Das Verlegeschiff "Audacia" des Offshore-Dienstleisters Allseas verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2.
Die letzte Hürde ist genommen: Die Pipeline Nord Stream 2 darf auch vor Dänemark gebaut werden. Bildrechte: dpa

Als letztes Land Nord Stream 2: Dänemark genehmigt Pipeline-Bau

Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline Nordstream 2 soll Gas aus Russland nach Deutschland befördern. Ein Großteil der Strecke war schon gebaut. Nun hat Dänemark als letztes Anrainerland seine Zustimmung gegeben.

Das Verlegeschiff "Audacia" des Offshore-Dienstleisters Allseas verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2.
Die letzte Hürde ist genommen: Die Pipeline Nord Stream 2 darf auch vor Dänemark gebaut werden. Bildrechte: dpa

Nach längerem Zögern hat auch Dänemark grünes Licht für den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 durch seine Gewässer gegeben. Das teilte die dänische Energiebehörde am Mittwoch mit. Die anderen Anrainerländer Deutschland, Schweden, Finnland und Russland hatten dem Projekt bereits zugestimmt. Nun kam aus Dänemark die Erlaubnis, die Pipeline in der Ostsee südöstlich der Insel Bornholm zu verlegen.

Pipeline voraussichtlich 2020 startklar

Auch ohne die Zustimmung Dänemarks war ein Großteil der Strecke zwischen Russland und Deutschland schon verlegt worden. Nach ursprünglicher Planung sollte die Piepeline Ende 2019 fertiggestellt sein. Im Frühjahr hatte die Nord Stream AG unter Anteilseigner Gazprom dann mitgeteilt, dass sich der Start voraussichtlich auf 2020 verschiebt.

Die neue Pipeline soll die Kapazitäten der schon bestehenden Leitung Nord Stream 1 für Gaslieferungen aus Russland deutlich erhöhen. Jährlich sollen dann 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die Rohre nach Deutschland fließen.

Kritiker: Deutschland zu sehr von russischem Gas abhängig

Unter anderen EU-Staaten und den USA ist das Projekt umstritten, weil es die strategische und wirtschaftliche Bedeutung alternativer Pipelines und traditioneller Transitländer weiter schwächen könnte. Kritiker führen zudem an, Deutschland mache sich zu sehr von russischem Gas abhängig.

Russland ist schon jetzt Deutschlands größter Gaslieferant. 2017 lag der russische Anteil am deutschen Erdgasimport nach Angaben der deutschen Energiewirtschaft bei rund 40 Prozent. Dieser wird nun mit der Nord Stream 2 weiter steigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Oktober 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2019, 16:30 Uhr