US-Präsidentschaftswahl Biden hält seine Siegesrede

Der designierte neue US-Präsident Joe Biden hat versprochen, das Land zu einen. Seinen Sieg bei der Präsidentenwahl bezeichnete er als "klar" und "überzeugend". Seine künftige Vizepräsidentin Kamala Harris sagte, eine Wende sei eingeleitet. Schon am Montag will Biden einen nationalen Expertenrat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie einberufen. Biden soll am 20. Januar vereidigt werden und die Amtsgeschäfte vom unterlegenen Amtsinhaber Donald Trump übernehmen.

New York: Zahlreiche Menschen feiern auf dem Times Square und halten ein Plakat mit der Aufschrift "Change is here" (dt. Der Wandel ist hier), nachdem der demokratische Präsidentschaftskandidat J. Biden US-Präsidenten D. Trump besiegt hat, um 46. Präsident der USA zu werden.
Feiernde Menschen auf dem Times Square New York - kurz nach den ersten Meldungen vom Sieg des Joseph Robinette Biden bei der US-Präsidentschaftswahl Bildrechte: dpa

Der designierte 46. US-Präsident Joe Biden hat versprochen, das Land nicht weiter zu spalten. Vor feiernden Anhängern in seiner Heimatstadt Wilmington im US-Bundesstaat Delaware bezeichnete er seinen Sieg bei der Wahl als "klar" und "überzeugend".

Der 77 Jahre alte Ex-Vizepräsident unter Barack Obama war wenige Stunden zuvor von US-Medien übereinstimmend als Gewinner der Präsidentschaftswahl vom Dienstag ausgerufen worden, aufgrund von Prognosen nach dem Stand der zum Teil weiter laufenden Auszählungen in den Bundesstaaten.

"Ich verspreche ein Präsident zu sein, der nicht spalten, sondern vereinen will", sagte Biden. Er rief zu einem Miteinander auf. Es sei an der Zeit, das Land zu "heilen". Die "Ära der Verteufelung" müsse enden: "Wir müssen aufhören, unsere Gegner wie Feinde zu behandeln. Sie sind keine Feinde, sie sind Amerikaner", sagte Biden.

An die Anhänger von Amtsinhaber Donald Trump gerichtet sagte der Wahlsieger: "Ich verstehe eure Enttäuschung. Ich habe selbst ein paar Mal verloren, aber lasst uns jetzt einander eine Chance geben!" Er sei zwar als ein Mitglied der Demokratischen Partei gewählt worden, werde aber der Präsident des ganzen Landes sein.

Kampf um die "Seele Amerikas"

Gleichwohl kündigte Biden in seiner Siegesrede auch einen Politkwechsel an, um die "Seele Amerikas" und den "Respekt für die USA auf der Welt" wiederherzuherstellen. Seine designierte Vizepräsidentin Kamala Harris sagte, die Wähler hätten eine Wende in den Vereinigten Staaten eingeleitet: "Als unsere Demokratie selbst auf dem Wahlzettel stand", sei "ein neuer Tag für Amerika" eingeläutet worden. Die Bürger hätten sich mit ihrer Wahl für Hoffnung, Einheit, Wissenschaft und Wahrheit entschieden.

Die 56 Jahre alte Harris wird die erste Frau und farbige Amerikanerin im Vizepräsidentenamt. Dazu sagte sie: "Auch wenn ich die erste Frau in diesem Amt sein mag, werde ich nicht die letzte sein. Denn jedes kleine Mädchen, das heute Nacht zuschaut, sieht, dass dieses ein Land der Möglichkeiten ist."

Biden und Harris sollen am 20. Januar vereidigt werden. Der amtierende Präsident Donald Trump wird bis dahin noch weiter regieren.

Kampf gegen die Pandemie

Bereits für Montag kündigte Biden die Bildung einer Expertengruppe im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie an. Sie solle einen Plan entwerfen, der sofort nach seinem Amtsantritt umgesetzt werden könne. Die "führenden Wissenschaftler und Experten" würden ihm helfen. Biden hatte schon vor der Wahl erklärt, sich im Fall seines Sieges umgehend auch mit den Gouverneuren der US-Bundesstaaten und Bürgermeistern zu verständigen, um den Kampf gegen die Pandemie voranzutreiben.

Diese ist in den USA weiter außer Kontrolle. Zuletzt meldeten Behörden im Schnitt rund 100.000 Neuinfektionen am Tag. Nach den Daten der Johns Hopkins Universität gab es bereits 9,8 Millionen bestätigte Infektionen und mehr als 236.000 Todesfälle.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. November 2020 | 06:30 Uhr

105 Kommentare

Ekkehard Kohfeld vor 17 Wochen

"Biden hat die Wahl gewonnen. Da können Sie strampeln so viel Sie wollen"

Eigentlich ist mir egal wer da gewonnen hat ist nicht unser Land und da ich da nicht wähle oder wählen darf kann ich da eh nichts dran ändern und sie auch nicht aber scheint ihr zu glauben,aber können sie das auch beweisen?😱😱😱

Dietmar vor 17 Wochen

Jens Maier: „Breivik ist aus Verzweiflung zum Massenmörder geworden.“
Andreas Winhart zu Merkels Quarantäne „Gut, hinter Gitter wäre besser, aber is ja schon mal ein Anfang.“
Was ist mit Frohnmaier?

Wessi vor 17 Wochen

@ ralf meier ...dann gibt es sicherlich auch Beweise? Anwälte behaupten ja gerne mal was.Und dann ist Giulani ja auch noch Politiker...!Warten wir ab.