Unruhen in Caracas
Polizisten setzen in Caracas Tränengas gegen Demonstranten ein. Bildrechte: dpa

Massenproteste in Venezuela Zwölf Tote bei Unruhen in Caracas

In Venezuela sind bei den jüngsten Massenprotesten gegen Präsident Maduro zwölf Menschen ums Leben gekommen. Damit erhöht sich die Zahl der Toten auf insgesamt 20. Und die Kämpfe dauern an. Von einem Bürgerkrieg will der Präsident aber nichts wissen.

Unruhen in Caracas
Polizisten setzen in Caracas Tränengas gegen Demonstranten ein. Bildrechte: dpa

Bei nächtlichen Unruhen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas sind zwölf Menschen ums Leben gekommen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft. Damit sei die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Protestwelle gegen Präsident Nicolas Maduro vor drei Wochen auf insgesamt 20 angestiegen. Zudem seien mindestens sechs Menschen verletzt worden, rund 1.000 wurden festgenommen.

Die meisten der jüngsten Opfer seien durch Stromschläge ums Leben gekommen, als sie in einer Bäckerei einen Kühlschrank stehlen wollten. Andere starben durch Schüsse.

Seit Anfang des Monats tobt in dem südamerikanischen Land ein Machtkampf zwischen der Regierung des sozialistischen Präsidenten Maduro und der Opposition. Zuletzt hatte Oppositionsführer Freddy Guevara das Militär zum Bruch mit dem Präsidenten aufgerufen. Außerdem kündigte er für kommenden Montag neue Massenproteste an. Die Demonstranten nennen Präsident Maduro einen Mörder, weil er Soldaten und Milizen zum rücksichtslosen Vorgehen aufrufe.

Internationale Gemeinschaft ruft Maduro zu Mäßigung auf

Angesichts der dramatischen Szenen in Caracas fordert auch die internationale Gemeinschaft von Maduro ein Zurückziehen der brutal agierenden Milizen. Bilder zeigten, wie auf Demonstranten geschossen wurde und Polizisten auf Protestierende einprügelten. Es gab brennende Straßenbarrikaden und die Polizei setzte massiv Tränengas ein. Maduro bezeichnete die Demonstranten als Terroristen, hält einen Bürgerkrieg aber bislang für ausgeschlossen.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro, aufgenommen am 31.03.2017 in Caracas (Venezuela).
Venezuelas Präsident Nicolas Maduro. Bildrechte: dpa

Hintergrund der Demonstrationen ist die Forderung der Opposition nach Neuwahlen und der Protest gegen ein Abdriften in die Diktatur. Auslöser war die zeitweise Entmachtung des Parlaments und zunehmende Repressionen. Das Land mit den weltweit größten Ölreserven steht durch Misswirtschaft kurz vor dem Ruin. Wegen der Bedienung milliardenschwerer Auslandsschulden und der höchsten Inflation der Welt können kaum noch Lebensmittel und Medikamente importiert werden, die in Euro oder Dollar zu bezahlen sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. April 2017 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2017, 22:19 Uhr

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1 Kommentar

22.04.2017 13:34 Witwer Bolte 1

Der Sozialismus marschiert; und er siegt, koste es, was es wolle! Einige Jahresangaben gefällig? 1953 (DDR), 1956 (Ungarn), 1956 (Posen/Poznan), 1968 (Tschechoslowakei), 1989 (Peking) ...