Ein Porträt der getöteten Fernsehreporterin Wiktorija Marinowa steht auf dem Freiheitsdenkmal und Rosen liegen davor.
Porträt der getöteten Fernsehreporterin Viktoria Marinova und Rosen auf dem Freiheitsdenkmal in Russe. Bildrechte: dpa

Festnahme in Deutschland Verdächtiger im Fall Marinova gefasst

Im Fall der getöteten TV-Moderatorin Viktoria Marinova ist nach Angaben der bulgarischen Regierung ein Tatverdächtiger in Deutschland gefasst worden. Die Staatsanwaltschaft in Russe sieht keinen Zusammenhang zur investigativen Berichterstattung der Journalistin.

 Ein Porträt der getöteten Fernsehreporterin Wiktorija Marinowa steht auf dem Freiheitsdenkmal und Rosen liegen davor.
Porträt der getöteten Fernsehreporterin Viktoria Marinova und Rosen auf dem Freiheitsdenkmal in Russe. Bildrechte: dpa

Nach dem gewaltsamen Tod der bulgarischen Journalistin Viktoria Marinova ist in Deutschland ein Verdächtiger festgenommen worden. Nach Aussage von Bulgariens Innenminister Mladen Marinov wurde der in die Bundesrepublik geflohene Mann am späten Dienstagabend festgenommen.

Marinov zufolge handelt es sich um einen 21-jährigen polizeibekannten Kriminellen aus Russe. Wo in Deutschland der Mann gefasst wurde, sagte der Minister nicht.

Regierung sieht keinen Zusammenhang zu Recherchen

Nach Angaben des bulgarischen Generalstaatsanwalts Sotir Zazarov besteht nach derzeitigem Ermittlungsstand kein Zusammenhang zwischen der Tat und der Arbeit der 30-jährigen Journalistin.

Der 1997 geborene Verdächtige sei auf Antrag der bulgarischen Behörden in Deutschland inhaftiert worden, sagte Marinov. Der Mann wurde laut Zazarov bereits wegen Mordes und Vergewaltigung gesucht.

Vergewaltigt und erschlagen

Die Leiche der 30-Jährigen war am Samstag in der nordbulgarischen Stadt Russe aufgefunden worden. Marinova war vergewaltigt worden, sie starb durch Schläge auf den Kopf und Ersticken.

Die Fernsehjournalistin war Chefin des privaten Lokalsenders TVN, der am 30. September Interviews mit zwei investigativen Journalisten ausstrahlte. Diese berichteten über Recherchen zur mutmaßlichen Veruntreuung von EU-Geldern in Bulgarien durch Geschäftsleute und Politiker.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Oktober 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2018, 10:28 Uhr

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6 Kommentare

10.10.2018 16:42 Wachtmeister Dimpfelmoser 6

Eine journalistische und propagandistische Sackgasse, die Berichterstattung über diesen feigen Mord. Es ist nämlich schlichtweg der falsche Typ von Täter.

10.10.2018 15:18 Lisa 5

„Der 1997 geborene Verdächtige sei auf Antrag der bulgarischen Behörden in Deutschland inhaftiert worden,„

Jetzt noch schnell das Zauberwort sagen, sonst geht es nach Bulgarien.

Und das wollen wir doch nicht!

10.10.2018 10:35 Happydiner 4

Gute Arbeit der bulgarischen Behörden. Das ging schnell. Dank offener Scheunentore können sich alle europäischen kriminellen bis 90 Tage in D vergnügen.

10.10.2018 10:23 Max W. 3

Nach Deutschland geflohen... MEHR muss man garnichts sagen. Offensichtlich hat auch der letzte Schwerkriminelle inzwischen begriffen, dass man in Merkelland relativ sicher ist, wenn man erstmal die Grenze passiert hat.

10.10.2018 10:18 Paul 2

Wo soll ein Polizeibekannter Krimineller sonst hin. Sie wissen alle wo wes sich, für sie, gut und gerne leben lasst.

10.10.2018 09:58 Lilly 1

"Marinov zufolge handelt es sich um einen 21-jährigen polizeibekannten Kriminellen aus Russe."

und der darf sich in Deutschland einfach mal so frei aufhalten?

oh je ohje, das wird immer schlimmer hier

"Wo in Deutschland der Mann gefasst wurde, sagte der Minister nicht."

Chemnitz? Kandel? Köthen?