Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto "Put it to the People" ziehen einen Wagen des Düsseldorfer Rosenmontagszuges mit einer Figur, die der britischen Premierministerin ähnelt.
Teilnehmer der Demo unter dem Motto "Put it to the People" ziehen eine Figur, die der britischen Premierministerin ähnelt. Bildrechte: dpa

Großdemonstration Anti-Brexit-Proteste in London

An einer Großdemo gegen den Brexit haben in London rund eine Million Menschen teilgenommen. Sie forderten ein zweites Referendum, um den Austritt aus der EU abzuwenden. Doch auch Brexit-Befürworter gingen auf die Straße.

Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto "Put it to the People" ziehen einen Wagen des Düsseldorfer Rosenmontagszuges mit einer Figur, die der britischen Premierministerin ähnelt.
Teilnehmer der Demo unter dem Motto "Put it to the People" ziehen eine Figur, die der britischen Premierministerin ähnelt. Bildrechte: dpa

In London hat es am Samstag die wohl bislang größte Demonstration gegen den Brexit gegeben. Insgesamt versammelten sich nach Angaben der Veranstalter rund eine Million Demonstranten aus dem ganzen Land und forderten ein zweites Referendum. Die Veranstalter sprachen von einem der größten Protestmärsche in der Geschichte Großbritanniens, alle Erwartungen seien übertroffen worden.

Die Demonstranten versammelten sich am Hyde Park und zogen in einem riesigen Protestzug durchs Regierungsviertel in Westminster zum Parlament. "Ich liebe die EU", "Macht Artikel 50 rückgängig" und "Wir fordern eine Volksabstimmung" stand auf Plakaten. Viele hatten EU-Flaggen dabei - teilweise sogar in Herzform. Viele Demonstranten spotteten mit Puppen und Karikaturen gegen Premierministerin Theresa May.

Die Veranstalter der Kampagne "People's Vote" wollen mit einem zweiten Referendum erreichen, dass der EU-Austritt Großbritanniens doch noch verhindert wird. An einer ähnlichen Demonstration im Oktober hatten sich mehr als eine halbe Million Menschen beteiligt.

Brexiteers marschieren nach London

Aktivisten nehmen an der Demonstration unter dem Motto «Put it to the People» teil. Die Anti-Brexit-Aktivisten der Organisation «People's Vote» fordern eine erneute Volksabstimmung.
Anti-Brexit-Aktivisten fordern eine erneute Volksabstimmung. Bildrechte: dpa

Zugleich versammelten sich am Samstag aber auch Brexit-Befürworter zu einem "March to Leave". Der Zug dieser Demonstranten begann bereits vor einer Woche in Sunderland, im Nordosten Englands, und sollte am Samstag London erreichen. Brexit-Initiator Nigel Farage sprach in einer Rede vor den Teilnehmern des Zuges von "Verrat", da Großbritannien nicht wie geplant am kommenden Freitag die EU verlassen werde.

Politik ringt weiter um Brexit-Deal

Im Juni 2016 hatte sich eine knappe Mehrheit von 51,9 Prozent der Briten für den Brexit ausgesprochen. Eigentlich sollte die Frist bis zum Austritt am 29. März auslaufen. Die britische Premierministerin Theresa May einigte sich aber in dieser Woche mit den Staats- und Regierungschefs der EU, die Frist zu verlängern. Geplant ist nun, dass in der kommenden Woche eine dritte Abstimmung über den Brexit-Deal im britischen Parlament stattfindet. Scheitert der Deal erneut, wird der Brexit bis zum 12. April verschoben. Wird er angenommen, soll der Brexit am 22. Mai stattfinden.

May schrieb unterdessen in einem Brief an die Abgeordneten des Unterhauses, sie werde das Brexit-Abkommen nur dann erneut zur Abstimmung stellen, wenn sich eine "ausreichende Unterstützung" abzeichne. Eine Mehrheit für das Abkommen zeichnete sich weiterhin nicht ab.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. März 2019 | 19:09 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 21:10 Uhr

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36 Kommentare

25.03.2019 15:57 Fragender Rentner 36

@Klaus zu 33

Genauso haben die besorgten Bürger in GB abgestimmt.

Oder wo waren sie bei der Wahl in 2016, wohl im Urlaub?

Und nun rufen, wir wollen noch mal wählen und wer garantiert, dass es zu einem anderen Ergebnis kommen wird?

25.03.2019 13:33 Eulenspiegel 35

Also ich denke:
Das britische Parlament hat sich total lächerlich gemacht. Es ist gegen alles aber weiß nicht wofür es ist. Dieses Parlament ist in der Zusammensetzung nicht in der Lage einen Weg aus dieser selbstgemachten Krise zu finden. Seit dem Referendum ist viel Zeit vergangen und viel Kaos entstanden. Und da das Parlament nicht in der Lage ist dies damalige sehr knappe Referendum umzusetzen braucht es ein neues Referendum. Dort können sich dann die Bürger entscheiden: Ein Brexit ohne Vertrag. Ein Brexit mit den vorliegenden Vertrag oder kein Brexit. Also ich sehe kein anderen Weg wie man aus der verfahrenen Situation heraus kommen kann.

