"Defender Europe" Frankenberger Bürgermeister vor Manöver-Transporten gelassen

Frankenbergs Bürgermeister Firmenich sieht die Transporte für das US-Manöver "Defender Europe" gelassen. Die sächsische Kaserne ist als Rastplatz für die Fahrzeuge vorgesehen, die nach Polen und in das Baltikum rollen. Bei dem Manöver werden rund 37.000 Soldaten mit Fahrzeugen und Material Richtung Osteuropa verlegt. Eine von drei Routen in Deutschland verläuft durch Sachsen - über Chemnitz, Dresden und Görlitz nach Polen.

Ein Soldat der US-Armee geht in der Clausewitz-Kaserne vor dem Abmarsch zwischen den Fahrzeugen hindurch.
"Defender Europe" wird in Mitteldeutschland deutlich sichtbar sein. Bildrechte: dpa

Die Konvois fallen auf, sie können bis zu einem Kilometer lang sein und bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 80 km/h, wobei die Fahrzeuge gekennzeichnet sind. Das erste mit einer schwarzweißen Flagge, das letzte mit einer grünen.

"Defender Europe" 2020

"Defender Europe" wird in Europa deutlich sichtbar sein. Unter den 37.000 Soldatinnen und Soldaten werden mehr als 20.000 sein, die aus Kontinental-Amerika mitsamt Material und Fahrzeugen in West-Europa ankommen und danach durch zehn Länder gen Osten fahren. Personen und Material kommen mit Schiffen und Flugzeugen bei Nutzung von 14 See- und Flughäfen in den Niederlanden, in Belgien, Frankreich und Deutschland an, per Schienen- und Straßentransport geht die Verlegung weiter Richtung Polen und Baltikum. Der Hauptverlegezeitraum der US -Verbände in Europa reicht von Februar bis in den Mai 2020. Die etwa 4.000 km Konvoi-Routen sind eine große Wegstrecke für eine Übung. An der Übung unmittelbar beteiligt sind auch Soldaten und Soldatinnen verschiedener Bereiche der Bundeswehr

Wo wird geübt?

Die Übung erstreckt sich auf zehn Länder, konzentriert sich auf Polen und das Baltikum. Innerhalb des großen Szenarios gibt es aber auch weitere Übungsszenarien und -schauplätze in Deutschland. In Grafenwöhr in Bayern und auf dem Übungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide werden auch Gefechte geübt. Teil von "Defender Europe" soll zudem der Umgang mit zusätzlichen Attacken im Cyberraum sein. Erprobt wird dafür neue Ausrüstung und gemeinsame sichere Kommunikation.

Konvois haben immer Vorfahrt – auch bei Rot

Für den Fall, man begegnet einem Konvoi, sollte sich jeder Verkehrsteilnehmer am besten noch einmal die Straßenverkehrsordnung zu Gemüte führen, denn gekennzeichnete Konvois haben immer Vorfahrt, auch bei roten Ampeln.

Bordeinsatzkompani auf dem Weg zu einem Schiff 7 min
Bildrechte: NATO Allied Maritime Command

Besondere Vorsicht ist also geboten, wenn die Fahrzeuge die Autobahn verlassen, um zum Beispiel einen der Rastplätze anzusteuern, wie etwa die Kaserne im sächsischen Frankenberg, die Erfahrung mit Truppentransporten hat.

Bürgermeister Thomas Firmenich dazu: "Zunächst muss man wissen, dass es von der Autobahn-Abfahrt bis zur unserer Wettiner-Kaserne etwa knapp drei Kilometer sind. Das heißt, es handelt sich um einen sehr überschaubaren Abschnitt hier durch das Stadtgebiet. Zum zweiten sind die Straßen, die Bundesstraße 169 und auch die Staatsstraße, in sehr gutem Zustand, sodass wir davon ausgehen, dass es zwar vielleicht schon zu dem einen oder anderen Stau kommt, aber nicht zu einer nennenswerten Beeinträchtigung."

