Schiffe im Container-Hafen von Shanghai in China
Schiffe im Container-Hafen von Shanghai in China. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Handelsstreit China: USA zerstört den Handel

Der Handelsstreit zwischen China und den USA eskaliert weiter. US-Präsident Trump will spätestens im September weitere chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar mit Zöllen belegen. Bereits vergangene Woche hatten die USA Sonderzölle gegen chinesische Waren verhängt. China droht mit Gegenmaßnahmen.

Schiffe im Container-Hafen von Shanghai in China
Schiffe im Container-Hafen von Shanghai in China. Bildrechte: imago/ZUMA Press

China hat auf die Ankündigung von US-Präsident Trump, weitere Zölle auf chinesische Waren einführen zu wollen, scharf reagiert. "Die großangelegte gegenseitige Anhebung von Zöllen zwischen China und den USA wird den US-chinesischen Handel unweigerlich zerstören", sagte der chinesische Vize-Handelsminister Li Chenggang in Peking.

Zugleich kündigte er Gegenmaßnahmen an, sollte Washington tatsächlich wie angedroht neue Strafzölle auf chinesische Exportgüter verhängen. Einzelheiten wurden zunächst aber nicht genannt.

Die chinesische Regierung wird wie immer keine andere Wahl haben, als die erforderlichen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Chinesisches Handelsministerium

Die USA hatten kurz zuvor eine weitere Liste mit chinesischen Exportgütern im Wert von 200 Milliarden Dollar für mögliche Strafzölle vorgelegt. Darunter befinden sich Lebensmittel, Textilien, elektronische Geräte und andere Waren aus China - sie umfasst 196 Seiten. Vorgesehen ist eine Sonderabgabe von zehn Prozent.

Das chinesische Handelsministerium hat nach eigenen Angaben bereits offiziell gegen die Strafzoll-Liste protestiert. Sie sei "völlig inakzeptabel". Man wird den neuen Fall demnach in seine Klage gegen die USA bei der Welthandelsorganisation (WTO) aufnehmen.

Bereits Sonderzölle eingeführt

Die neuen Zölle könnten im September in Kraft treten, sagte ein US-Regierungsbeamter am Dienstag. Es werde etwa zwei Monate dauern, die Liste fertigzustellen, dann werde US-Präsident Donald Trump entscheiden, ob er die Zölle verhängt.

Damit spitzt sich der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt weiter zu. Erst am Freitag hatten die USA Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt.

China verhängte wenig später Vergeltungszölle gleichen Ausmaßes. Trump hatte in den vergangenen Wochen bereits gedroht, auf chinesische Gegenmaßnahmen mit weiteren Zöllen auf Einfuhren im dreistelligen Milliardenbereich zu antworten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Juli 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 07:54 Uhr

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6 Kommentare

12.07.2018 02:13 Andreas 6

Ich Glaube diese Steuern sind gar nicht das Ziel der USA. Die USA möchte weiterhin die Nr.1 sein auf der Welt und sieht das durch China bedroht. Wenn nicht alle Politiker in den USA von den Milliardären abhängig wären dann könnte man ja auch mal von seinen Megareichen mehr Steuern nehmen. Da möchte aber keine was machen. Vielleicht ist das alles auch nicht mehr wichtig bei dieser Kreigspolitik der USA. Waffen , Waffen, Waffen und noch mehr. Täglich 89 Tote durch Schusswaffen. Japan zum Beispiel 6 Tote im Jahr durch Schusswaffen. Fragen sie mal einen Amerikaner warum das eventuell so ist. Kapiert der nicht.

11.07.2018 16:44 Manistbestandteildesmediensystems (Haseloff) 5

@11.07.2018 11:56 andre

(Jaja, der Donald bringt ein seit Jahren funktionierendes System durcheinander, nur die Naiven glauben dass dadurch irgendetwas positiver wird!)

Nur "Naive" glauben(sic) vor allem, dass es bisher "funktioniert" hat. Das "Funktionieren" ist eine Frage des Zeitraums des "Funktionierens" und der ist seit Ende des Ostblocks historisch ausserordentlich kurz gewesen. Die Schlagseite der Märkte ist im übrigen schon seit den frühen 90ern thematisiert worden - es fällt auf, dass die Lobbyisten aka "unsere Politiker" darauf so gut wie garnicht POLITISCH reagiert haben.

Die EU ist dank Merkel und Schröder weiter denn je von einem faktisch gemeinsamen Marktauftritt entfernt. Alle diesbezgl. "Chancen" sind von der Merkelei erfolgreich ausgeräumt worden und zwar schon VOR der "Flüchtlingspolitik". Nicht Trump ist das Problem, sondern die deutsche (und chinesiche) Auffassung von einem "gemeinsamen Markt".

11.07.2018 16:38 Manistbestandteildesmediensystems (Haseloff) 4

"China: USA zerstört den Handel"

Den Handel "zerstört" natürlich der, der die Gestellungskosten auf eine Minimum der Kosten der Handels"partner" zu drücken imstande ist. Auf Kosten der "Beschäftigten", der Umwelt, der Umwelt, der Umwelt und der zukünftigen Generationen. Diese Sorte "Zerstörung" ist das Wesensmerkmal des inzwischen global durchgesetzten Kapitalismus und in diesem Sinne ist diese Überschrift, sagen wir: unreflektiert.

Es hat auch wenig Sinn, kindisch auf Trumps Politik herumzureiten. Wie immer man seine Maßnahmen im einzelnen beurteilen mag, im grossen Zug hat er schlicht recht: Es kann sich keine halbwegs stabile Marktordnung einstellen, wenn sich nicht alle Markteilnehmer den annähernd selben Bedingungen unterwerfen. Und: China wird sich hüten, in den USA "Schulden" einzutreiben - das hängt mit der Rolle der "Schulden" eben im Kapitalismus zusammen. Und nein, das ist nicht dieselbe Sorte Schulden, wie Erich Meier-Grosskotz' Schulden beim Bäcker...

11.07.2018 11:56 andre 3

Jaja, der Donald bringt ein seit Jahren funktionierendes System durcheinander, nur die Naiven glauben dass dadurch irgendetwas positiver wird! Auf jeden Fall ist das die große Chance der Europäer, nach Donald unabhängig von der USA zu sein!

11.07.2018 11:38 vtw 2

Mit dieser DT-Strategie wird der Welthandel völlig neu geordnet. Dabei wird es natürlich zu deutlichen Verwerfungen kommen und die EU der 27 wird wie ein kleines Kind in der Mitte sitzen und keine brauchbare Strategie haben. China als größter Gläubiger der USA wird diese Karte erst sehr spät ausspielen.

11.07.2018 11:19 Michael Möller 1

schauen wir uns das ganze mal einfach an, China hat durch Subventionen die Deutsche Solarindustrie zerstört und alle verantwortlichen Politiker haben dabei zugeschaut. auch wurde von China verlangt wer bei ihnen Geschäfte machen will , musste einen Partner haben , auch beim Kauf von Firmen hat China seinen Markt gesperrt und jetzt wundert sich die Welt das hier ein Präsident kommt und den Spies umdreht . wo waren unsere Politiker und auch die EU . aber auf der anderen Seite sage ich warum konnte kein anderer Weg gefunden werden.

Streit um Zölle