Blick auf die Krim Brücke
Seit Mai 2018 wird die Krim-Brücke für den Verkehr genutzt. Bildrechte: Infozentr Krymskii Most

Baufirmen betroffen EU-Sanktionen wegen Krim-Brücke

Im Mai hatte Kremlchef Wladimir Putin die Krimbrücke persönlich für den Autoverkehr frei gegeben. Für Moskau ist der Übergamg strategisch wichtig. Die EU sanktioniert nun die Firmen, die am Brrückenbau beteiligt waren.

Blick auf die Krim Brücke
Seit Mai 2018 wird die Krim-Brücke für den Verkehr genutzt. Bildrechte: Infozentr Krymskii Most

Die EU hat Sanktionen gegen russische Firmen verhängt, die am Bau der Brücke von Russland auf die Halbinsel Krim beteiligt waren. Von der Vertretung der EU-Mitgliedsstaaten hieß es am Dienstag in Brüssel, man habe die Vermögen der sechs beteiligten Firmen und Organisationen in der EU eingefroren. Durch den Bau der Brücke hätten die Firmen dazu beigetragen, Russlands Kontrolle über die illegal annektierte Halbinsel Krim zu festigen.

Reaktionen auf EU-Entscheidung

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko begrüßte auf Facebook den EU-Schritt. Litauens Außenminister Linas Linkevicius schrieb auf Twitter, das sei ein richtiger Schritt zur richtigen Zeit in die richtige Richtung. Russland verurteilte hingegen die Entscheidung als "subversive Politik gegen die Bewohner der Krim". Zu den von den EU-Sanktionen betroffenen Unternehmen gehören Planungs-, Bau- und Wartungsfirmen. Drei von ihnen gehören dem Milliardär Arkadi Rotenberg, der als Vertrauter des Kremlchefs Wladimir Putin gilt.  

Westen erkennt Krim-Übernahme nicht an

Gut vier Jahre nach der Annexion der Krim hatte Russland im Mai eine rund 19 Kilometer lange Brücke gebaut, die die Halbinsel mit dem russischen Festland verbindet. Es ist die erste direkte Landverbindung zur Krim, die für den Kreml strategisch sehr wichtig ist. Russland hatte die Halbinsel im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum ins eigene Staatsgebiet aufgenommen.

Die Regierung in Kiew und Regierungen in Westeuropa sprechen von einer völkerrechtswidrigen Annexion und sehen die Krim weiterhin nicht als Teil Russlands an. Die EU und die USA verhängten nach der Annexion Sanktionen gegen Moskau.

