Ein Fahrradfahrer fährt während einer Demonstration des neuen Abbiegeassistenten neben einem Lastwagen.
Abbiegeassistenten sollen verhindern, dass Radfahrer im toten Winkel übersehen werden. Bildrechte: dpa

Spurhalte-, Notbrems- und Abbiegeassistenten EU einigt sich auf Einführung von Sicherheitsassistenten in Fahrzeugen

Mit Spurhalte-, Notbrems- und Abbiegeassistenten will die EU den Verkehr auf Europas Straßen sicherer machen. Die ersten Systeme sollen ab 2022 verbindlich in neu konstruierten Fahrzeugtypen eingebaut werden.

Ein Fahrradfahrer fährt während einer Demonstration des neuen Abbiegeassistenten neben einem Lastwagen.
Abbiegeassistenten sollen verhindern, dass Radfahrer im toten Winkel übersehen werden. Bildrechte: dpa

Der Straßenverkehr soll in der Europäischen Union künftig noch sicherer werden. Das Europa-Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten einigten sich am Dienstag darauf, den Herstellern von Autos und Lastkraftwagen den Einbau bestimmter Verkehrssicherheitssysteme vorzuschreiben.

Demnach müssen neu entworfene Fahrzeugtypen bereits ab 2022 mit Spurhalteassistenten und erweiterten Notbremsassistenten ausgestattet werden. Ab 2024 müssen sogar sämtliche Neuwagen mit diesen Technologien ausgerüstet sein.

Abbiegeassistenten bei Lkw und Bussen

Für Lkw und Busse werden zudem Abbiegeassistenten Pflicht. Die Assistenzsysteme sollen Fußgänger und Radfahrer im toten Winkel erkennen und den Fahrer warnen, beziehungsweise das Fahrzeug abbremsen.

Obwohl die Technik bereits seit Jahren existiert und seit 2012 über eine Pflicht diskutiert wird, ist die Verbreitung von Abbiegeassistenten bis dato gering. In Deutschland hat die Bundesregierung bereits ein Förderprogramm für die Ausrüstung von Lastwagen mit diesen Systemen aufgelegt.

Vergleich mit Einführung der Sicherheitsgurte

Mit dem verpflichtenden Einbau der genannten Verkehrssicherheitssysteme lässt sich nach Auffassung von EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska eine ähnlich große Wirkung erzielen wie mit der Einführung der ersten Sicherheitsgurte in den 1970er-Jahren.

Der EU-Kommission geht es neben einer verbesserten Sicherheit auch darum, durch die Einführung der neuen Assistenzsysteme "den Weg für die vernetzte und automatisierte Mobilität der Zukunft" zu ebnen. Die Fahrer würden sich so allmählich an Fahrerassistenzsysteme gewöhnen, was zu mehr Akzeptanz automatisierter Fahrzeuge führen werde, erklärte die Behörde.

Die in Brüssel erzielte Einigung der Unterhändler von EU-Kommission und Mitgliedsstaaten muss noch vom Europäischen Parlament und dem Europa-Rat förmlich angenommen werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. März 2019 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 16:15 Uhr

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12 Kommentare

27.03.2019 09:03 Kiel_oben 12

Tolle Sache für Gesundheit, Sicherheit und wenn "nebenbei" weniger Autos rollen wäre das eine SUPERSACHE
Langfristig sollten LKW's radikal dezimiert und Verkehr innerorts elektrifiziert werden.

27.03.2019 06:22 Rolle 11

Die Autos werden dadurch teurer. Je mehr Technik und anderen elektrischen Hilfsmitteln im Auto braucht es Fahrer die damit umgehen können.? Da gibt es bestimmt bald eine Diskussion über ein Verbot für Fahrer ab 60 Jahren. ?
Da es demnächst ja Elektroautos gibt, geht natürlich die Akkuleistung ( Reichweite ) nach unten.
Wir dürfen auch eins nicht vergessen.........wir werden dann schon bald überwacht, wie wir fahren und wohin wir fahren. Es sollen ja noch sogenannte Blackboxen eingebaut werden. So ist der Plan der EU. Erich Mielke hätte sich gefreut über diese Technik.

