Bundeswehr Soldaten und kurdische Peshmerga Soldaten.
Im Irak sind derzeit 160 deutsche Soldaten stationiert. Die Ausbildung irakischer Streitkräfte ist zum Wochenbeginn eingestellt worden. Bildrechte: dpa

Spannungen in der Golfregion Bundeswehr setzt Ausbildung im Irak aus

Die Bundeswehr reagiert auf die zunehmenden Spannungen in der Golfregion und stellt die Ausbildung irakischer Soldaten vorerst ein. Zuvor hatten die USA angekündigt, Botschaftspersonal aus dem Land abzuziehen. Washington wirft dem Iran vor, unmittelbar bevorstehende Angriffe in der Region zu planen.

Bundeswehr Soldaten und kurdische Peshmerga Soldaten.
Im Irak sind derzeit 160 deutsche Soldaten stationiert. Die Ausbildung irakischer Streitkräfte ist zum Wochenbeginn eingestellt worden. Bildrechte: dpa

Die Bundeswehr hat die Ausbildung von Soldaten im Irak ausgesetzt. Das hat ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin bestätigt. Seit Wochenbeginn ruhe der Einsatz. Die Entscheidung sei vor dem Hintergrund der Spannungen in der Region gefallen.

Die Bundeswehr ist von Jordanien aus am Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien und im Irak beteiligt. Im Irak selbst sind derzeit 160 deutsche Soldaten stationiert. 60 von ihnen sind in einem Militärkomplex nördlich von Bagdad, weitere 100 im Kurdengebiet im Norden des Landes.

USA ziehen Botschafter ab

Am Morgen hatten die USA angekündigt, große Teile ihres Botschaftspersonals aus dem Irak abzuziehen. Das Außenministerium in Washington teilte mit, alle Mitarbeiter, die nicht unbedingt benötigt würden, sollten das Land verlassen. Betroffen sind die Botschaft in Bagdad und das Konsulat in Erbil.

Zuvor hatten die USA dem Iran vorgeworfen, unmittelbar bevorstehende Angriffe in der Region zu planen. Deswegen wurden bereits Kriegsschiffe und Bomber in die Golfregion verlegt.

Spannungen mit Iran

Hintergrund ist der Streit um das internationale Atomprogramm mit dem Iran. Die USA hatten den Vertrag vor einem Jahr einseitig aufgekündigt. Inzwischen hat auch der Iran erklärt, sich nicht länger an alle Abmachungen zu halten. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Isna meldet, hat das Land mit dem Teilausstieg begonnen.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen an dem Abkommen festhalten. Weitere Unterzeichner-Staaten sind China und Russland. Moskau reagierte am Mittwoch besorgt auf die Spannungen in der Golfregion. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow warf den USA vor, Teheran zu provozieren.

Peskow sagte weiter, Russland bedauere die Entscheidung des Iran. Die Regierung in Teheran habe sie aber nicht freiwillig getroffen, sondern auf den Druck durch die USA reagiert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Mai 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 15:14 Uhr

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8 Kommentare

17.05.2019 11:48 Bingo 8

Ich denke wenn es um Kampferfahrung geht, müßten die Iraker eher die Bundeswehr ausbilden.

16.05.2019 16:39 Fragender Rentner 7

Man stellt es ja nur vorläufig ein.

Wir wollen ihnen doch die Demokratie bringen, also muß es weitergehen.

16.05.2019 05:49 Carolus Nappus 6

Ja, was will man machen, wenn der andere in der einen Hand die Bibel und in der anderen ein Knallebum hat. In manchen Kulturkreisen kann man da im allerbesten Fall auf einen schweren lachanfall hoffen, wenn man da mit rosa Wattebällchen um die Ecke kommt.

15.05.2019 19:59 Blumenfreund 5

Tja, das ist die US-Demokratie...,
in der einen Hand die Bibel, in der anderen die MPi...!!

15.05.2019 19:58 A 4

Sehr bedauerlich und gefährlich diese Entwicklung.
Ich denke mit Entsetzen an den plötzlichen Beginn des Irakkrieges. Es gibt keine Gründe für Kriege mehr. Was macht die UNO? Hört man noch was?
Bitte MDR, recherchieren Sie mal zur UNO in diesem Zusammenhang . Was sagt sie zum Aufmarsch der Schiffe der USA? Sind wir denn ins Mittelalter zurück gefallen? Dann kommen vielleicht aus Angst und Fluchtgründen noch mehr Leute nach Europa und unser Land?


15.05.2019 18:04 REXt 3

@1UPS, mein Kommentar sollte eigentlich zum Bericht“USA u. Iran wollen keinen Krieg“

15.05.2019 17:40 Morchelchen 2

Dafür gibt ein großes ENDLICH! Man fragt sich sowieso, wieso es diese Ausbildung geben musste? Haben die Menschen in diesen Ländern nicht schon genügend Waffenerfahrung? Also, wenn ich zurück denke, dann sehe ich vor mir immer die gleichen Bilder des "West-Fernsehens", zumeist Szenen der Tagesschau vor mir als "ständige Begleiter" aus den Kindheits- und Jugendtagen: Auf den Ladeflächen rasant fahrender alter Lastkraftwagen fuchteln Männer jeglichen Alters in vorwiegend weißen Gewändern mit Gewehren herum. Oder schießen damit umher, zumeist in und aus ruinenartigen Gebäuden, in wüstenähnlichen Landschaften. Ich war damals tatsächlich heilfroh, dass wir davon ganz weit weg wohnten. Tja, kein Mensch ahnte, dass die 50 Jahre später mal dank Globalisierung so weit heran rücken würden, gefühlt gleich neben Polen...

15.05.2019 16:44 REXt 1

Niemand hat vor eine Mauer zu bauen?