Brennender Öltanker
Am Donnerstagmorgen hatten sich auf dem norwegischen Tanker "Front Altair" und dem japanischen Schiff "Kokuka Courageous" Explosionen ereignet. Bildrechte: dpa

Teheran Britischer Botschafter: Wurde nicht einbestellt

Mutmaßliche Angriffe auf Öltanker im Golf von Oman führen seit Tagen zu diplomatischen Verwerfungen. Nach Anschuldigungen aus London hatte Teheran den britischen Botschafter einbestellt - angeblich. Er widerspricht nun.

Brennender Öltanker
Am Donnerstagmorgen hatten sich auf dem norwegischen Tanker "Front Altair" und dem japanischen Schiff "Kokuka Courageous" Explosionen ereignet. Bildrechte: dpa

Der britische Botschafter in Teheran hat Berichte zurückgewiesen, wonach er am Samstag vom iranischen Außenministerium einbestellt worden sei. Auf Twitter kommentierte der Diplomat Rob Macaire den Tweet eines iranischen Journalisten, der auf einen entsprechenden Artikel verwies. Das sei "interessant", schrieb Macaire, "und mir neu". Vielmehr habe er selbst um ein dringendes Treffen im Außenministerium gebeten, das ihm auch gewährt worden sei.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA hatte am Samstag gemeldet, Macaire habe im Ministerium erscheinen müssen, um einige Erklärungen zu geben. Die Einbestellung eines Botschafters ist eines der schärfsten Instrumente des diplomatischen Protests.

Saudi-Arabien fordert "entschlossene Haltung"

Großbritannien hat als bisher einziges EU-Land dem Iran die Verantwortung für die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Öltanker am Donnerstagmorgen zugewiesen. Am Sonntag zog nach den USA und Großbritannien auch Saudi-Arabien nach und beschuldigte Teheran. Kronprinz Mohammed bin Salman sagte der Zeitung "Aschark al-Ausat", die internationale Gemeinschaft müsse dazu eine "entschlossene Haltung" einnehmen. Saudi-Arabien wolle zwar keinen Krieg in der Region, das Königreich werde aber nicht zögern, seine Bevölkerung, seine Souveränität und seine Interessen vor Bedrohung zu schützen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Juni 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2019, 14:35 Uhr