27.03.2019 05:16 maheba 10

Solange 40-Tonner und Riesenbusse in den Innenstädten rumfahren - selbst erlebt bei der Anlieferung eines Paketes im Wohngebiet - sind Unfälle vorprogrammiert.
Assistenten könnten Abhilfe bringen, sind aber nicht das Mittel der ersten Wahl.

26.03.2019 20:40 frank d 9

Während der französischen Revolution wurde ein Gerät entwickelt um Verantwortungsträger zu selbiger zu ziehen ohne das Pensionsversprechen zu brechen. sollten ich unsere Helden der Verbalmoral mal ansehen im Museum sie haben also wieder etwas verteuert! Natürlich zahlen das alle Bürger über die Preise wie immer wenn die Moraliker was auch immer besser machen. Die
"persönliche Anerkennung" eh Provision kommt vom Hersteller der Warner schon klar bald kommen gar keine LKWs mehr mit irgendwas weil die auch mit Diesel fahren Dann muss die 6. Bundestags Vieze Vorsitzende selber mit Dem Flieger nach Bangladesch um ihre Bunten Decken zu holen. Sicher kommen die anderen Klimaaktivistinnen aus der Partei alle mit um mal zu schauen was das Klima dort macht.
Toller Bericht. Gratulation

26.03.2019 20:29 horst 8

@ Sonja: "die sind doch nicht mehr normal im Kopf 2022". In der EU sind 2,5 Mio. LKW zugelassen. Sie hätten das wahrschienlich in zwei Monaten hinbekommen.

@optinator: "Wer kann sich da noch ein Auto leisten " Es geht um LKW, wollen Sie sich einen LKW kaufen?

26.03.2019 19:09 Gerd Müller 7

SUPER EU kann wenn sie will und hat für jeden [fast] Verständnis ^^
@Sonja 2 > Alles braucht seine Zeit (wenn es gelingen soll). · Gut Ding will Weile haben. (Sprichwort) · Kommt Zeit, kommt Rat. (Sprichwort) · (only) time will tell (Spruch, engl.) · warten wir's ab · (etwas) wird sich zeigen · man wird sehen (ugs.) <
OK 2022 bzw. 2024 bis dahin stirbt noch so mancher Wurm am Glyphosat und Radler trinken weniger.
Dafür kommt Upload-Filter zeitnah eher ^^ Sommerzeit war schon in den 1980 Jahren umstritten - was passiert wenn wir mit Spanien und Italien Normalzeit, Holland, Polen, Frankreich und die Ösi's aber Sommerzeit beschließen? Muss dann LKW Fahrerin auf der Ost-West Route ständig an der Uhr drehen?

26.03.2019 18:36 Johny 6

Wer keine Spur halten kann, besoffen/ bekifft fährt, halb blind ist, brässig reagiert, sich leicht ablenken läßt und Gefahren nicht einschätzen kann, der sollte erst gar kein Fahrzeug führen dürfen. So was mit Elektronik auszugleichen, nur weil die Industrie neue Absatzfelder braucht, ist fahrlässig. Außerdem lenken die ständigen Warn- und Hinweise auf dem Touchscreen vom Verkehrsgeschehen genau so ab, wie beim Handy und das ist eigenartigerweise verboten. Ich schalte heute schon alles ab was geht. Mein nächstes Auto wird eines mit möglichst wenig Elektronik sein.

26.03.2019 18:03 Hans 5

Wollt Ihr das Euch total entmündigende Auto? Jaaa, schreit die EU!!! Ich würde es hingegen eher machen wie Optinator.

26.03.2019 17:45 nasowasaberauch 4

Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Abbiegeassistent und erforderlich wäre auch ein ACC für LKW mit einer Anzeige für den Überholvorgang, wenn der Geschwindigkeitsüberschuss real min.
5 km/h beträgt. Und bitte alles nicht abschaltbar, sonst kann man es auch weglassen.

26.03.2019 17:45 REXt 3

Wow, die EU hat sich auf das Jahr2022 geeinigt? Nach wievielten Jahren? Tolle Leistung, die vergoldet, bezahlt wird. Bei krummen Gurken, Staubsaugern, Glühlampen ging das schneller. Wer sich so eine Apparatschik Behörde leistet, hat entweder zu viel Geld o. Größenwahnsinnig!