Staatschef Milos Zeman und Herausforderer Jiri Drahos
Staatschef Milos Zeman und sein Herausforderer Jiri Drahos treffen in der Stichwahl wieder aufeinander. Bildrechte: dpa

Präsidentschaftswahl in Tschechien Amtsinhaber Zeman verfehlt absolute Mehrheit

Wer wird künftig im Präsidentenpalast in Prag amtieren: Amtsinhaber Zeman oder macht der parteilose Wissenschaftler Jiri Drahos das Rennen? Eine Antwort darauf wird es erst in der Stichwahl in zwei Wochen geben.

Staatschef Milos Zeman und Herausforderer Jiri Drahos
Staatschef Milos Zeman und sein Herausforderer Jiri Drahos treffen in der Stichwahl wieder aufeinander. Bildrechte: dpa

Der tschechische Staatschef Milos Zeman hat die Präsidentschaftswahl gewonnen, aber nicht die nötige absolute Mehrheit erreicht. Der 73-Jährige kam im ersten Wahlgang nach Auszählung aller Stimmen auf 38,57 Prozent. Zeman wird in zwei Wochen in der Stichwahl gegen den parteilosen Wissenschaftler Jiri Drahos antreten, der bei der Wahl mit 26,60 Prozent der Stimmen auf Platz zwei kam.

Weit abgeschlagen blieben hingegen die sieben anderen Kandidaten, die bei der Präsidentschaftswahl mit angetreten waren. Auf Platz drei kam der Diplomat Pavel Fischer mit 10,23 Prozent der Stimmen, gefolgt vom Liedermacher Michael Horacek (9,18 Prozent) und dem Aktivisten Marek Hilser (8,83 Prozent). Tschechiens Ex-Regierungschef Mirek Topolánek erreichte mit 4,30 Prozent der Stimmen lediglich Platz sechs.

Die beiden Kandidaten für die Stichwahl

Amtsinhaber Milos Zeman war als Favorit in die Wahl gegangen. Im Wahlkampf positionierte er sich als Zuwanderungsgegner und Kämpfer für die kleinen Leute. Auch befürwortet er ein Referendum über einen EU-Austritt, würde aber selbst für einen Verbleib in der EU stimmen.

Jiri Drahos
Stimmenstärkster Herausforderer: Jiri Drahos Bildrechte: dpa

Doch könnte sich das Blatt in der Stichwahl noch drehen. Dem 68-jährigen parteilosen Kandidaten Jiri Drahos werden gute Chance ausgerechnet, im zweiten Wahlgang als Sieger hervorzugehen und alle Zeman-Gegner hinter sich zu vereinen. Der Politik-Neuling und frühere Chemieprofessor will nach eigenen Angaben die Spaltung der Gesellschaft überwinden. Drahos befürwortet die EU- und Nato-Mitgliedschaft Tschechiens, lehnt aber wie alle anderen Präsidentschaftskandidaten die EU-Verteilungsquote für Flüchtlinge ab.

Kompetenzen des Präsidenten

Der Präsidentenpalast in Prag
Der Präsidentenpalast in Prag. Bildrechte: dpa

Zur zweitägigen Wahl waren 8,4 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Die Wahlbeteiligung mit 61,90 Prozent lag leicht höher als 2013, als die Tschechen erstmals ihren Präsidenten direkt wählen konnten. Auch damals war eine Stichwahl vonnöten, bei der sich Zeman im zweiten Wahlgang gegen den einstigen Außenminister Karel Schwarzenberg mit 54,80 Prozent der Stimmen durchsetzen konnte.

Der tschechische Präsident nimmt vornehmlich repräsentative Aufgaben wahr. Er ernennt die Verfassungsrichter und spielt eine Rolle bei der Regierungsbildung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 13. Januar 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2018, 19:21 Uhr

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1 Kommentar

13.01.2018 17:39 Dampflok1989 1

Das ganze (!) tschechische Volk kann sich seinen Präsidenten selbst wählen, davon können wir uns eine Scheibe abschneiden. Das ist Demokratie!!