Ein Sattelschlepper transportiert einen Frachtcontainer durch das Containerterminal in Leipzig (Sachsen).
Containerterminal in Leipzig. Bildrechte: dpa

Außenhandel Russland-Exporte steigen trotz Sanktionen

Deutsche Firmen haben im vergangenen Jahr ihre Ausfuhren nach Russland gesteigert – trotz der EU-Sanktionen wegen des Dauerkonflikts in der Ostukraine. Die ostdeutsche Wirtschaft profitierte nicht davon.

Ein Sattelschlepper transportiert einen Frachtcontainer durch das Containerterminal in Leipzig (Sachsen).
Containerterminal in Leipzig. Bildrechte: dpa

Die deutschen Exporte nach Russland sind trotz anhaltender EU-Sanktionen gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Bundesregierung Waren im Wert von knapp 26 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Das sind gut 130 Millionen Euro mehr als 2017.

Die Exporte folgten demnach "weitgehend der Konjunkturentwicklung der Russischen Föderation". Die Linksfraktion hatte die Zahlen angefragt.

Trend der Ost-Wirtschaft negativ

Entgegen dem positiven Gesamttrend gingen die Ausfuhren aus den ostdeutschen Bundesländern nach Russland leicht zurück. 2018 wurden Waren im Wert von 1,6 Milliarden Euro aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in die Russische Föderation exportiert. 2017 lag die Summe der Ausfuhren noch 54 Millionen Euro höher. 2011 hatte das Exporthoch bei 3,3 Milliarden Euro gelegen.

Die Sanktionen sind politisch falsch und richten wirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe für den Osten an.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch

Immer wieder werden Forderungen nach einem Ende der EU-Sanktionen gegen Russland laut. Im Juni hatte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) damit für Unmut in der Parteispitze gesorgt. Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) würde die Sanktionen gerne beenden.

Sanktionen wirken

Kunden stehen in einemMarkt in Moskau (Russland) in der Obstabteilung.
Russland hatte auf die westlichen Sanktionen mit eine Beschränkung von Einfuhren aus der EU reagiert, etwa für Gemüse und Obst. Bildrechte: dpa

Die Handelsbilanz zwischen Deutschland und Russland ist stark konjunkturabhängig. 2012 lagen die deutschen Exporte nach Russland laut Bundesregierung noch bei 38,1 Milliarden Euro. Sie sanken aber bereits im Folgejahr auf knapp 36 Milliarden Euro - schon vor Einführung der EU-Sanktionen wegen des Konflikts in der Ostukraine.

Nach Start der Sanktionen im Juli 2014 schrumpften die Exporte binnen zwei Jahren deutlich auf 21,6 Milliarden Euro. Seit 2017 steigen die Ausfuhren wieder leicht an. Die Bundesregierung führt das vor allem auf die Erholung der russischen Wirtschaft zurück.

EU-Sanktionen gegen Russland Finanzpolitisch: Einschränkungen für EU-Unternehmen und -Bürger bei Finanzgeschäften mit den fünf großen russischen Banken, ihren Tochtergesellschaften und Partnern außerhalb der EU; keine Kreditvergabe nach Russland.

Das Embargo betrifft den Handel von Waffen und Rüstungsgütern mit Russland gemäß der Militärgüterliste der EU. Die Ausfuhr von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck sowie von Technologien für militärische Zwecke ist verboten.

Zudem ist die Ausfuhr von Technik und Technologie für den Energiesektor, vor allem die Öl- und Gasindustrie, nach Russland eingeschränkt.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | UMSCHAU | 18. Juni 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2019, 08:59 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

8 Kommentare

15.07.2019 15:35 Fragender Rentner 8

Zitat von Oben: Die ostdeutsche Wirtschaft profitierte nicht davon.

Toll für die ostdeutsche Wirtschaft ??????????????????

Na es betrifft ja auch keine AN im Osten !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Dann kommt wieder eine Studie, dass die ostdeutsche Wirtschaft nicht die Leistung des Westens erreicht !!! :-(((

15.07.2019 13:35 Peter 7

@6 Gerd Müller: Sie scheinen den Artikel nicht richtig gelesen zu haben.
Wieso hat der Westen verloren, wenn unsere Exporte nach Russland wieder ansteigen.
Und umgekehrt: Der Westen ist für Russland als Abnehmer von Öl und Gas immanent wichtig. Stellen Sie sich mal vor, welche Auswirkungen es auf Russland haben würde, wenn wir denen kein Öl und kein Gas mehr abkaufen würden.
Hinsichtlich der Standhaftigkeit Deutschlands bei Nord Stream 2 würde Putin wohl eher ausrufen: Danke Frau Merkel.

15.07.2019 12:00 Gerd Müller 6

Russland Sanktionen wegen Krim Beitritt, Israel besetzt bzw. Annektiert im Krieg die Golanhöhen keine Sanktionen.
Kann mir einer die Doppelmoral des Wertewesten erklären?
Es geht nicht um Sanktionen, der Westen braucht einen Feind und den hat die USA geschaffen und unsere Politiker blasen in das gleiche Horn.
Gewinner ist Russland, die Dummen sitzen in Europa.
Stoltenberg ist ein Lemming der USA und unsere Politiker genauso.
Russland wird sich in Zukunft nach Indien und China orientieren, der Westen hat verloren. Danke Frau Merkel

15.07.2019 11:19 kleinerfrontkaempfer 5

Deutsches Know How + Russische Rohstoffe/Resourcen => diese Kombination wird global nicht gerne gesehen.

15.07.2019 10:55 Anton 4

USA und Russland haben Streit, und wer dazwischen kommt wie Deutschland, der leidet. Wir sind zu stark von USA abhängig. Schuld ist unsere Politik daran.

15.07.2019 10:45 Frank 3

@ MDR, sie schreiben so schön aus dem Zusammenhang „Sanktionen wirken“. Was haben die willkürlichen Sanktionen den bisher bewirkt? Nichts, außer dass sich Russland neue Märkte erschließt und, wie sie ja festgestellt haben, die ostdeutschen Firmen größtenteils wieder das Nachsehen haben. Wie kommt es eigentlich, dass trotz der ach so tollen Sanktionen ein Exportwachstum zu verzeichnen ist, nur gerade die ostdeutschen Länder nicht davon profitieren können?

15.07.2019 09:33 pkeszler 2

Wer profitieren will, muss auch mehr produzieren. Und er muss das nötige Geld dafür auf den Tisch legen können. Das ist leider bei vielen ostdeutschen Firmen für das Russlandgeschäft nicht vorhanden. Also muss man kleinere Brötchen backen.

15.07.2019 09:27 Franz Deutsch 1

EU-Sanktionen wegen Dauerkonflikt in der Ostukraine.
EU-Sanktionen wegen Krimbesetzung (2014) vom Tisch?
Für die Zukunft, Sanktionen,weil Russen russisch sprechen ?