Amtseinführung US-Präsident Biden ruft zu Einheit auf

Joe Biden hat seinen Amtseid als US-Präsident abgelegt und damit die Nachfolge von Donald Trump angetreten. In seiner ersten Rede ruft er seine Landsleute zu Einheit und Zusammenarbeit auf.

Präsident Joe Biden
US-Präsident Biden bot auch den Vertretern der Republikaner die Zusammenarbeit an. Bildrechte: dpa

Der neue US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner zu Einheit und Zusammenarbeit aufgefordert. "Ich werde ein Präsident für alle Amerikaner sein", versprach Biden in seiner Antrittsrede. Vor dem Hintergrund des Kapitols in der Hauptstadt Washington hatte er kurz zuvor seinen Amtseid geleistet und damit auch formell die Nachfolge von Donald Trump angetreten.

Nicht jede Meinungsverschiedenheit muss ein Grund für totalen Krieg sein.

Joe Biden US-Präsident

Gegen Verschwörungstheorien

Biden sagte in seiner Rede, dass es ohne Einheit keinen Frieden und keinen Fortschritt geben könne, sondern nur Verbitterung und Ärger. Er werde sich mit ganzem Herzen für Einheit und Versöhnung einsetzen, erklärte Biden. Er rief aber auch seine Landsleute mehrfach zu gegenseitigem Respekt und zu mehr Empathie auf.

Vereidigung - Kamala Harris
Kamala Harris wurde als erste Frau als Vizepräsidentin vereidigt. Bildrechte: dpa

Der neue Präsident wandte sich während der Rede gegen Falschdarstellungen und Verschwörungstheorien. Man müsse die Kultur ablehnen, in der Fakten manipuliert würden, sagte Biden. Amerika müsse besser sein als das.

Corona als größte Herausforderung

Daneben zeigte sich Biden zuversichtlich, dass die USA die Coronavirus-Pandemie hinter sich lassen können. "Wir können das todbringende Virus besiegen", sagte der 78-Jährige. Er will die Amerikaner unter anderem aufrufen, zunächst 100 Tage lang Masken in der Öffentlichkeit zu tragen. In seiner Rede gedachte der Präsident den 400.000 Menschen, die in den USA offiziell an einer Coronavirus-Infektion gestorben sind.

Keine Menschenmassen

Die diesjährige Amtseinführung fand unter den Bedingungen der Pandemie statt: Anders als sonst waren keine Menschenmassen erlaubt. Wegen der Erstürmung des Kapitols durch gewalttätige Anhänger seines Vorgängers Donald Trump vor zwei Wochen herrschten extreme Sicherheitsvorkehrungen.

Trump blieb der Vereidigung als erster scheidender Präsident seit 1869 fern. Die ehemaligen Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton waren anwesend.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2021 | 19:00 Uhr