Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme.
Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme. Bildrechte: dpa

Straße von Hormus Iranische Boote wollten offenbar britischen Tanker stoppen

Im Persischen Golf sollen iranische Boote versucht haben, einen britischen Tanker zu stoppen. Erst in der vergangenen Woche hatte die britische Marine einen Tanker mit iranischem Öl beschlagnahmt.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme.
Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme. Bildrechte: dpa

Iranische Kräfte sollen der britischen Regierung zufolge versucht haben, im Persischen Golf einen britischen Tanker zu stoppen. "Entgegen internationalem Recht versuchten drei iranische Schiffe, die Durchfahrt eines Handelsschiffes, der 'British Heritage', in der Straße von Hormus zu behindern", teilte ein Sprecher der Regierung in London am Donnerstagmorgen mit.

Zuvor hatten US-Medien unter Berufung auf US-Regierungsquellen berichtet, dass sich fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden einem britischen Tanker am Mittwoch genähert und diesen aufgefordert hätten, seinen Kurs in Richtung iranische Gewässer zu ändern. Ein britisches Kriegsschiff sei eingeschritten und habe die Boote zurückgedrängt, berichtete CNN.

Iran dementiert Zwischenfall

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) dementierten jedoch, dass es einen Zwischenfall mit einem britischen Schiff im Persischen Golf gegeben habe.

"In den vergangenen 24 Stunden hatten wir in der Straße von Hormus keinen Zwischenfall mit ausländischen Schiffen, auch nicht mit einem britischen", erklärten die Revolutionsgarden auf ihrer Webseite.

War der mutmaßliche Vorfall ein Racheakt?

Erst vor einer Woche hatte die britische Marine vor Gibraltar einen Tanker mit iranischem Öl beschlagnahmt. Das Schiff soll versucht haben, entgegen internationaler Sanktionen Rohöl in das Bürgerkriegsland Syrien zu bringen. Der Kapitän und ein Offizier des Schiffes wurden festgenommen. Das teilte die Polizei in Gibraltar am Donnerstag mit.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte Großbritannien nach der Festsetzung des Tankers mit Konsequenzen gedroht. Im Juni hatte es dort ungeklärte Attacken auf zwei Öltanker gegeben. Die US-Regierung machte dafür den Iran verantwortlich. Die Führung in Teheran bestritt die Vorwürfe.

Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über sie läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Juli 2019 | 04:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2019, 17:12 Uhr

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14 Kommentare

12.07.2019 12:22 böse-zunge 14

Die Briten widerstreben der Freigabe von Bildmaterial von diesem Vorfall - nunja, da könnte man auf Ideen kommen.
Allerdings wurden die RM beim boarden in der Str. v. Gibraltar auch nicht online gestreamt.
Da ist die neueste Meldung aus'm Iran "Warnung an den Schiffsverkehr sämtl. west. Staaten" mir Antwort genug.
Nur warum spülen die Scheichs Luxusinseln vor ihre Luxuxhotels neben den Luxustürmchen, ein Kanalbau durch's südl. Horn wäre viel nützlicher für die Erhaltung der Basis ihres Wohlstands. Und es gäbe eine unumstrittene Passage weitab "strittiger Gewässer".

11.07.2019 19:52 Jörg 13

Ich nehme ein schnelles Boot mache eine iranische Flagge dran paar Männer in Schwarz und schon gibst einen Grund zum hetzen mir kommt es so vor man möchte um alles IN der Welt einen Krieg schaffen um den unliebsamen Konkurrenten wegzubekommen.solange nur geredet und keine Täter vorgeführt werden KANN man nichts mehr glauben

11.07.2019 15:39 Fragender Rentner 12

@Peter zu 9

Zitat von Oben: Iranische Boote wollten offenbar britischen Tanker stoppen

Warum unterstellst du denen etwas was nach der Überschrift nicht bewiesen ist?

11.07.2019 13:30 Mario K. 11

an H. E. (aktuell 7)
Da stimme ich Ihnen vollkommen zu. Sie wissen aber auch, wen der Westen und insbesondere die US-Amerikaner schon alles mit Geld und Waffen unterstützt haben? Ob das immer pure Menschenliebe war? Und gelogen wird im demokratischen Westen genauso, z. B. beim Vorwand für den Überfall auf den Irak und, zum Thema passend, der Iran hätte gegen das Atomabkommen verstoßen. Herr Netanjahu hatte das kamerafreundlich behauptet. Die internationale Atomenergiebehörde hat mehrfach widersprochen, aber was wissen die schon... Es macht schon sehr deutlich den Eindruck, dass gewisse Herren in den USA, Israel, KSA und weiteren Ländern einen Vorwand suchen und leider wohl irgendwann finden werden. Wer dann wieder die Kriegsflüchtlinge aufnimmt, ist ja auch klar, oder?

11.07.2019 12:53 Provi 10

Es werden wohl noch einige "Provokationen" der Iraner
folgen müssen, bis auch die letzten Zweifler "überzeugt"
werden. Note "6" für CIA und NSA, bitte noch mal den Lehrgang "....." wiederholen.

11.07.2019 11:29 Peter 9

Das ist pure Provokation des in die Enge getriebenen iranischen Regimes, damit der Gegner einen Krieg beginnt und die Mullahs vor dem eigenen Volk als Opfer dastehen. Hoffentlich fällt der "Westen" nicht darauf rein. Es gibt subtilere Möglichkeiten einen Regimewechsel zu erreichen.

11.07.2019 11:18 Fragender Rentner 8

Na so geht das nicht.

Ihr könnt doch nicht Gleiches mit Gleichen vergelten wollen, denn wir sind schließlich die Guten.

11.07.2019 10:18 H.E. 7

Jedenfalls glaube ich den Mullahs im Iran kein einziges Wort. Denn wer lieber heute als morgen offen sagt, daß er den Staat ISRAEL vernichten möchte, denen sollte man auch kein Wort glauben.
Gerade der Iran unterstützt Islamisten und besonders die HAMAS im Gazastreifen und nicht zu knapp mit Geld und Waffen. Da darf auch die Frage erlaubt sein, woher sie dieses Geld haben.

11.07.2019 10:11 Georg 6

So eine moderne HiTech Fregatte mit Satellitenzeugs und Spionagetechnik und kein Fotoapparat. Nich mal ein Handy mit Cam.
Bei den Haftminen haben sie gefühlt aus 100 Mio km Entfernung, so dass man quasi nix erkennen kann, Fotos präsentiert.
Und die Aufforderung war über Funk ?! "" Hallo Hallo, hier spricht der Iran..." ??
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.
"Erst vor einer Woche hatte die britische Marine vor Gibraltar einen Tanker mit iranischem Öl beschlagnahmt." ist das nicht das Gleiche Verbrechen.
Der Iran könnte ja auch Sanktionen gegen Jedermann erfinden und diese dann überall durchsetzen.

11.07.2019 10:02 Müller 5

"internationale Sanktionen"? US- und EU-Sanktionen sind völkerrechtlich völlig irrelevant. Solche Frechheiten würde ich mir auch nicht bieten lassen. Ich wünsche den Iranern beim nächsten Tanker viel Erfolg.