Milliardenschweres Rettungspaket Lufthansa gibt Startrechte und Flugzeuge ab

Weil Konkurrenten der Lufthansa wegen des milliardenschweren Rettungspaket des Bundes Nachteile befürchten, muss die Airline nun Flugzeuge und Landerechte an Wettbewerber abgeben. Das sieht ein Kompromiss zwischen Bundesregierung und EU-Kommission vor, dem auch der Lufthansa-Vorstand in der Nacht zugestimmt hat.

Lufthansa-Maschinen auf Rollfeld
Für das milliadenschwere Rettungspaket des Bundes muss die Lufthansa Flugzeuge und Landerechte abgeben. Bildrechte: imago images / Sven Simon

Bundesregierung und EU-Kommission haben sich Medienberichten zufolge auf ein Rettungspaket für die schwer angeschlagene Lufthansa geeinigt. Demnach soll die Airline Start- und Landerechte abgeben. Das bestätigten alle Beteiligten in der Nacht zu Samstag. Das Bundeswirtschaftsministerium sprach von einem wichtigen Zwischenschritt. Das Rettungspaket des Bundes beinhaltet Finanzhilfen in Höhe von insgesamt neun Milliarden Euro für die Lufthansa, darunter auch eine 20-prozentige staatliche Beteiligung an dem Konzern.  

Abgabe von Flugzeugen und Landerechten

Der Kompromiss sieht vor, dass die Lufthansa insgesamt acht Flugzeuge mitsamt der dazugehörigen 24 Start- und Landerechte an den Flughäfen Frankfurt am Main und München abgeben soll. Zunächst hatte die EU-Kommission die Abgabe von 20 Jets gefordert. Lufthansa hatte dem Handelsblatt-Bericht zufolge die Abgabe von drei Flugzeugen angeboten.

Monopolstellung der Lufthansa befürchtet

Die Lufthansa teilte mit, das der Vorstand des Unternehmens dem Kompromiss zugestimmt habe. Der Aufsichtsrat müsse noch zustimmen. Laut "Handelsblatt" wird am Montag noch der Aufsichtsrat über die Auflagen beraten. Die EU-Kommission und andere Fluggesellschaften hatten vor der Einigung gewarnt, dass das Rettungspaket den Wettbewerb auf deutschen Flughäfen behindere und dort zu einer Monopolstellung der Lufthansa führen könne. Der Chef der irischen Billig-Airline Ryanair, Michael O'Leary, hatte angekündigt, gegen die staatliche Beihilfen vorgehen zu wollen.

EU-Kommission zurückhaltend

Die EU-Kommission hat eine Einigung mit der Bundesregierung über Auflagen für Staatshilfen an die Lufthansa bestätigt. Man nehme die von Deutschland vorgeschlagenen Zusagen zur Sicherung des Wettbewerbs zur Kenntnis, erklärte eine Sprecherin am frühen Samstagmorgen in Brüssel. Die Zusagen der Airline seien zugunsten der Verbraucher und eines wirksamen Wettbewerbs. Eine endgültige Entscheidung der Kommission müsse aber noch erfolgen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Mai 2020 | 04:00 Uhr