Mini-Gipfel in Paris EU sucht Wege gegen illegale Migration

Ein Mini-Gipfel in Paris sucht nach Wegen, Flüchtlinge und Migranten von Fahrten über das Mittelmeer abzuhalten. Frankreichs Präsident Macron hat neben Kanzlerin Merkel und den Regierungschefs aus Italien und Spanien dazu auch Vertreter aus drei Ländern eingeladen, die wichtige Stationen der Migrationsroute durch Afrika sind – aus Libyen, Niger und dem Tschad.

Um die illegale und gefährliche Migration über das Mittelmeer zu verhindern, wollen EU-Länder stärker mit Herkunfts- und Transitländern zusammenarbeiten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die führenden Politiker aus Italien, Frankreich und Spanien treffen sich dazu heute in Paris mit Vertretern aus dem nordafrikanischen Libyen sowie den Sahara-Staaten Tschad und Niger.

Im Élysée-Palast dabei sind auf Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron die Präsidenten des Tschad und des Niger, Idriss Déby und Mahamadou Issoufou, sowie der Chef der Übergangsregierung in Libyen, Fayiz Mustafa as-Sarradsch, die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und die Regierungschefs aus Rom und Madrid, Paolo Gentiloni und Mariano Rajoy.

Libyen im Fokus

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen 2017 bisher etwas mehr als 120.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa, die meisten nach Italien. Dabei sei die Anzahl der Ankünfte zuletzt aber deutlich gesunken.

Vor allem Libyen steht als ein wichtiges Transitland im Fokus der Versuche, die Migration und den Zug von Flüchtlingen zu bremsen. Gerade mit Libyen aber ist die Kooperation wegen der instabilen politischen Lage in dem Bürgerkriegsland umstritten. Merkel und ihre europäischen Kollegen wollen, dass mehr Menschen in Nordafrika in Unterkünften der UNO geschützt werden. Dies ist angesichts der Lage dort aber vorerst nicht absehbar.

"Militärischer Abschirmring" und alternative Einkommen

Merkel hatte unter anderem vorgeschlagen, neben Entwicklungsprojekten in Afrika und Hilfen bei der Bekämpfung von Fluchtursachen auch über alternative Einkommensquellen für Schleuser nachzudenken, etwa in Agadez im Niger: Auch diese Menschen müssten andere Perspektiven bekommen, "ansonsten werden sie sich nicht davon abbringen lassen", sagte Merkel in einem Interview.

Pro Asyl warnte nun den Gipfel davor, einen "doppelten militärischen Abschirmring gegen Flüchtlinge" in Afrika zu installieren; und die Fraktionschefin der Grünen im EU-Parlament, Ska Keller, kritisierte, dass hauptsächlich versucht werde, sich Flüchtlinge "vom Hals zu halten". Im SWR sagte sie, bei dem Treffen in Paris gehe es vor allem darum.

Fluchtursachen zu bekämpfen sei wichtig, sagte Keller. Mehr und mehr würden stattdessen aber Grenzen schon in den Herkunftsländern geschlossen. Gerade dies spiele Schleppern in die Hände. Wer ihnen das Handwerk legen wolle, müsse sichere und legale Fluchtwege schaffen. Keller kritisierte auch Pläne, sogenannte Hotspots in afrikanischen Ländern einzurichten, da sie weniger als Registrierungszentren geplant seien, eher als "Verweilzentren" auf Dauer.

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber forderte einen EU-Plan für Afrika. Er warb jetzt erneut für seine Idee einer Zollunion mit afrikanischen Staaten. Es müsse entschiedenere Schritte gegen illegale Migration geben. Schon in Afrika sei eine "viel schnellere Überprüfung notwendig, wer überhaupt eine Chance auf Asyl oder Flüchtlingsschutz in Europa hat".

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: MDR FERNSEHEN | 28.08.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. August 2017, 10:39 Uhr

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44 Kommentare

29.08.2017 10:52 Fragender Rentner 44

@Peter zu 40

Na er hätte ja auch nach Nizza einladen können, so hätten viele nicht so eine lange Anreise und könnten das was von dort kommt mit unserem Geld schneller umsetzen, nach der Heimreise.

Wie ist diese Idee?

Erfolg, auf wessen kosten?

