Alexander Sachartschenko, Anführer der prorussischen Separatisten
Alexander Sachartschenko, Anführer der prorussischen Volksrepublik Donezk, ist tot. Bildrechte: dpa

Alexander Sachartschenko Separatistenchef in der Ostukraine von Bombe getötet

Der Chef der von selbsternannten Volksrepublik Donezk in der Ostukraine ist tot. Nach Angaben der pro-russischen Separatisten starb Alexander Sachartschenko bei einer Bombenexplosion.

Alexander Sachartschenko, Anführer der prorussischen Separatisten
Alexander Sachartschenko, Anführer der prorussischen Volksrepublik Donezk, ist tot. Bildrechte: dpa

In der Ostukraine ist der Chef der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, bei einer Bombenexplosion getötet worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur der Separatisten, DAN, starb Sachartschenko in einem Café im Zentrum von Donezk. Auch die Behörden der international nicht anerkannten Volksrepublik bestätigten den Tod des 42-Jährigen.

Bei der Explosion wurden nach Angaben der Behörden drei weitere Menschen verletzt. Darunter sei auch der Finanzminister der Republik, Alexander Timofejew. Laut einem Sprecher wurden mehrere Personen festgenommen. "Sie werden des Anschlags auf das Oberhaupt der Republik verdächtigt", hieß es.

Moskau verdächtigt die Ukraine

Die prorussischen Separatisten und Russland machten die Ukraine für den Tod Sachartschenkos verantwortlich. "Das ist die nächste Aggression seitens der Ukraine. Donezk wird dieses Verbrechen rächen", sagte der örtliche Parlamentschef Denis Puschilin.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, es gebe jeden Grund anzunehmen, dass die Kiewer Führung hinter dem Mord stehe. Präsident Wladimir Putin würdigte Sachartschenko als "echten Patrioten des Donbass" der seine Heimat verteidigt habe.

Soldaten laufen durch einen Graben.
Beim Krieg in der Ostukraine starben bisher über 10.000 Menschen. Bildrechte: IMAGO

Der ukrainische Geheimdienst SBU wies dagegen jede Verantwortung für den Tod Sachartschenkos zurück. SBU-Sprecherin Jelena Gitljanskaja sagte der Agentur UNN: "Unserer Überzeugung nach ist es das Ergebnis interner Machtkämpfe. Irgendjemand teilt irgendetwas auf."

Auch der US-Sicherheitsexperte Mark Galeotti schloss nicht aus, dass der Separatistenchef Sachartschenko einem Verteilungskampf unter Kriminellen zum Opfer gefallen sein könnte. Genauso könne es ein Anschlag auf Moskauer Befehl hin gewesen sein.

Krieg forderte bereits mehr als 10.000 Tote

Der 42-jährige Sachartschenko hatte die sogenannte Volksrepublik seit August 2014 geführt. Neben der Volksrepublik Donezk besteht im Kohlerevier Donbass noch die selbsternannte Volksrepublik Luhansk. Beide hatten 2014 ihre Abspaltung von der Ukraine erklärt. Russland unterstützt die Separatisten mit einem verdeckten Militäreinsatz. Die Ukraine erkennt die Eigenständigkeit der Gebiete nicht an. In dem Krieg in der Ostukraine sind bereits mehr als 10.000 Menschen getötet worden.

Zwischen den Separatisten und den ukrainischen Regierungstruppen gilt zwar seit Mittwoch ein Waffenstillstand, der aber schon wieder gebrochen worden ist. Eine mit deutscher Beteiligung ausgehandelte Friedenslösung steckt seit Jahren fest.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. August 2018 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2018, 21:43 Uhr