Teilnehmer einer Demonstration marschieren mit Regenschirm eine Straße entlang
Demonstrationszug in Hongkong Bildrechte: dpa

Proteste Demonstration in Hongkong eskaliert

In Hongkong sind Proteste mit Zehntausenden Teilnehmern in Gewalt umgeschlagen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Behörden hatten den Protestzug eigentlich untersagt.

Teilnehmer einer Demonstration marschieren mit Regenschirm eine Straße entlang
Demonstrationszug in Hongkong Bildrechte: dpa

Trotz des Demonstrationsverbots haben sich am Sonntag erneut zehntausende Menschen in Hongkong an den zunächst friedlichen Protesten beteiligt. Die Kundgebung eskalierte, als gewaltbereite Demonstranten Benzinbomben auf eine Polizeiwache, Eingänge von U-Bahn-Stationen sowie auf Bankfilialen warfen.

Vermummte Teilnehmer einer Demonstration gehen auf einer Straße, auf der Steine liegen.
Vermummte Demo-Teilnehmer in Hongkong. Bildrechte: dpa

Die Polizei reagierte mit Tränengas und setzte in einer der Hauptgeschäftsstraßen Hongkongs Wasserwerfer gegen tausende Menschen ein. Die Polizei färbte zudem das Wasser blau, um Demonstranten später identifizieren zu können. Viele Demonstranten trugen Schirme, um sich vor Überwachungskameras zu verstecken.

Vier Monate Widerstand

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gibt es seit fast fünf Monaten immer wieder Massenproteste. Die Demonstrationen hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China ermöglichte.

Mittlerweile geht es den Demonstranten um Proteste gegen die pro-chinesische Führung in Hongkong und die Einschränkung der Demokratie. Zu den konkreten Forderungen gehören unter anderem ein Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, eine Untersuchung der Polizeigewalt und freie Wahlen.

Angst um Freiheit

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Oktober 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2019, 16:06 Uhr

3 Kommentare

Hossa vor 4 Wochen

In Hongkong sind es Aktivisten in Barcelona Randalierer

Peter vor 4 Wochen

Liebe Lisa, eine "Chinesische Lösung" gab´s schon mal auf dem Pekinger Tiananmen-Platz. Ein gewisser Herr Krenz lobte das damals.

Lisa vor 4 Wochen

Wie In Hamburg die linken Aktivisten 🤭😳🤔

Will denn Peking dem ganzen nicht mal ein Ende setzten? 🤔

🥺🙄😎