Osteuropa

Bilder der umstrittenen Krimbrücke


Russland´s Präsident Vladimir Putin am Steuer eines LKW auf der Kerch Strait Bridge, die die Krim und Russland verbinden wird.
Russland hat heute feierlich seine umstrittene Brücke zur Krim eröffnet. Zunächst für den LKW-Verkehr. Präsident Putin ließ es sich nicht nehmen, als erster über die Brücke zu fahren. In einem orangefarbenen LKW. Ihm folgte ein Lastwagenkonvoi. Ab 16. Mais sollen Autofahrer die Straße nutzen können, die Zugstrecke soll kommendes Jahr freigegeben werden. Bildrechte: IMAGO
Russland´s Präsident Vladimir Putin am Steuer eines LKW auf der Kerch Strait Bridge, die die Krim und Russland verbinden wird.
Russland hat heute feierlich seine umstrittene Brücke zur Krim eröffnet. Zunächst für den LKW-Verkehr. Präsident Putin ließ es sich nicht nehmen, als erster über die Brücke zu fahren. In einem orangefarbenen LKW. Ihm folgte ein Lastwagenkonvoi. Ab 16. Mais sollen Autofahrer die Straße nutzen können, die Zugstrecke soll kommendes Jahr freigegeben werden. Bildrechte: IMAGO
Blick auf die Krim Brücke
Die Brücke ist eine wichtige Verbindung, denn nach der Annexion der Halbinsel 2014 führt der einzige Landweg zur Krim durch die Ukraine. Und der ist Russland versperrt.
Etwa 19 Kilometer ist die neue Brücke lang - und damit die längste Brücke in Europa. Den bisherigen Längenrekord hielt die Brücke "Ponte Vasco da Gama" in Portugal mit gut 17 Kilometern.
Bildrechte: Infozentr Krymskii Most
Blick auf die Krim Brücke
Die russische Brücke führt über die Meerenge von Kertsch im Schwarzen Meer und verbindet Russland mit der Krim. Russland beansprucht die Halbinsel seit gut vier Jahren für sich. Die internationale Staatengemeinschaft erkennt das nicht an. Bildrechte: Infozentr Krymskii Most
Bau einer Brücke
2016 begannen die Bauarbeiten an der Brücke; mehr als 10.000 Arbeiter schufteten laut russischem Staatsfernsehen "rund um die Uhr". Geschätzt mehr als vier Milliarden Euro wird der symbolträchtige Brückenschlag umgerechnet kosten. Ganz fertig ist sie jedoch noch nicht. Die parallel zur Fahrzeugtrasse verlaufende Brücke für den Zugverkehr wird erst Ende kommenden Jahres eingeweiht. Bildrechte: dpa
Krim
Arbeiten in luftiger Höhe: 35 Meter über dem Meeresspiegel "schweben" die beiden Stahlbögen, die den Straßen- und Schienenverkehr über den Schiffsverkehr in der Meerenge von Kertsch hinwegheben. Bildrechte: dpa
Vladimir Putin unterhält sich mit mehreren Arbeitern.
Kremlchef Putin inspizierte im März die Bauarbeiten am Jahrhundertprojekt und meinte, es sei  wünschenswert, wenn die Leute schon zur Sommersaison über die Brücke fahren könnten. Die ursprüngliche Eröffnung war für Dezember geplant. Nun ist die Brücke seit Mai für den Autoverkehr freigegeben. Bildrechte: dpa
Krim
Segen von "ganz oben" bekam die Brücke auf die Krim schon im vergangenen Herbst, auf dass das Bauwerk erfolgreich zu Ende geführt werden möge. Die Orthodoxe Kirche spielt in Putins Russland eine staatstragende Rolle. Bildrechte: IMAGO
Vermummter Soldat
2014 hatten Truppen ohne Hoheitsabzeichen strategisch wichtige Punkte auf der Krim besetzt. Wenige Wochen später gliederte Russland – nach einem fragwürdigen Referendum unter der Krimbevölkerung – die Halbinsel in die Russische Föderation ein. Präsident Putin gab später im russischen Staatsfernsehen zu, dass die im Volksmund sogenannten "grünen Männchen" ohne Hoheitsabzeichen tatsächlich russische Soldaten gewesen sind. Bildrechte: dpa
Krim
"Zwei Küsten – eine Geschichte", unter diesem Titel zeigt noch bis Juni 2018 eine Ausstellung in Russland Fundstücke, die Taucher vom Grund der Meeresenge von Kertsch geborgen hatten, bevor die Bauarbeiten an der Brücke begannen. Der Titel scheint Programm - und unterstreicht den russischen Anspruch auf die ukrainische Halbinsel Krim noch einmal. Bildrechte: dpa
Krim
Geborgen wurde auch dieses sowjetische Kampfflugzeug, das mutmaßlich 1943 über der Meerenge von Kertsch abgestürzt war. Die Region war im Zweiten Weltkrieg zwischen Hitler-Deutschland und der Sowjetunion schwer umkämpft. Bildrechte: IMAGO
Krim Malbuch
Schon die Kleinen sollen für die neue Brücke auf die Krim begeistert werden: Auf der Homepage des Projekts gibt es neben 360-Grad-Ansichten, Videos und Fotos auch ein Malbuch zum Herunterladen mit Motiven rund ums Brückenbauen am Meer. (Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im TV, am 17.03.2017, 17:45 Uhr.) Bildrechte: Infozentr Krymskii Most
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Osteuropa

Blick auf die Krim Brücke
Russland eröffnet heute feierlich seine Brücke zur Krim. Eine wichtige Verbindung, denn nach der Annexion der Halbinsel 2014 führt der einzige Landweg zur Krim durch die Ukraine. Und der ist Russland versperrt.
Etwa 19 Kilometer ist die neue Brücke lang - und damit die längste Brücke in Europa. Den bisherigen Längenrekord hielt die Brücke "Ponte Vasco da Gama" in Portugal mit gut 17 Kilometern.
Bildrechte: Infozentr Krymskii Most

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Mai 2018 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2018, 08:37 Uhr

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33 Kommentare

02.08.2018 20:59 Ex - Thüringerin 33

Ach was - @32. Dieter - ich bin besser als Politbüro, JW und ND zusammen... - @31. karstde - da haben die Kaliningrader ja noch mal Glück gehabt, dass die deutsche Demokratie das Freikaufs-Angebot einer kommunistischen Diktatur nicht angenommen hat.