29.08.2017 10:27 007 43

@ Sun 22 ... Stimmt, dass ist alles nur gesponnen u Augenwischerei. Legale Fluchtwege? Ich frage mich auch was das heißen soll. Wer soll hier eigentlich für dumm verkauft werden? Nehmen wir doch unsere Politiker selbst, die Statistiken die ganz klar sagen, die Flüchtlingsanerkennung aus den Afrikanischen Ländern liege nahe Null. Also, wozu legale Fluchtwege schaffen, für wem eigentlich? Unsinn³ ist das. Ich sage jetzt schon voraus wie das ablaufen wird. Es werden in Nordafrika sogenannte Transitzonen geschaffen, die können dort einen Asylantrag stellen u fasst alle werden abgelehnt. Und dann? Der selbe Ausgangspunkt wie jetzt. Das bedeutet, die versuchen weiter mit den Schleppern illegal nach EU zu kommen. Es ändert sich überhaupt nichts. Im Gegenteil, diese Lager entwickeln geradezu noch einen Sog. Die könnten doch zum Bleichstift in ihre Afrikanischen Bruderländer auswandern, aber nein die wollen unbedingt zu uns. Das ist das Problem, dagegen helfen nur undurchlässige Grenzen ...

29.08.2017 09:39 Ekkehard Kohfeld 42

{@ Peterklauswessi 34}
Erstens: Die aus Italien zu uns kommenden Migranten sind ordentlich registriert.##Woher wissen sie das haben sie das gemacht ?Ohne Belege Fake - News.

29.08.2017 09:33 Ekkehard Kohfeld 41

@ {Peterklauswessi 40} Herr Macron hat eingeladen. Sollte er nach Berlin einladen?"Ob da bestimmt schon viel Geld geflossen ist auch aus Deutschland?" Das wird Ihnen niemand verraten. Wenn ja, der Erfolg ist doch wohl unbestritten.##Ach Märchenfee hören sie doch auf ich komme ja aus dem Lachen nicht mehr raus soll ja gesund sein aber genug ist genug.Nur wird ihnen nicht gefallen was einer ihrer Lieblingspolitiker (Macron) gerade macht.Jetzt habe ich ja schon wieder was zum Lachen oh man ich komm ja aus dem lachen nicht mehr raus.

28.08.2017 21:07 Peter 40

@38 Fragender Rentner: "Nun tagen sie auch noch in Paris". Herr Macron hat eingeladen. Sollte er nach Berlin einladen?
"Ob da bestimmt schon viel Geld geflossen ist auch aus Deutschland?" Das wird Ihnen niemand verraten. Wenn ja, der Erfolg ist doch wohl unbestritten.

28.08.2017 20:29 Dorfbewohner 39

Peter 34

“...Auch für die Zeit nach der Wahl gilt: Es wird trotz anders lautender Befürchtungen kein 2015 mehr geben…”,

ich denke, dass noch nicht mal der Liebe Gott weiß, was diesbezüglich noch alles passiert!

Ihre Aussage ist ziemlich vermessen. Auf der Erde gibt es viele viele Mio. Verfolgte und Notleidende!

Und schließlich haben wir ein Gundgesetz!

28.08.2017 20:14 Fragender Rentner 38

Wie kam heute 19:00 Uhr im ZDF, alle rätseln das so wenige z.Z. kommen, jeder äußert etwas nur keiner sagt scheinbar die Wahrheit?

Nun tagen sie auch noch in Paris.

Will doch nicht vermuten, dass die Wahl am 24.09.2017 eine Rolle spielt?

Ob da bestimmt schon viel Geld geflossen ist auch aus Deutschland?

28.08.2017 19:27 ein schon länger in Deutschland lebender 37

@Peter 34

"Drittens: Ich bin sehr dafür, dass straffällig geworden Migranten abgeschoben werden."

sie machen gerade Spaß, oder?
Alle müssen wieder gehen wenn die Gründe des Asyl wegfallen und alle anderen die kein Asyl hier haben, müssen eigentlich auch "sofort" wieder gehen. Leider denken sie aber gar nicht daran, weil

Schland schöne Land

28.08.2017 18:10 Lisa 36

@peter 32
4 von ....

Naja, das Demokratie Verständnis der SPD

Damit ist alles gesagt

28.08.2017 17:59 Lisa 35

@peter 34
Sie müssen zuhören wenn die Politiker etwas sagen.

Es darf sich nicht wiederholen keiner sagt es wird sich nicht wiederholen