Asylpolitik Erdogan: "Macht die Tore auf!"

Der türkische Präsident Erdogan hat Griechenland aufgerufen, die gemeinsame Grenze für Flüchtlinge zu öffnen. Schließlich wollten diese ja in andere EU-Länder weiterziehen. Die Lage im Grenzgebiet bleibt angespannt. Tausende Migranten hoffen auf Asyl in der EU. Am Montag will die EU mit Erdogan über die Krise reden.

Recep Tayyip Erdogan (M), Präsident der Türkei, spricht bei einer Veranstaltung zum Weltfrauentag.
Der türkische Präsident Erdogan am Sonntag in Istanbul. Bildrechte: dpa

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Griechenland aufgerufen, die gemeinsame Grenze für Migranten zu öffnen. Er sagte am Sonntag in Istanbul: "Hey Griechenland, diese Menschen kommen nicht zu dir und bleiben. Sie (...) gehen in andere Länder Europas. Warum störst du dich daran? Mach doch auch die Tore auf."

Polizisten an der griechischen Grenze
Polizisten am griechischen Grenzübergang zur Türkei. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Montag ist in Brüssel ein Krisentreffen mit Erdogan geplant. EU-Vertreter stellten vorab Bedingungen für zusätzliche Finanzhilfen an die Türkei. Haushaltskommissar Johannes Hahn forderte die Türkei in der Zeitung "Welt" Ankara auf, "die erpresserische Politik durch die Entsendung von Flüchtlingen in Richtung EU" zu stoppen. Prinzipiell sei die EU bereit, mehr Geld zur Unterstützung der Flüchtlinge in der Türkei zu zahlen.

Flüchtlingspakt "tot"? 

Ankara hatte vergangene Woche nach der Eskalation der Lage in der nordsyrischen Provinz Idlib die Grenzen zur EU geöffnet. Das sorgte für einen starken Flüchtlingsandrang an der türkisch-griechischen Grenze. 

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis bezeichnete den EU-Türkei-Flüchtlingsdeal als "tot". Schuld sei Ankara, das entschieden habe, "komplett gegen die Vereinbarung zu verstoßen". Auch die Grünen-Chefin Annalena Baerbock erklärte das Flüchtlingsabkommen von 2016 für gescheitert.

Die EU und die Türkei hatten vor vier Jahren vereinbart, dass die Türkei alle auf den griechischen Ägäis-Inseln ankommenden Flüchtlinge zurücknimmt und gegen Schlepperbanden vorgeht. Brüssel versprach im Gegenzug der Türkei Milliardenhilfen sowie Visa- und Zoll-Erleichterungen.

Zusammenstöße im Grenzgebiet

An der griechisch-türkischen Grenze verschärften sich am Wochenende die Spannungen. Die griechische Polizei setzte wieder Tränengas und Wasserwerfer gegen Migranten ein, die auf griechisches Gebiet vordrangen. Die Migranten warfen Steine. Die Türkei warf griechischen Sicherheitskräften vor, mindestens fünf Flüchtlinge getötet zu haben. Griechenland wies dies zurück.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2020 | 17:00 Uhr

34 Kommentare

jochen1 vor 12 Wochen

Ich bin mir sicher, das viele Deutsche sich die Namen und die Gesichter der Gestalten merken werden, die uns massenweise Asylbewerber mit ihrem Anhang in unser Land holen. Denn es kommen auch wieder andere Zeiten. Das ist sicher.

Leachim-21 vor 12 Wochen

Versuch 3.mal wieder: die Türkei hat ihre Grenzen geöffnet und Griechenland tut was seine Aufgabe ist die EU-Außengrenze schützen . was macht die EU : Sie trifft sich mit einen Erpresser und will mehr Gelder zahlen an diesen. das kann man aus den Mitteilungen der Politiker hören wenn man zwischen den Zeilen lesen kann, wie die Bürger aus den neuen Bundesländern.
auch das hier wenige Kommentare frei gegeben wurden zeugt nicht gerade von freie Meinungsbildung sondern vom Gegenteil, würde ich behaupten.

Sapere Aude vor 12 Wochen

1.500 wenn sich andere Staaten beteiligen werden aktuell in der Tagesschau genannt. Rechtsextreme nennen humanitäre Hilfe Dammbruch. Gut das wir weitsichtig Regierende haben. Daumen hoch.