Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis.
Soldaten und Einsatzfahrzeuge der Bundeswehr unweit von Camp Castor in Gao (Archivbild von November 2018). Bildrechte: dpa

Zwischenfall bei Auslandseinsatz Bundeswehr-Konvoi in Mali beschossen

Beim Bundeswehr-Einsatz in Mali ist ein deutscher Konvoi von einheimischen Soldaten beschossen worden. Die Deutschen erwiderten das Feuer. Ein malischer Soldat wurde lebensgefährlich verletzt.

Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis.
Soldaten und Einsatzfahrzeuge der Bundeswehr unweit von Camp Castor in Gao (Archivbild von November 2018). Bildrechte: dpa

Beim Bundeswehr-Einsatz in Mali ist ein deutscher Konvoi von Soldaten der malischen Armee beschossen worden. Bei dem anschließenden Schusswechsel wurde ein malischer Soldat verletzt.

Führungskommando bestätigt Schusswechsel

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam bestätigte am Sonntag einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht. Dem Sprecher zufolge war der deutsche Konvoi am späten Samstagabend gegen 21:15 Uhr (MEZ) etwa 50 Kilometer westlich des deutschen Stationierungsortes Gao im Norden des Landes von lokalen Soldaten mit Handfeuerwaffen beschossen worden. Die Bundeswehr-Soldaten erwiderten das Feuer und kehrten dann unverletzt in ihr Feldlager Camp Castor in Gao zurück.

Unklares Lagebild wegen Dunkelheit

Bundeswehrsoldaten stehen am 05.04.2016 bei einer Übung im Camp Castor in Gao in Mali.
Bundeswehrsoldaten bei einer Übung im Camp Castor in Gao, 2014. Bildrechte: dpa

Nach Angaben der Bundeswehr hatte der deutsche Konvoi zuvor ein UN-Fahrzeug geborgen und war auf dem Rückweg ins Camp. Aufgrund der Dunkelheit habe es zunächst ein unklares Lagebild gegeben, sagte der Sprecher. Erst später habe sich herausgestellt, dass es sich offenbar um einen Schusswechsel mit der malischen Armee gehandelt habe, mit der die Kräfte der UNO-Mission Minusma in Mali eigentlich zusammenarbeiten.

Malischer Soldat in Lebensgefahr

Wie die Bundeswehr später auf ihrer Webseite mitteilte, brachten die deutschen Soldaten den bei dem Schusswechsel verletzten malischen Soldaten in eine französische Sanitätseinrichtung. Sein Zustand sei stabil, er befinde sich aber noch in Lebensgefahr. Allerdings konnte die Bundeswehr zunächst nicht bestätigen, ob der malische Soldat überhaupt von deutschen oder anderen Kräften getroffen wurde. Der Vorfall werde weiter untersucht, hieß es.

Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2013 im Norden Malis mit rund 900 Soldaten an der UNO-Stabilisierungsmission Minusma. Der Mali-Einsatz gilt als der gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Camp Castor bei Gao im Norden Malis

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Februar 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2019, 21:42 Uhr