Drastische Maßnahmen Coronavirus: China sperrt Autobahnen mit Erdwällen

Im Kampf gegen den Coronavirus hat China drastische Maßnahmen ergriffen. In der Provinz Hubei wurden fünf Städte von der Außenwelt abgeriegelt. Rund um die Millionenmetropole Wuhan wurden auf Autobahnzufahrten Erdwälle aufgeschüttet. Auch Zug- und Bahnverbindungen wurden blockiert. Die USA und Frankreich holen ihre Bürger aus Wuhan raus. In Großbritannien werden 2.000 Flugreisende aus China gesucht.

Sicherheitskräfte in Wuhan
Sicherheitskräfte in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan Bildrechte: dpa

Mit drastischen Maßnahmen will China die Ausbreitung des gefährlichen Coronavirus eindämmen. In der besonders betroffenen Provinz Hubei wurden am Samstag fünf Städte von der Außenwelt abgeriegelt. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden der öffentliche Verkehr ausgesetzt und der Zugang zu den Autobahnen gesperrt.

Autobahnzufahrten mit Erdwällen gesperrt

Ein Tourist aus Leipzig berichtete MDR AKTUELL, dass die Autobahnzufahrten in Richtung der Millionenmetropole Wuhan mit Erdwällen aufgeschüttet und versperrt worden seien. Zudem sollten am Samstagabend Ortszeit alle Brücken über den Fluss Jangtse gesperrt werden, damit niemand in die Provinzhauptstadt gelangen oder sie verlassen kann.

Ein Beamter misst mit einem Infrarot-Thermometer bei einem Reisenden im Flughafen Wuhan Tianhe International Airport Temperatur, als Schutzmaßnahme gegen die Verbreitung des Corona-Virus.
In ganz China gelten umfassende Sicherheitsmaßnahmen. Bildrechte: dpa

Zuvor hatte die Zeitung "People's Daily" berichtet, dass die Stadtverwaltung von Wuhan ein Fahrverbot erlassen hat. Dem Zeitungsbericht zufolge dürfen ab Sonntag keine Autos mehr ins Zentrum fahren. Ausnahmen sollen nur für unverzichtbare Fahrten gelten. Von Wuhan war der Coronavirus 2019-nCoV ausgegangen. Die Elf-Millionen-Metropole war deshalb als erste chinesische Stadt unter Quarantäne gestellt worden.

Insgesamt wurden bislang in gut einem Dutzend Städten Zentral-Chinas durch Verkehrseinschränkungen mehr als 40 Millionen Menschen von der Außenwelt abgeschottet.

USA und Frankreich holen Bürger raus

Die USA wollen nach einem Bericht des "Wall Street Journal" 230 Diplomaten und Bürger mit einem Charterflugzeug aus Wuhan herausholen. Das US-Konsulat in der Stadt soll vorübergehend geschlossen werden. Auch Frankreich will seine Bürger aus Wuhan evakuieren. Nach einem Bericht der "South China Morning Post" soll in Zusammenarbeit mit örtlichen Behörden eine Busverbindung eingerichtet für Franzosen und ihre Angehörigen eingerichtet werden.

"Notstand" in Hongkong

Die Sonderverwaltungszone Hongkong rief wegen dem Coronavirus den "Virus-Notstand" mit der höchsten Warnstufe aus. Wie Regierungschefin Carrie Lam ankündigte, werden sämtliche Flug- und Schnellzugverbindungen von und nach Wuhan gestoppt. Alle Feiern zum chinesischen Neujahr würden abgesagt, die Schulferien verlängert.

In ganz China ordneten die Behörden umfassende Maßnahmen für den gesamten öffentlichen Nahverkehr an. Wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilte, werden im gesamten öffentlichen Verkehr Messstationen eingerichtet. Passagiere mit Verdacht auf eine Infektion müssen "sofort" in eine medizinische Einrichtung gebracht werden.

Nach Angaben der chinesischen Behörden stieg die Zahl der Verdachtsfälle am Samstag auf 1.300, die Zahl der an der Lungenkrankheit gestorbenen Menschen auf 41. Außer Tibet sind alle Provinzen des Landes betroffen.

Drei Verdachtsfälle in Frankreich

Ein Pkw fährt auf das Gelände vom  Krankenhaus Bichat.
Im Krankenhaus Bichat in Paris liegen zwei Verdachtsfälle. Bildrechte: dpa

Auch in Europa ist der Coronavirus inzwischen angekommen. In Frankreich wurden drei Verdachtsfälle registriert. Alle Betroffenen hatten sich zuvor in China aufgehalten.

Für die EU-Präventionsbehörde ECDC kamen die Fälle dennoch nicht unerwartet. Die in Schweden ansässige Behörde zeigte sich aber zuversichtlich, dass die europäischen Länder die nötigen Kapazitäten hätten, um einen Ausbruch direkt nach der Entdeckung von Fällen zu verhindern und zu kontrollieren.

Briten suchen 2.000 Fluggäste aus China

Großbritanniens Gesundheitsexperten wollen im Kampf gegen das gefährliche Coronavirus etwa 2.000 Fluggäste aus China aufspüren. Gesucht werden Reisende aus der zentralchinesischen Millionen-Stadt Wuhan, die in den vergangenen zwei Wochen ins Vereinigte Königreich geflogen sind. Britische Mediziner halten es für wahrscheinlich, dass sich Infizierte bereits in Großbritannien aufhalten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Januar 2020 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2020, 20:48 Uhr