Besseres Wasser EU-Parlament will neue Trinkwasser-Regeln

Trinkwasser soll in Europa besser werden und für alle Bürger verfügbar sein. Das EU-Parlament sprach sich unter anderem für schärfere Schadstoff-Grenzwerte aus. In Restaurants soll zudem Leitungswasser möglichst kostenlos abgegeben werden. Nun muss das Parlament allerdings mit den EU-Mitgliedern und der EU-Kommission verhandeln.

Das Trinkwasser soll in Europa noch sauberer werden. Außerdem soll es für alle Europäer verfügbar sein. Das sieht der Entwurf für eine Richtlinie vor, den das Europaparlament verabschiedet hat.

Niedrigere Grenzwerte für Schadstoffe

  • Der Entwurf sieht vor, dass die neuen Grenzwerte für Schadstoffe an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. So soll etwa der zulässige Höchstwert für Blei um die Hälfte reduziert werden.

  • Gesenkt werden sollen auch die Höchstwerte für schädliche Bakterien oder bestimmte Stoffe, die als möglicherweise krebserregend oder hormonverändernd eingestuft werden.

  • Höchstwerte für Arzneimittel oder Mikroplastik im Trinkwasser sind allerdings nicht vorgesehen. Die EU-Kommission wird aber aufgefordert, den Gehalt dieser Stoffe im Leitungswasser zu überwachen. In einem späteren Bericht sollen dann auch mögliche gesundheitsschädliche Wirkungen aufgeführt sein.

Leichterer Zugang zu Trinkwasser

  • Die Pläne des Europaparlaments sehen auch vor, dass der Zugang zu sauberem Leitungswasser erleichtert wird. Die Parlamentarier schlagen unter anderem frei zugängliche Trinkwasserbrunnen in Kommunen sowie in öffentlichen Gebäuden vor.

  • Außerdem regen sie an, dass Leitungswasser in Restaurants und Kantinen kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr bereitgestellt wird. Die Forderung von Linken und Grünen, die EU-Staaten zu diesen Maßnahmen zu verpflichten, scheiterte am Widerstand von Konservativen und Liberalen.

Verhandlungen auf europäischer Ebene

Mit der Verabschiedung der Trinkwasser-Regeln durch das Europaparlament können nun die Verhandlungen zwischen Parlament, den EU-Staaten und der Kommission beginnen.

Die EU-Kommission hatte bereits im Februar ihre Vorschläge vorgestellt. Neue Bauvorschriften sollen Schadstoffe aus Leitungen weiter zurückdrängen. Die Versorger sollen Informationen zur Wasserqualität vor Ort leicht zugänglich machen. Benachteiligte und arme Menschen wie zum Beispiel Roma sollen einfacher an Trinkwasser kommen.

Richtlinien von 1998 sollen ersetzt werden

Die neuen EU-Trinkwasservorschriften sollen eine Richtlinie aus dem Jahr 1998 nachbessern. Sie sollen unter anderem die jüngsten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation berücksichtigen.

Außerdem soll damit der Europäischen Bürgerinitiative "Right2Water" Rechnung getragen werden, die von 1,9 Millionen Bürgern - unter ihnen mehr als eine Million Deutsche - unterzeichnet wurde. Sie forderten für alle EU-Bürger Zugang zu sauberem Leitungswasser.

Wasser aus der Leitung statt aus der Plastikflasche

Ziel der Neuregelung ist es auch, das Vertrauen der Bürger in Leitungswasser zu verbessern. Europäer sollen mehr Wasser aus dem Hahn und weniger aus Plastikflaschen trinken, um die Müllmassen einzudämmen.

Trinkwasser in Europa meist sehr gut

Nach Angaben der EU-Kommission ist in Deutschland und der EU die Qualität des Leitungswassers überwiegend sehr gut. Von 2011 bis 2013 fiel nur Ungarn bei der Einhaltung der Grenzwerte bestimmter Chemikalien etwas aus dem Rahmen. Bei Mikroorganismen erreichten alle Mitgliedsländer weitgehend die Zielvorgaben.

Eine Million Europäer ohne Trinkwasser

Nach Angaben der Bürgerinitiative "Right2Water" haben allerdings etwa eine Million Menschen in der EU keinen Zugang zu Trinkwasser. Bis zu acht Millionen stehen keine sanitären Anlagen zur Verfügung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Oktober 2018 | 10:24 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2018, 18:47 Uhr

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12 Kommentare

25.10.2018 08:53 Bernd Müller 12

Was könnte man sooooo viele Plastikflaschen einsparen, die nach einem Mal benutzen geschreddert werden, wenn man ganz einfach wieder Glasflaschen benutzen würde.......
Die Idee ist wohl zu einfach....

