angekündigt, nur für eine Legislaturperiode als Präsident zur Verfügung zu stehen. Die deutlich jüngere, mögliche Vizepräsidentin gilt als als logische Wahl als Präsidentschaftskandidatin für die Wahl 2024 – wenn sie keine entscheidenden Fehler macht.

Ex-Präsident Barack Obama – dessen Vize noch Joe Biden war – schrieb: "Das ist ein guter Tag für unser Land. Jetzt lass uns das Ding gewinnen." Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton würdigte Harris "als unglaubliche Anführerin".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. August 2020 | 23:10 Uhr