Ein Kohlebagger im Tagebau Profen
Noch ist er im Einsatz: Kohlebagger im Tagebau Profen Bildrechte: MDR/Oliver Hauswald

New York Deutschland tritt Allianz für Kohleausstieg bei

Kurz vor dem Klimagipfel der UNO in New York hat Deutschland ein Zeichen gesetzt und ist der internationalen Allianz für Kohleausstieg beigetreten. Dem Bündnis gehören bislang 30 Länder an, von Kanada bis Vanuatu.

Ein Kohlebagger im Tagebau Profen
Noch ist er im Einsatz: Kohlebagger im Tagebau Profen Bildrechte: MDR/Oliver Hauswald

Deutschland ist der internationalen Allianz für den Kohleausstieg beigetreten. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums erklärte Ressortchefin Svenja Schulze am Sonntag in New York den Beitritt zur "Powering Past Coal Alliance".

Schulze: wichtiges Signal für die Welt

Svenja Schulze (SPD), Ministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, steht in der Rochauer Heide in einem kommunalen Wald
Svenja Schulze Bildrechte: dpa

Die Ministerin sprach demnach von einem "wichtiges Signal für die Welt", wenn ein großes Industrieland wie Deutschland sich von Atom und Kohle verabschiede und seine Energieversorgung schrittweise vollständig auf erneuerbare Energien umstelle. Schulze hatte zuvor den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt, in Deutschland werde gar nicht so wahrgenommen, wie wichtig die vom Klimakabinett beschlossenen Ziele international seien. Schulze räumte ein, dass Deutschland zuletzt nicht mehr Vorbild im Einsatz für den Klimaschutz gewesen sei. Doch, fügte sie hinzu: "Wir sind jetzt wieder auf dem richtigen Pfad."

Greenpeace fordert schnelle Umsetzung

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte hingegen konkrete Schritte zum Kohleausstieg. Damit Deutschland einen würdigen Platz in der Länderallianz einnehmen könne, müsse die Bundesregierung den Gesetzesentwurf zum Kohleausstieg binnen eines Monats im Kabinett beschließen und die ersten Braunkohlekraftwerke noch in diesem Jahr abschalten. Derzeit ist geplant, in Deutschland bis spätestens 2038 schrittweise alle Kraftwerke vom Netz genommen werden, nach Möglichkeit schon bis 2035. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums machten die Emissionen der Kohlekraftwerke 2016 fast 30 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland aus.

Bislang 30 Länder in der Allianz

Der 2017 gegründeten Kohleausstiegs-Allianz gehören bislang 30 nationale Regierungen an, darunter die von Kanada, Großbritannien, Frankreich und Schweden. Hinzu kommen rund 50 Regionen und Unternehmen. Die Mitglieder bekennen sich dazu, den Bau neuer Kohlekraftwerke zu stoppen, die internationale Kohlefinanzierung zu beenden, ein Datum für den Kohleausstieg festzulegen und ihre nationalen Klimaschutzmaßnahmen auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens auszurichten.

UN-Klimagipfel am Montag

Am Montag beginnt in New York der Sondergipfel der Vereinten Nationen zum Klimaschutz. Dabei wollen Staats- und Regierungschefs ihre Klimaschutzpläne für die kommenden Jahre vorstellen. Ein Rederecht haben nur jene Politiker, deren Vorhaben als engagiert genug gelten. Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört dazu, auch wenn das Klimaschutz-Paket der Bundesregierung bei Umweltverbänden, in der Opposition und auch bei Wissenschaftlern durchgefallen ist.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 22. September 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2019, 18:20 Uhr

7 Kommentare

Querdenker vor 3 Wochen

Zitat: „Der 2017 gegründeten Kohleausstiegs-Allianz gehören bislang 30 nationale Regierungen an, darunter die von Kanada, Großbritannien, Frankreich und Schweden.“

Für die aufgeführten Länder ist Kohle als Energieerzeugung sehr gering oder fast bedeutungslos. Beispiel:

siehe „statista Frankreich - Struktur der Stromerzeugung nach Energieträger 2017“

Frankreich: 1,8 % Kohle

Deutschland: etwa 36% Kohle

Blumenfreund vor 3 Wochen

"... hat Deutschland ein Zeichen gesetzt ... ".
Wenn dann hat das BRD Regime ein Zeichen gesetzt.
Denn das können sie am besten, Symbolpolitik ohne Inhalte.

Strafrechts-Profit-eur vor 3 Wochen

Zitat:
"Der 2017 gegründeten Kohleausstiegs-Allianz gehören bislang 30 nationale Regierungen an, darunter die von Kanada, Großbritannien, Frankreich und Schweden."

Ja - alles Länder, deren Energieversorgung nicht von Kohle abhängt.

Eine ganz tolle Ministerin haben wir da.
Statt Ihre Arbeit zu machen, verschwendet sie ihre Zeit für solche Allianzen und ruiniert fleißig die Energieversorgung Deuschlands.

Ich bin übrigens der Auffassung, dass eine Deutsche Ministerin nicht Deutschland ist.