Die Miniatur-Flaggen von Deutschland und den USA
Deutschland und die USA waren stets gute Freunde. Mit Trump hat sich das geändert. Bildrechte: dpa

Ein Jahr US-Präsident Hat Trump die deutsch-amerikanischen Beziehungen verändert?

Vor genau einem Jahr ist US-Präsident Donald Trump vereidigt worden. Seitdem hat er eine Menge getwittert, Ministerposten mehrmals neu besetzt und sich mit den US-amerikanischen Medien eine Schlacht um angebliche Fake News geliefert. Hat das auch Einfluss auf die deutsche Politik gehabt?

von Birgit Raddatz, ARD-Hauptstadtstudio für MDR AKTUELL

Die Miniatur-Flaggen von Deutschland und den USA
Deutschland und die USA waren stets gute Freunde. Mit Trump hat sich das geändert. Bildrechte: dpa

Niels Annen von der SPD ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Er weiß, dass sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen mit Trump verschlechtert haben. Aber das überrascht ihn heute auch nicht, er habe das schon nach der US-Präsidentschaftswahl befürchtet.

Ich habe nicht zu denen gehört, die geglaubt haben, dass das Amt den Herrn Trump zu einem präsidialen Politiker formen würde. Und damit habe ich bedauerlicherweise auch Recht behalten.

Niels Annen, SPD

Er wirkt resigniert, wenn er über den US-Präsidenten spricht. Donald Trump halte sich nicht an Regeln und wolle vor allem seine eigene Wählerschaft zufrieden stellen, sagt er. Für Niels Annen steht fest: So lässt sich keine deutsch-amerikanische Politik machen.

Trump umgehen als neue Strategie

Niels Annen
Niels Annen (SPD) hält nicht viel von Donald Trump. Bildrechte: IMAGO

Doch das Verhältnis besteht natürlich nicht nur aus der Bundeskanzlerin und Trump. Mit einigen US-Bundesstaaten teile die deutsche Politik bestimmte Interessen, wie zum Beispiel den Kampf gegen den Klimawandel, weiß Annen. "Deswegen verändern wir unsere Strategie. Wir reden zum Teil direkt mit den Gouverneuren."

So seien bei der Bonner Klimakonferenz US-Politiker gewesen, die "normalerweise gar keine Klima- oder Außenpolitik betreiben. Die allermeisten dieser Abgeordneten sind keine Freunde des amerikanischen Präsidenten." Trotzdem entscheidet nach amerikanischem Recht letztendlich der Präsident, das weiß auch Annen. Dass dieser sich in seinen Entscheidungen oft widerspreche und sprunghaft reagiere, sei ein großes Problem für ein stabiles deutsch-amerikanisches Verhältnis.

Die USA sind ein schlechter Freund geworden

Norbert Röttgen von der CDU ist der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses und Mitglied der Atlantik-Brücke, einem überparteilichen Verein, der sich für starke Beziehungen zwischen den USA und Deutschland einsetzt. Röttgen teilt die Meinung des SPDlers Niels Annen.

Trumps kürzlich erlassene Steuerreform sei für Deutschland kein Gewinn, genauso wenig wie seine fast nicht vorhandene Außenpolitik und sein persönliches Verhalten, sagt Röttgen. Auf einmal müsse Deutschland um die Freundschaft mit den USA ringen. "Es war bislang immer gesetzt und eine Vorgabe der Nachkriegszeit, dass diese Allianz besteht. Nun müssen wir auf einmal die amerikanische Administration überzeugen, dass es in unserem wechselseitigen und Interesse ist, dass wir Partner und Freunde bleiben."

Viele Länder seien verunsichert über das Verhalten Trumps. Viele sind bis heute ohne amerikanischen Botschafter – darunter Deutschland und die EU. Zwar hatte Trump für den deutschen Posten den umstrittenen Republikaner Richard Grenell nominiert. Der US-Senat blockiert jedoch derzeit seine und andere Personalien.

Nationalismus war noch nie eine gute Idee

"America first" – diesen Grundsatz verfolgt Trump seit seiner Amtseinführung. Norbert Röttgen weiß, dass sich auch einige in Deutschland eine Kanzlerin wünschten, die sich vor allem für das eigene Volk einsetzt.

Trump hat sein Land in einem Jahr nicht stärker, sondern schwächer gemacht. Das ist eine Illusion des Nationalismus, der überall wieder aufkommt. Der Rückzug aus der Verantwortung und die Konzentration auf das eigene Land ist fatal. Das haben wir alles schon erlebt.

Norbert Röttgen, CDU

Beobachter sagen, Trump spalte das deutsch-amerikanische Verhältnis wie kein Präsident zuvor. Die deutschen Außenpolitiker hingegen rücken derzeit wieder ein Stück zusammen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2018, 05:00 Uhr

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3 Kommentare

20.01.2018 20:34 wer hat und verraten, ... 3

"Hat Trump die deutsch-amerikanischen Beziehungen verändert?"

offiziell sind die schlechter geworden, weil es nicht mehr so viel Gemauschel hinter den Kulissen gibt und unsere Politiker genervt sind davon.

Wirtschaftlich läufts doch.

20.01.2018 17:42 Fragender Rentner 2

So manche Veränderungen tuen auch in der Politik mal etwas gutes, die bewegen sich mal, was sonst nie geschehen wird.

Ob gut oder eher schlechter werden wir bestimmt bald merken.

So manches tut sich schon an den Börsen. :-)

20.01.2018 10:56 Michael Möller 1

es tut mir sehr leid ,aber von welcher Freundschaft iwr hier geredet . das uns die USA ausspionieren oder Wirtschadftsspionage betreibt genauso wie England . oder das sich unsere Regierung weigert dagegen vorzugehen . oder das der Bundesstaatsanwalt sind in der Lage oder willens ist gegen die Beteiligten Personen einverfahren einzuleider ,. meinen Sie das als Freundschaft . dann ist das in meinen Augen eine armsehlige Freundschaft.