Dopingskandal Russland für vier Jahre für Olympische Spiele und WM gesperrt

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat Russland für vier Jahre von sportlichen Großereignissen wie Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Grund sind manipulierte Daten zu gedopten Sportlern.

Nach dem Skandal um manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Russland für vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ausgeschlossen.

Einspruch möglich

Mit der Entscheidung folgte das Wada-Exekutivkomitee in Lausanne einstimmig einer Empfehlung der unabhängigen Prüfkommission CRC. Russland hat 21 Tage Zeit, Einspruch einzulegen. In diesem Falle würde der Internationale Sportgerichtshof CAS eine Entscheidung fällen.

Sportler dürfen nur als "neutrale" Athleten antreten

Die Sanktionen gegen Russland umfassen einen ganzen Strafenkatalog. So wird die russische Anti-Doping-Agentur Rusada erneut aus der Wada ausgeschlossen. Russland darf zudem keine sportlichen Großereignisse wie Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften ausrichten, beziehungsweise sich nicht einmal dafür bewerben. Russische Sportler dürfen aber unter bestimmten Voraussetzungen als "neutrale" Athleten daran teilnehmen.

Labordaten manipuliert

Ein Schild am Eingang der Russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA.
Die Rusada ist die russische Anti-Doping-Agentur. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Hintergrund ist der Streit um manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor. Die Aushändigung an die Wada war im September 2018 eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Rusada. Mit dem Datensatz sollte das Ausmaß des Dopingskandals belegt und individuelle Verfahren gegen Sportler möglich werden.

Nach dem Bericht der Prüfkommission wurden aber Tausende Daten gelöscht oder manipuliert. Zuletzt war die Rede davon, dass so mindestens 145 Sportler geschützt werden sollten.

Russland schon bei Olympischen Spielen 2018 nicht dabei

Bereits bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 hatte Russland keine eigene Mannschaft stellen dürfen. Letztlich gingen 168 Sportler als "Olympic Athletes from Russia" an den Start.

Nach bisherigem Stand sind nun auch die Olympischen Spiele in Tokio 2020 und Peking 2022 für Russland tabu.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 09. Dezember 2019 | 19:30 Uhr

27 Kommentare

Fritz74 vor 41 Wochen

Jawoll - kein Pardon dieses und auch nicht das nächste und das übernächste und das über-übernächste mal !!!!

Das wäre doch die Lösung überhaupt - Präsident Putin gibt uns sein dritt-heilgstes Pionier-Ehrenwort (Пионерская честь) und die russischen Sport-Komsomolzen müssen dann erst mit 18 die russische Varinate der Doping ...ääh Antidoping-Vorgaben halbwegs nicht einhalten.

Und bis dahin gibt es dann noch eine sich alle 4 Jahre wiederholende ganz doll strenge Androhung einer weiteren sich wiederholenden Bewährungsstraf-Androhung !!!

Das wäre mal so richtig fies von den anderen gegenüber den ach so attraktiven und Welt-Sport-rettenden Russen
...aber mal sowas von richtig fies !

Ну, погоди
...sozusagen ;))

Rennsteiger vor 42 Wochen

Ich halte die ganze Diskussion um Doping aus folgenden Gründen für fragwürdig: Die "Giftmischer" sind den Kontrolleuren zumeist einen Tick voraus. - Warum erwarten wir ausgerechnet von Sportlern eine weiße Weste, wo doch in anderen gesellschaftlichen Bereichen unverhohlen getrickst wird? - Und schließlich, das wichtigste Dopingmittel bleibt unangetastet -das Geld. Gründe, warum ich für einen deutlich liberaleren Umgang mit dieser Problematik bin - kein Pardon jedoch im Kinder- und Jugendsport.

woruemark vor 42 Wochen

Ich bin gespannt, wo demnächst die Tour de France ausgetragen wird. Oder die Tour wird auch gesperrt. Seit Jahrzehnten wird dort gedopt, aber auf den Gedanken kommen diese zu sperren wird wohl nie passieren. Zuviel Kommerz!!!