Auf einem Smartphone sind die Logos  von Facebook, Twitter und YouTube zu sehen.
Facebook reagiert auf das Attentat von Christchurch und verschärft seine Regeln. Bildrechte: dpa

Nach Christchurch-Massaker Facebook verschärft Livestream-Regeln

Facebook schränkt den Zugang zu seiner Livestream-Funktion ein. Wer gegen die Regeln der Plattform verstößt, soll keine Live-Bilder mehr veröffentlichen dürfen. Damit reagiert das Unternehmen auf das Attentat von Christchurch.

Auf einem Smartphone sind die Logos  von Facebook, Twitter und YouTube zu sehen.
Facebook reagiert auf das Attentat von Christchurch und verschärft seine Regeln. Bildrechte: dpa

Nach dem rechtsextremistischen Anschlag von Christchurch in Neuseeland will Facebook will seine Regeln für Livestreams deutlich verschärfen. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen Nutzer, die mehrfach gegen Facebook-Regeln verstoßen haben, eine Zeit lang keine Live-Videos mehr übertragen dürfen. Das könne beispielsweise jemanden treffen, der einen Link zu einer Terrorgruppe poste, ohne deren Beitrag einzuordnen.

Keine Bilder von Extremisten

In besonders schweren Fällen kann schon nach einem einzigen Verstoß der Zugang zur Livestream-Funktion blockiert werden. Vorgesehen ist auch, dass jemand, der gegen Facebook-Vorgaben verstößt, keine Anzeigen mehr schalten darf. Die strengeren Regeln sollen laut Facebook in den kommenden Wochen eingeführt werden. Ein konkretes Datum wurde nicht genannt.

 Mit Blumen gedenken Passanten an einem provisorischen Denkmal in der Nähe der Al-Nur-Moschee den Opfern. Auf dem Schild steht "Das ist nicht Neuseeland".
Ein bekennender Rassist tötete in Christchurch 51 Menschen. Bildrechte: dpa

Mit dieser Verschärfung reagiert Facebook auf das Attentat auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland. Ein australischer Rechtsextremist hatte im März 51 Menschen erschossen. Seine Tat hatte er mit einer Helmkamera gefilmt und via Facebook live ins Internet übertragen. Zahlreiche Nutzer teilten das Video und trugen so dazu bei, dass sich die Bilder wie ein Lauffeuer im Netz verbreiteten.

Appell gegen Hass im Netz

Am Mittwoch wollen Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris einen Aufruf gegen Hass im Internet vorstellen. Ziel des "Christchurch-Appells" ist es, die Verbreitung extremistischer Inhalte in Online-Netzwerken zu verhindern. Zu dem Termin in Paris werden auch die britische Premierministerin Theresa May, Kanadas Regierungschef Justin Trudeau und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet. Auch Vertreter von Twitter sind geladen.

In Neuseeland hat die Regierung inzwischen die Waffengesetze verschärft. Sturmgewehr und halbautomatische Waffen wurden verboten. Die großen Medienhäuser des Landes haben sich auf einen Codex verständigt, wie sie über den Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter berichten wollen. Demnach wollen sie dem 28-Jährigen keine Plattform für rassistische Äußerungen bieten. Auch sollen keine Bilder mit rassistischen oder terroristischen Gesten gezeigt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Mai 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 10:08 Uhr

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5 Kommentare

15.05.2019 15:39 mattotaupa 5

@#2: "Na Gott sei Dank habe ich kein Smartphone." geht um fakebook, nicht um ihren besitzstand. netzwerke, videos und internet bedingen keinen besitz eines smartphones. @#3: "müsste unser Innenminister erstmal die linksradikale Hetz-Seite linksunten Indymedia" klar, immer sind die anderen schuld. geht um nen livestrema eines rechtsradikalen terroristen aber irgendwie muß der haken zu linksradikalen geschlagne werden, gelle? achja, linksunten ist seit august 2017 verboten ... hätte man auch problemlos ohne smartphone mitbekommen können.

15.05.2019 14:34 Gerd Müller 4

Es gibt andere Plattformen, da kann man schreiben was man denkt, auch Videos (egal was) lassen sich da hochladen.
Alles ohne Zensur!!
Freiheit war einmal, jetzt haben wir eine Diktatur.

15.05.2019 11:02 Blumenfreund 3

Wenn die Wirklich gegen Hass im Internet vorgehen wollten, dann müsste unser Innenminister erstmal die linksradikale Hetz-Seite linksunten Indymedia verbieten.

15.05.2019 10:57 Blumenfreund 2

Na Gott sei Dank habe ich kein Smartphone.

15.05.2019 10:38 Fragender Rentner 1

Da will ich nur lachende und freundliche Menschen auf den Bildern sehen.