Anzahl der Fahrzeuge noch nicht bekannt

Überdies sollen die Transporte vor allem in den Abendstunden durchgeführt werden, um so die Hauptverkehrszeiten zu umgehen. Wie viele Fahrzeuge genau in der Frankenberger Kaserne Station machen, ist bisher nicht bekannt.

Bürgermeister Firmenich sieht den Transporten aber gelassen entgegen: "In der Regel verläuft das sehr, sehr reibungslos", sagt er. Allerdings komme es im Einzelfall auch vor, dass ein Fahrer sich verfahre oder sich nicht an irgendwelche Regeln halte. "Dann kann es natürlich sein, dass es zu einem längeren Stau kommt oder dass er eben eingesammelt werden muss." Aber die Masse der Fälle sei eigentlich unproblematisch.

Bei Schäden zahlt die Bundeswehr

Hin und wieder kann es auch passieren, dass Militärfahrzeuge vor allem durch ihre Größe Schäden an den Straßen verursachen, zum Beispiel an Bordsteinkanten oder Verkehrsschildern. Dann ist ganz klar geregelt, wer für den Schaden haftet.

Bürgermeister Firmenich zufolge wird in diesem Falle der Schaden von der Stadt oder von dem jeweiligen Eigentümer aufgenommen. Es gebe eine Bundeswehr-Stelle, wohin sich die Stadt wenden könne, wo das ziemlich unbürokratisch und zügig abgewickelt werde. Der Schaden werde dann auch ersetzt, von der Bundeswehr beziehungsweise von der Bundeswehrverwaltung, die dafür zuständig sei.

Läuft alles nach Plan, dann können sich die Einwohner von Frankenberg rechtzeitig auf die Truppentransporte einstellen und darauf, dass der Weg durch die Stadt am jeweiligen Tag vielleicht etwas länger dauert.

"Wir werden so unverzüglich, wie wir Kenntnisse haben, die Bürgerinnen und Bürger informieren", verspricht Bürgermeister Firmenich. "Wir haben ein Online-System hier, über das wir täglich die Bürger, die da angeschlossen sind – und das sind sehr viele – informieren. Die bekommen dann eine Mail aufs Handy oder nach Hause, beziehungsweise informieren wir über unsere Internetseite und natürlich auch über die Medien."

Das Nato-Manöver, die Fender 2020 selbst soll im Juni in Polen und dem Baltikum stattfinden. Danach, ab circa Juli, ist zu erwarten, dass der Rücktransport gen Westen über dieselben Verkehrsadern stattfindet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2020 | 05:09 Uhr

13 Kommentare

Noergelchen vor 39 Wochen

Wollen wir nur hoffen, dass dieses Mal alle Navis der Amis gut funktionieren und sich nicht wieder eine der Riesenkutschen in unserer Dorfstraße verfransen.

Mal ne Anmerkung vor 39 Wochen

Eine sehr verworrene Geschichtsauffassung!Und was die "Friedensengel" aus den USA so alles in der Welt verbrochen haben(Millionen unschuldigeTote durch Napalm in Vietnam,Atombomben nach Kriegsende mit Millionen Toten und immer noch leidenten Japanern ,Kriege bassierend auf Lügen usw.) ohne das es von der Nato bzw. auch von den "Friedensengeln" der Bundesregierung irgend eine Verurteilung dessen gab.Das sind und waren die Amerikaner.

ElBuffo vor 39 Wochen

Vielleicht kennen die Frankenberger auch noch die Zeiten als unsere Freunde zu jeder erdenklichen Tag- und Nachtzeit Frieden spielten. Das Panzerregiment wird zu NVA-Zeiten sicher auch nicht auf Gummiwagen durch die Stadt gezogen worden sein. Na und der Bürgermeister wird da eh eine entspannte Beziehung zu haben.