Regenwald Hunderte neue Feuer in Brasilien

Brasiliens Präsident schickt die Armee ins Amazonasgebiet. Die Soldaten sollen die dort wütenden Waldbrände bekämpfen. Unterdessen sind hunderte neue Feuer ausgebrochen. Und der politische Schlagabtausch geht mit Vorwürfen an Marcron und Lob für Trump weiter.

Im Amazonas-Regenwald in Nordbrasilien sind hunderte neue Waldbrände ausgebrochen. Wie das staatliche brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE am Sonnabend mitteilte, entzündeten sich in den vergangenen zwei Tagen 1.663 neue Feuer.

Armee im Einsatz gegen Waldbrände

In Brasilien sollen Soldaten beim Kampf gegen verheerende Brände im Amazonas-Regenwald helfen. Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva sagte, der Militäreinsatz habe am Sonnabend im Bundesstaat Rondônia begonnen. Insgesamt 44.000 Soldaten stünden zur Verfügung. Vier Bundesstaaten hätten Unterstützung angefordert.

Bolsonaro kündigt Vorgehen gegen Brandstifter an

Jair Bolsonaro (l), Präsident von Brasilien, bei militärische Ehren neben Armeekommandanten General Edson Leal Pujol (M) bei einer Militärveranstaltung zum Tag des Soldaten im Hauptquartier der Armee.
Jair Bolsonaro setzt bei der Brandbekämpfung nun auf das Militär Bildrechte: dpa

Präsident Jair Bolsonaro hatte zuvor dem Militäreinsatz per Dekret erlaubt. In einer Fernsehansprache sagte der Präsident, die Soldaten würden angemessen ausgerüstet, um gegen die Flammen zu bestehen. Zugleich kündigte er ein hartes Durchgreifen gegen Brandstifter an. "Wir sind eine Regierung der Null-Toleranz-Politik gegenüber der Kriminalität, und im Bereich der Umwelt ist das nicht anders", sagte Bolsonaro. Man werde entschlossen handeln, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Kritik an Frankreich, Lob für Trump

Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Waldbrände auf die Tagesordnung des aktuellen G7-Gipfels gesetzt. Außerdem kündigte Frankreich wie Irland eine Blockade des Mercosur-Freihandelsabkommens an. Bolsonaro warf Macron daraufhin eine kolonialistische Mentalität vor. Auf Twitter schrieb er, er bedauere eine Position wie die Macrons. Zugleich erklärte er, US-Präsident Donald Trump habe ihm nach einem ausgezeichnetem Gespräch Unterstützung im Kampf gegen die Flammen zugesagt - ebenso eine Zusammenarbeit in der Umweltpolitik, die die Eigenständigkeit der Länder respektiere. Verteidigungsminister Fernando Azevedo räumte allerdings am Sonnabend ein, bislang sei die Unterstützung ausgeblieben. Nach der Offerte von Trump habe es bezüglich der Brände keine weiteren Kontakte zwischen beiden Staaten gegeben.

Alarmierende Luftbilder von Amazonien

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Dem brasilianischen Weltraumforschungsinstitut INPE zufolge gab es seit Jahresbeginn bereits mehr als 75.000 Waldbrände - ein Zuwachs von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Verursacht werden diese Brände vor allem durch Brandrodungen, die Weidegrund schaffen sollen.

Umweltschützer werfen dem rechtskonservativen Bolsonaro vor, diese Art der Rodung zu unterstützen oder zumindest zu dulden. Im Gegenzug bezichtigte der Präsident kürzlich die Umweltschützer, die Feuer selbst gelegt zu haben, um ihn anzuschwärzen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. August 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 19:29 Uhr