25.03.2019 07:07 Wo geht es hin? 34

@Wessi - Zitate von Ihnen: "@ 30 Sie bestimmen was "echte Demokratie" ist?" Wo habe ich das geschrieben? Weiteres Zitat: "Wie man "eine Tatsache erfinden" kann, hat Trump vorgemacht.Ich wählte ein falsches Wort, ich hätte "Fakten" sagen sollen." Zitate Ende. Also für mich macht das keinen Unterschied: eine Tatsache ist nun mal eine Tatsache und ein Fakt ein Fakt. Die sind nun mal da und bewiesen - sonst würden sie anders heissen. Sie sollten dringend an Ihren Begrifflichkeiten arbeiten und sich nicht so viel vom "manual framing" leiten lassen. PS: IHR Demokratieverständnis gehört auch zu den Prüffällen, denen Sie sich mal selbstkritisch stellen sollten - denn wenn das i.O. wäre, würden Sie hier nicht ständig eine demokratisch abgelaufene Wahl und deren Ergebnis in Frage stellen, nur weil Ihnen eben das Ergebnis nicht passt. SO verhält sich nämlich kein echter Demokrat.

24.03.2019 20:40 Klaus 33

Egal wo man in GB hinschaut, überall ist Chaos.
Das hat einen positiven Effekt in allen anderen EU-Staaten. Dort denkt niemand mehr über einen EU-Austritt nach.
Dieses Chaos in GB will niemand haben.
Von daher haben sich David Cameron und Theresa May um die EU verdient gemacht. Der Brexit ist die beste Werbung für die EU und zeigt wohin Besorgtenpolitik führt.

24.03.2019 19:23 böse-zunge 32

#27) relat. einfach - Brit. Parlament, Untersuchungsausschüsse, Berichte ... Untersuchungen zu "Vote: Leave"
Nachdem die Versprechungen "Kontrolle, Überweisungen/ Woche an die EU, NHS-Förderung" als zweckdienliche Versprechungen benannt wurden - folgten Untersuchungen des House-of-Commons zu den Finanzquellen von "Vote:Leave" - hier hilft der Suchbegriff "Bad Boys of Brexit" - Resultat: Ertraglose Bergwerke und minderwertige Geschäftsanlagen stellen keinen plausiblen Gegenwert zu getätigten "Unterstützungen" dar.
Bleibt: Wer an wen, warum?

24.03.2019 19:17 Wessi 31

@ 30 Sie bestimmen was "echte Demokratie" ist?Wie man "eine Tatsache erfinden" kann, hat Trump vorgemacht.Ich wählte ein falsches Wort, ich hätte "Fakten" sagen sollen.Welche Lügen d.Non-Brexiteers?Belege!Tatsache bleibt , daß sich gewählte Volksvertreter im brit.Parlament nicht auf den Weg des Austritts einigen können.Es ging primär nicht um "ob", sondern um"wie". Darüber gabs keine Einigung+nun bleibt wohl nur "ob" oder "ob nicht" ohne noch größeren Schaden.Das "britische Volk" hat nach dem Brexit-Votum genau so zerstritten um das "wie" gewählt wie davor.Man denke an d.Schotten!Und: 100-46=54, nicht 40, der DT vergleicht die Zahlen aus 2 Fakten,ich komme gewiß mit den Zahlen zurecht.Wenn Sie hier so tun als ginge es Ihnen primär um Demokratie+nicht etwa um eine Zerstörung d.EU, fällt mir nur "Heuchler" ein!Und naiv ist das ganz gewiß nicht!

24.03.2019 17:31 Wo geht es hin? 30

@Wessi - Zitat von Ihnen: "Ich wäre für ein neues Referendum, weil derzeit mit erfundenen Tatsachen argumentiert wurde.Selbst heute stellen Umfrageinstitute 2 Zahlen nebeneinander die nicht zueinander passen...." Zitat Ende. Wie kann man eine Tatsache erfinden? Aber egal: die Lügerei war wohl doch beidseitig nicht von schlechten Eltern. Und dass Sie mit den Zahlen nicht zurecht kommen, heisst noch lange nicht, dass diese nicht stimmen und ist nicht Schuld der Umfrage. Und wissen Sie, warum ich für den Brexit bin? Weil das britische Volk so gewählt hat und dies eine demokratische Entscheidung war. Ja, ich weiss, meine Naivität mit meinem Glauben an echte Demokratie fällt mir manchmal auf die Füsse. Sie scheinen aber kein Problem damit zu haben, den Demokratiebegriff so lange hinzubiegen, bis er zu Ihrer Meinung passt. @Howard: Und Sie haben nicht zu bestimmen, ob man sich hier zu diesem Thema äussert oder nicht. Oder sind SIE dazu etwa "qualifiziert"?

24.03.2019 17:11 Wikreuz 29

An dem Ergebnis zur Abstimmung über den Austritt aus der EU erkennt man die Macht der Medien. Dies ist besonders gefährlich wenn es nicht "die Medien" gibt sondern nur praktisch eine mit dann monopol-Charakter. Wenn dieser eine "Medienblock" dann nur noch eine Ideologie vertritt, ist die Demokratie praktisch auch bei noch demokratisch abgehaltenen Wahlen am Ende

24.03.2019 13:49 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 28

Wer bezahlt die Gute Demo eigentlich? Professionell aufgemacht und inszeniert, logistisch durchorganisiert, bei 1 Mio. aufgeklärter Menschen ...

24.03.2019 13:17 Ekkehard Kohfeld 27

@ Andreas 25 Diese Werbung und Hetze wurde von Milliardären und Millionären bezahlt um zu erreichen das England aus der EU austritt.##

Und die Erkenntnisse haben sie woher,eins dieser Medien ist bestimmt das mit den 4 großen Buchstaben denn genau so liest sich ihr Kommentar,Propaganda vom übelsten.