[Liebe User, bitte bleiben Sie beim Thema. Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html ) nicht freigegeben. Ihre MDR.de-Redaktion]

02.08.2018 18:31 Dieter 32

Ex-Thüringerin 28:
Ihre Vorwürfe zur Geschichtsfälschung sind seltsam. Ich habe hier im Forum schon viele Beiträge von Ihnen gelesen, die in Sachen Wahrheit und Realität jeden Parteisekretär der Ex-DDR in den Schatten gestellt hatten. Das wurd nur von der Jungen Welt oder dem Neuen Deutschland überboten.

[Liebe User, bitte bleiben Sie beim Thema. Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html ) nicht freigegeben. Ihre MDR.de-Redaktion]

02.08.2018 18:00 karstde 31

@ Freiheitsliebender 29: Wussten Sie, dass Russland 1990 Königsberg/Ostpreußen an Deutschland zurückgeben wollte? Und Bernd (24) hat vollkommen recht. Wo liegt bei Ihnen das Problem?

02.08.2018 17:47 jochen 30

29 # Die Nato-Annexion des Kosovo - wer hat eigentlich die Aggressoren damals bestraft ?
Das wäre doch ein Thema für Sie - oder etwa nicht ?

02.08.2018 17:24 Freiheitsliebender 29

Da seid Ihr russlanddeutschen Putinversteher und Ihr AFD- und Linkspartei-Fans mal wieder so richtig eins: Merkel ist böse, russische Krim ist geil! Für solche regierungsunfreundlichen Meinungsäußerungen würdet ihr in Russland entweder schikaniert, erschossen oder ins Arbeitslager kommen. In Deutschland aber darf locker und frei rumgemotzt und russisch gelogen werden. Wegen, ja genau, wegen des ach so lächerlichen deutschen Rechtsstaates und der damit verbundenen individuellen Freiheit. Habt ihr eigentlich eine Idee, wie lange Königsberg deutsch war, bevor die Einwohner vertrieben und Russen angesiedelt wurden? Länger als Russland die Krimtartaren Ihrer Freiheit beraubt hat! Und gibt der gerechte Putin deshalb Kaliningrad an seine "Ureinwohner" zurück? Dass die Krim jetzt russisch bleibt, weiß jeder, auch die Ukraine. Aber wozu sollen wir diese Annexion ungestraft durchgehenlassen. Damit die Russen noch Odessa, Transnistrien usw. annektieren?

02.08.2018 15:12 Ex - Thüringerin 28

Stimmt - @27. Marko Fr. - Geschichtsklitterung ist ja eher die Kernkompetenz der AfD - siehe Gaulands "pflichtbewußte Wehrmachtssoldaten" und neuerdings Steinkes "von Stauffenberg = Verräter"-Zitat - was die Krim betrifft: "legitimiertes" Unrecht ist und bleibt eine Mogelpackung.

02.08.2018 12:21 Marko Fr. 27

@23,
es ist schon reichlich geschichtsklitternd, eine Parallele zu ziehen zwischen dem Beginn des deutschen faschistischen Vernichtungsfeldzugs und einer unblutigen Sezession nach Referendum... Naivität, Unwissenheit oder böser Wille?

02.08.2018 08:33 Werner 26

Irgendeinen Grund muss es haben, dass der Verfasser der Überschrift, unbewusst eine Assoziation aus dem Unterbewusstsein, mit der besonderen Aussprache eines Buchstabens hergestellt hat. Damit liegt der Autor in Bezug auf das, was man "EU" nennt, goldrichtig.

01.08.2018 16:58 Wolfgang Nawalny 25

@Ex-Thüringerin - Von welcher Rechtssicherheit schreiben Sie denn hier eigentlich?

Meinen Sie die sogenannte "deutsche Rechtsstaatlichkeit" ist für die Krim eher anzuwenden als die dortige ausgeführte Bevölkerungsbefragung?

Für mich ist die Antwort auf diese Frage viel wichtiger und menschenwürdiger. Wo geht es der ganz normalen Bevölkerung besser?
Ukraine
Ost-Ukraine
Krim

01.08.2018 15:59 Bernd 24

Es ist schon komisch, 300 Jahre gehoerte die Krim zu Russland bzw. der RFSSR. Dann schlaegt Chrustschow mit einem Handstreich die Insel trotz Protesten der Ukraine zu. Komisch dass hier keine westeuropaeische Regierung protestiert. Heisst ein KPDSU Schef bastelt sich die Welt wie er wollte und Wersteuropa legitimiert das Ganze obwohl auf der Krim mehrheitlich Russen wohnen. Ich frage mich - Warum?