Abfall: Einwegbecher und Plastikgeschirr
EU will den Plastikmüll drastisch reduzieren. Bildrechte: imago/Peter Sandbiller

Einigung in Brüssel EU zieht Einweg-Plastik aus dem Verkehr

Das EU-Verbot von Plastiktellern, Trinkhalmen und anderen Wegwerfprodukten aus Kunststoff ist perfekt. Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten einigten sich auf die Einzelheiten. Auch Raucher sind betroffen.

Abfall: Einwegbecher und Plastikgeschirr
EU will den Plastikmüll drastisch reduzieren. Bildrechte: imago/Peter Sandbiller

Die EU verbietet Plastikteller, Trinkhalme und andere Wegwerfprodukte aus Kunststoff. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich nach Angaben der österreichischen Ratspräsidentschaft am Mittwoch in Brüssel auf die Einzelheiten. Das Verbot soll dazu beitragen, die Massen von Plastikmüll in der Umwelt und den Weltmeeren einzudämmen.

Die EU-Kommission hatte im Mai vorgeschlagen, die Menge an Einweg-Plastikgeschirr, Lebensmittel-Verpackungen und Trinkbechern einzudämmen. EU-Parlament und Länder setzten noch einige Änderungen am Plan durch. Nun müssen sie den Deal der Unterhändler noch offiziell bestätigen. In Kraft treten werden die Änderungen voraussichtlich in gut zwei Jahren.

CO2 und Plastikmüll in Meeren reduzieren

Die Maßnahmen sollen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, hieß es in Brüssel. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen. Die Kommission begründet den Vorstoß vor allem mit dem Schutz der Ozeane. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren sei Plastikmüll.

Kunststoffbranche alarmiert

Das Plastikverbot dürfte beinahe jeden EU-Bürger treffen. Verboten werden sollen vorerst aber nur Gegenstände, für die es bessere Alternativen gibt. Betroffen ist auch die Kunststoffbranche, die nach Behördenangaben 2015 einen Umsatz von 340 Milliarden Euro machte und 1,5 Millionen Menschen beschäftigte.

Teil der neuen Strategie ist die Beteiligung von Herstellern an den Kosten zur Beseitigung von Umweltverschmutzung. So soll etwa die Tabakindustrie künftig für das Einsammeln von Zigarettenstummeln an Stränden oder in Parks zahlen.

Wer Wegwerfartikel wie Zigaretten herstellt, wird künftig mehr Verantwortung für den Müll übernehmen müssen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Dezember 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2018, 08:01 Uhr

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28 Kommentare

21.12.2018 09:57 Ekkehard Kohfeld 28

@ Micha 24

@Uwe (15):
1. kann man Joghurt auch im Glas kaufen
2. sollen nicht alle Einweg-Produkte verboten werden, sondern nur die unsinnigsten.##

Alls erstes sollte man der Müllabfuhr verbieten den
Müll in den Flüßen oder Meeren zu verklappen,oder wie
kommt es bei uns dahin???????
Wie einfach man euch doch für dumm verkaufen kann.
Wofür haben wir wohl eine Müllabfuhr?Ode schmeißen sie ihren Müll in den nächsten Fluß?Dann hätten wir ja schon einen Täter.Was seid ihr doch naiv.

20.12.2018 16:16 Fragender Rentner 27

Das wird die Umwelt jetzt schon bestimmt sehr entlasten ??? :-(((

Wann hört der Wahnsinn mit dem Verpackungsmüll auf ???

19.12.2018 17:31 Normalo 26

@ 23 Man sollte schon den Artikel genau lesen. Es steht nämlich drin dass auch ALLE EU Staaten an der Verordnung mitgewirkt haben. Also auch EU Skeptiker wie Österreich, Italien, Polen, Ungarn. Nix von Brüsseler Regulierungswut :)
Regen Sie doch die Abschaffung von Radiowellen beim EU-Abgeordneten Ihres Vertrauens an. Mal sehen was die EU Staaten dazu sagen ;)

19.12.2018 16:31 Micha 25

Ach, und noch was Uwe: Es gibt z.B. für Wasser, Milch, Joghurt und vieles andere auch Mehrweg-Verpackungen. Die kann man erneut verwenden, wie der Name schon sagt. Auch damit kann man Müll vermeiden. Und das wird auch nicht verboten, selbst wenn es aus Plastik besteht. Einfach vor dem lauten Meckern mal nachdenken!

19.12.2018 16:25 Micha 24

@Uwe (15):
1. kann man Joghurt auch im Glas kaufen
2. sollen nicht alle Einweg-Produkte verboten werden, sondern nur die unsinnigsten.

19.12.2018 16:14 frank d 23

Werte MDR schaffende bitte um eine kurze Erläuterung wie der Plastemüll in den Weltmeeren reduziert werden soll in dem im Gebirge keine Strohhalme mehr verwendet werden dürfen? Was ist wenn diese Tolle Aktion keinerlei Verbesserung im Pazifik bewirkt? Schreiben sie dann einen Artikel und Werfen der EU Regulierungswut vor und verlangen Kostenersatz? Oder ist das vollkommen egal wenn`s in ihre Richtung geht? Ich denke das Radiowellen schädlich sind. Müssen dann die MDR-schaffenden auch Heimgeschickt werden? Damit die Emissionen gesenkt werden?

19.12.2018 16:01 Normalo 22

@ 11 Klar wird regelmäßig der totale Zusammenbruch prognostiziert. Aber... naja... feine Ironie ist eben nicht jedermanns Sache :)))
Guter Anfang, weiter so!

19.12.2018 15:36 Karl 21

nun frage ich mich aber trotzdem wie soll ich dann den Manuka-Honig einnehmen wo man nur es mit einem kleinen Plastelöffel es darf ?

19.12.2018 14:52 Peter 20

Zitat aus der "Zeit": "Wer nun einen Nanny-Staat oder gleich die Diktatur heraufziehen sieht: Das Verbot von FCKW oder Glühbirnen hat den Kontinent auch nicht ins Verderben gestürzt, sondern umweltfreundlichere Innovationen befördert. Das Plastikverbot ist deshalb nicht nur richtig. Es sollte sogar bloß ein Anfang sein."
Ich denke, die Autorin hat recht.

19.12.2018 14:23 Karl 19

@ 1 6 das würd bestimmt demnächst noch kommen alle mit Sauerstoffmasken eindecken ist angesagt die Grünen sind wunderbare Politiker alles sehr schlaue Köpfe............. in Bayern 18 % diese
hochqualifizierten Grünen wieder gewählt .............