24.10.2018 23:19 NRW-18 11

@ 10 Blumenfreund
Bei mir ist der Nikken-PiMag-Filter im Einsatz.
Es gibt auch sehr günstige Filter im Handel, die aber zur Verkeimung neigen und damit schaden können.

24.10.2018 09:42 Blumenfreund 10

@NRW-18,
darf man fragen was Sie für einen Filter benutzen.
Ich nehme einen Katadyn Wasserfilter.

24.10.2018 08:31 Ekkehard Kohfeld 9

@ {KlausPeterWessi} 4
Mal nachdenken, der Gast geht nicht wegen des Wassers in eine Gaststätte.
Allerdings hat der Kneiper, der Wasser aus der Leitung kostenlos zum Essen anbietet, einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber seinem Nachbarn, der dafür 3 Euro die Flasche verlangt.##Ach im ersten Satz schreiben sie der geht da nicht wegen Wasser rein im nächsten hat der Wirt einen Wettbewerbsvorteil durch Wasse.Ja was den nun hü oder hot?Wissen sie eigentlich selber noch was sie für ein durcheinander schreiben?

24.10.2018 05:13 Max 8

Der nächste Vorwand, Wasser unbezahlbar zu machen, damit sich Konzerne weiter Bereichern können. Die 50 Kubikmeter im Jahr, welche ich zum Waschen, Gießen und für die Toilette benötige, müssen keinen derartigen Normen entsprechen. Für die 2-3 Liter Trinkwasser täglich habe ich wie NRW-18 einen Wasserfilter, der mir wirklich reines Wasser zur Verfügung stellt.

23.10.2018 22:09 Blumenfreund 7

Höchstwerte für Arzneimittel oder Mikroplastik im Trinkwasser sind allerdings nicht vorgesehen.
Das sagt doch wohl alles.
Das Ganze ist ein großer Rückschschritt !!
Willkommen im Mittelalter.

23.10.2018 21:17 Lisa 6

@Peter 4

Sie begreifen es einfach nicht, oder?

und für die KlausPeterWessis,

die sowieso was verköstigen und für 20, 30, ... Euro was isst, der ist doch nicht gemeint.

Gemeint sind die KlausPeterWessis die "nur" mal Wasser serviert wollen, kostenlos und zahlenden Gästen die Plätze wegnehmen.

Ihr und eure Mitnahmementalität!

übrigens: ich bin sicher sie haben das schon richtig gelesen und wollen nur bissl sticheln. ;-)
und da bin ich gern bereit den Ball aufzunehmen. ;-)

23.10.2018 20:42 NRW-18 5

Niemals würde ich mich auf die Qualität des Wassers verlassen, wie es aus dem Hahn kommt. Warum nicht?
1. Es gibt sehr viele Substanzen, für es gar keine Grenzwerte gibt. Dann muss man sie auch nicht dokumentieren und einhalten.
2. Die Werte des Wassers werden dort ermittelt, wo sie ins Rohrnetz eingespeist werden. Was passiert von dort bis zum Wasserhahn?
3. In der Wasseranalyse meiner Stadtwerke ist weder Aluminium, Barium noch Strontium aufgeführt. Gerade Aluminium ist als Demenzauslöser bekannt.

Aus den genannten Gründen filtere ich mein Wasser schon seit vielen Jahren und trinke es fast ausschließlich. Das ist für mich die Alternative, da ich Wasser aus Plastikflaschen nicht mag. Ab und zu kaufe ich mal Glasflaschen im Kasten für unterwegs oder auch mal Wasser, welches nach dem Reinheitsgebot von 1516 bearbeitet wurde. :-)

23.10.2018 20:31 Peter 4

@1 Lisa: Mal nachdenken, der Gast geht nicht wegen des Wassers in eine Gaststätte.
Allerdings hat der Kneiper, der Wasser aus der Leitung kostenlos zum Essen anbietet, einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber seinem Nachbarn, der dafür 3 Euro die Flasche verlangt.

23.10.2018 19:58 Querdenker 3

Wir haben schon tausende Tonnen Uran auf unsere Felder aufgebracht. Weil denen das einfach zu teuer ist, das Uran aus dem Dünger zu entfernen und Politiker nicht handeln. Am Ende landet das Uran im Trinkwasser.

siehe „ndr 45 Min Gefährliches Trinkwasser“

siehe „foodwatch Trinkwasser mit Uran belastet 8.200 Messwerte veröffentlicht“

siehe „zeit Wie giftiges Uran in die Kartoffeln kommt“

Mineralwasser mit geringem Urangehalt erkennt man übrigens daran, dass es gekennzeichnet ist mit „Für Babynahrung geeignet“ (siehe „fr Uran Mineralwasser für Babys ungeeignet“).