Eine britische Fahne weht vor dem berühmten Uhrturm Big Ben.
Die EU-Abgeordneten stellten sich am Mittwoch mit einer breiten Mehrheit hinter eine Beibehaltung der Auffanglösung für Nordirland. Bildrechte: dpa

EU-Austritt Juncker befürchtet Chaos-Brexit

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker warnt eindringlich vor einem Chaos-Brexit. Angela Merkel hingegegen sieht einen geordneten Brexit nicht in Gefahr und setzt nach dem EU-Ausstieg auf ein "gutes Freihandelsabkommen" mit Großbritannien.

Eine britische Fahne weht vor dem berühmten Uhrturm Big Ben.
Die EU-Abgeordneten stellten sich am Mittwoch mit einer breiten Mehrheit hinter eine Beibehaltung der Auffanglösung für Nordirland. Bildrechte: dpa

Angesichts der bislang erfolglosen Verhandlungen über ein Austrittsabkommen der EU mit Großbritannien hat das EU-Parlament mit Blick auf den Brexit Einigkeit demonstriert. Die Abgeordneten stellten sich am Mittwoch in Straßburg mit einer breiten Mehrheit von 544 zu 126 Stimmen hinter eine Beibehaltung der Auffanglösung für Nordirland und lehnten eine bedingungslose Verschiebung des Brexit-Datums ab.

Juncker warnt vor folgenreichem EU-Ausstieg

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnte unterdessen erneut vor einem folgenreichen Brexit ohne Abkommen.

Das Risiko eines No-Deal ist sehr real.

Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionspräsident

Brexit-Unterhändler Michel Barnier mahnte zudem, die Auswirkungen eines No-Deal-Brexit seien "bedeutend" und würden allgemein "unterschätzt". Großbritannien tritt nach bisherigem Stand am 31. Oktober aus der Europäischen Union aus. Entgegen dem Willen des britischen Parlaments will Premierminister Boris Johnson auch ohne Abkommen an diesem Datum festhalten.

Bisher keine Lösung der Nordirland-Frage

Die Regierung in London fordert für ein Abkommen vor allem eine Rücknahme des sogenannten Backstop für Nordirland. Diese Regelung sieht vor, dass Großbritannien erst einmal in einer Zollunion mit der EU bleibt, um eine harte Grenze auf der irischen Insel zu verhindern. Solange Johnson keine Alternativen für diese Auffanglösung vorschlage, könne von Fortschritt bei den Verhandlungen keine Rede sein, sagte Kommissionspräsident Juncker.

Merkel glaubt an geordneten Brexit

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt nach dem Brexit auf ein "gutes Freihandelsabkommen" mit Großbritannien. Deutschland wolle "in Freundschaft mit Großbritannien verbunden sein", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

Ich sehe das Ziel eines geordneten Brexit nicht als gefährdet an.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Dennoch sei Deutschland auf einen ungeordneten Brexit vorbereitet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2019 | 20:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 21:42 Uhr