US-Drohne Global Hawk
Eine US-Drohne vom Typ Global Hawk. Bildrechte: imago images / Kyodo News

Abgeschossene Drohne USA bestreiten Eindringen in iranischen Luftraum

Die USA haben den Abschuss einer Drohne durch den Iran bestätigt. Zugleich widersprach das US-Militär der Behauptung, die Drohne sei über iranisches Gebiet geflogen. US-Präsident Donald Trump sprach von einem "schweren Fehler" des Iran. Dieser wiederum kündigte an, bei den Vereinten Nationen Beweise für die eine US-Spionage vorzulegen.

US-Drohne Global Hawk
Eine US-Drohne vom Typ Global Hawk. Bildrechte: imago images / Kyodo News

Die USA haben den Abschuss einer Aufklärungsdrohne durch den Iran bestätigt. Zugleich widersprach die US-Armee den iranischen Angaben, wonach die Drohne den Luftraum des Irans verletzt habe. "Iranische Berichte, dass dieses Flugzeug über dem Iran abgeschossen wurde, sind kategorisch falsch", sagte der zuständige US-Luftwaffengeneral Joseph Guastella am Donnerstag in einer Telefonschalte mit Journalisten im Pentagon.

Trump: "sehr großer Fehler"

Nach Angaben des US-Miliärs wurde das unbemannte Flugzeug vom Typ "RQ-4A Global Hawk" von einer iranischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen, als es in der Nacht zum Donnerstag über der Straße von Hormus operiert habe. Die Aufklärungsdrohne sei zum Zeitpunkt des Angriffs über der Straße von Hormus in internationalem Luftraum geflogen, erklärte General Guastella. Die Drohne sei rund 34 Kilometer vom nächsten Punkt an der iranischen Küste entfernt gewesen. Nach dem Abschuss sei das unbemannte Flugzeug in internationale Gewässer gestürzt. Der General sprach von einem "unverantwortlichen" Angriff, der auch Zivilisten hätte gefährden können.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter: "Der Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht!" Auf die Frage, ob die USA militärisch zurückschlagen würden, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus außerden: "Das werden Sie bald herausfinden." Trump hielt es aber auch für möglich, dass die Drohne ohne Genehmigung der iranischen Führung abgeschossen worden sei.

Iran will vor UN Beweise vorlegen

Der Iran gab hingegen an, die "Spionage-Drohne" sei am Donnerstag in den iranischen Luftraum in der Provinz Hormusgan eingedrungen. Die Provinz liegt im Süden des Landes und direkt am Persischen Golf. Der Chef der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Hussein Salami, sagte am Donnerstag: "Das war eine klare und konsequente Botschaft an diejenigen, die unsere Grenzen verletzen wollen."

Der Iran kündigte außerdem an, den Vorfall vor den Vereinten Nationen zu behandeln. "Wir werden diese neue Aggression vor die UN bringen und auch beweisen, dass die USA lügen", schrieb Außenminister Mohamed Dschawad Sarif am Donnerstag auf Twitter. Demnach geben die USA den Abschussort falsch an und der Iran werde das in den Vereinten Nationen beweisen. "Wir wollen keinen Krieg, werden aber unseren Luftraum, unser Land und Gewässer emsig verteidigen", sagte der iranische Chefdiplomat.

Spannungen nehmen zu

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten zuletzt erheblich zugenommen. Vergangene Woche waren im Golf von Oman zwei Tanker vermutlich angegriffen worden. Die USA beschuldigten die Revolutionsgarden, der Iran wies den Vorwurf allerdings zurück.

Die Amerikaner waren vergangenes Jahr aus dem Atomabkommen ausgestiegen, auch der Iran droht damit. Eine Reise von Außenminister Heiko Maas hatte kürzlich keine konkreten Ergebnisse erzielt.

Die USA fordern den Iran dazu auf, sein Raketenprogramm aufzugeben und keine regionalen Milizen wie die Huthi-Rebellen im Jemen mehr zu unterstützen. Diese meldeten am Donnerstag, ein Kraftwerk in Saudi-Arabien mit einem Marschflugkörper getroffen zu haben. Saudi-Arabien sagt, es sei eine Entsalzungsanlage getroffen worden. Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben.

Saudi-Arabien warnt vor Eskalation

Angesichts des Drohnen-Abschusses warnte der saudische Staatsminister für Auswärtiges, Adel al-Dschubair, den Iran vor einer Eskalation. Sollte der Iran die Straße von Hormus sperren, werde es eine "sehr, sehr starke" Reaktion geben. Al-Dschubair bekräftigte, sein Land wolle keinen Krieg mit dem Iran. Teheran müsse aber sein aggressives Verhalten ändern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Juni 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2019, 20:16 Uhr