Boot der spanischen Marinerettung landet gerettete Migranten aus Nordafrika in Tarifa in Spanien an
Ein Boot der spanischen Marinerettung setzt Anfang Juli 2018 Migranten im südspanischen Tarifa an Land. Bildrechte: IMAGO

Westliches Mittelmeer Frontex-Chef warnt vor neuer Migranten-Hauptroute über Spanien

Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex warnt davor, dass die Mittelmeerroute von Marokko nach Spanien zur neuen Hauptroute für Migranten nach Europa werden könnte. Allein im Juni habe es 6.000 illegale Einreisen gegeben.

Boot der spanischen Marinerettung landet gerettete Migranten aus Nordafrika in Tarifa in Spanien an
Ein Boot der spanischen Marinerettung setzt Anfang Juli 2018 Migranten im südspanischen Tarifa an Land. Bildrechte: IMAGO

Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex warnt vor einer neuen Hauptroute für Migranten nach Europa. Frontex-Chef Fabrice Leggeri sagte der "Welt am Sonntag": "Wenn Sie mich fragen, was meine größte Sorge derzeit ist: Dann sage ich Spanien." Allein im Juni seien auf der westlichen Mittelmeer-Route von Marokko nach Spanien rund 6.000 illegale Grenzübertritte gezählt worden. "Wenn die Zahlen dort so steigen wie zuletzt, wird sich dieser Weg zum wichtigsten entwickeln", sagte der Franzose der Zeitung.

Hälfte sind Marokkaner

Fabrice Leggeri, Frontex-Exekutivdirektor
Frontex-Chef Leggeri: "Meine größte Sorge ist Spanien." Bildrechte: imago/Reiner Zensen

Laut Leggeri handelt es sich bei der Hälfte der derzeit in Spanien illegal ankommenden Migranten um Marokkaner. Die andere Hälfte stamme aus westafrikanischen Ländern. Weil die gefährliche Route über Libyen immer "schwieriger zu benutzen" sei, werde den Menschen im Transitland Niger von den Schleusern seit einigen Monaten "ein alternatives Angebot zu Libyen" gemacht. Und das sei der Weg über Marokko nach Europa, erklärte der Frontex-Chef.

Rauschgiftschmuggel im großen Stil

Auf der Route zwischen Marokko und Spanien schleusen die kriminellen Netzwerke nach Angaben Leggeris nicht nur die Migranten selbst. Vielmehr würden sie mit deren Hilfe auch versuchen, im großen Stile Drogen nach Europa zu schmuggeln. Mit bislang 65 Tonnen seien die Hälfe aller Rauschgiftfunde von Frontex an den EU-Außengrenzen in Marokko oder Spanien gemacht worden, so der Frontex-Chef weiter.

Zahl der Anlandungen verdreifacht

Bislang war Spanien nach Italien und Griechenland der drittwichtigste Ankunftsort für Menschen, die über das Mittelmeer versuchen, nach Europa zu gelangen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) waren 2017 mehr als 22.400 Migranten an den spanischen Küsten gelandet. Das waren fast drei Mal so viele wie 2016.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Juli 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Juli 2018, 11:43 Uhr

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32 Kommentare

09.07.2018 09:00 D.o.M. 32

@H.E.23: Schade , dass Sie offenbar keinen Sinn für Satire haben.

08.07.2018 22:07 Bernd L. 31

L. Trommer:
Ich denke, Frontex versagt total, aber dennoch leigen sie falsch: an der Misere in Afrika sind weder Kriege och EU schuld- dies sidn nur die Afrikaner und ihre Eliten.

08.07.2018 19:55 L. Trommer 30

Wie wäre es, wenn sich Frontex-Chef Fabrice Leggeri gelegentlich auch Gedanken darüber machen würde, was zu unternehmen ist, damit Menschen ihre Heimat wegen kriegerischer Auseinandersetzungen oder (u.a. von der EU-Politik geförderten) Armut nicht verlassen? Von einem Absolventen der École Nationale d’Administration (ENA) sollte man dies erwarten können.

08.07.2018 16:13 Mediator 29

Selbstverständlich verlagern sich Fluchtrouten, wenn andere Wege plötzlich kaum noch zu passieren sind. Solange sich aber an den Fluchtursachen nichts ändert wird es auch immer Migration und Flucht geben.
Wenn man die Flüchtlinge die sich aufs Meer wagen nicht einfach ertrinken lassen will, was einige hier ja als eine elagante Lösung des Problems ansehen, dann muss man sie retten. WIll man sie dann nicht in Europa aufnehmen, dann benötigt Europa abkommen mit den nordafrikanischen Staaten und Herkunftsländern.
Wie man es dreht es geht kein Weg an einer europäischen Lösung vorbei. Für solche Lösungen braucht man aber Europäer und Nationalisten.
@Beobachter(27):
Auf mich wirkt es hochgradig schizophren oder einfach verlogen, wenn sie Marokko als sicheres Land preisen und gleichzeitig in anderen Kommentarspalten so tun als könne man in Deutschland nicht mehr sicher leben.
Auch die DDR war für Devisen bringende Toristen ein ganz netter Ort. Die Stasigefängnisse besuchten ja andere.

08.07.2018 13:31 Wieland der Schmied 28

@ 1 Brennabor „Was ist der Unterschied zwischen legalen und
illegalen Migranten ???“
Das wird wohl immer das Geheimnis unserer verehrten Kanzlerin bleiben. Das BAMF ist wegen dieser unklaren Lage immer weiter im Sumpf eingesunken und wohl nicht wiederzubeleben, denn niemand will sich der Schande aussetzen, über die Jahre von den grassierenden Unrecht des Durchwinkens und des Mitgeldzuschüttens gewußt zu haben darum auch die Neuregelung über die Ankerzentren, was den Vorteil hat, alles Vorherübliche dem Vergessen anheim zu stellen.
Man ist bemüht, den Dampf aus dem Kessel zulassen, damit im Wahlkampfgeschehen alles seinen sozialistischen Gang gehen kann.

08.07.2018 12:17 Beobachter 27

Als ich vor einigen Jahren in Marokko war, habe ich nicht nur das schöne Urlaubsland kennengelernt. Ich war auch von der Sicherheit überrascht und hatte viele Begegnungen mit den Menschen dort- ein tolles Land. Mit fällt beim besten Willen kein Fluchtgrund ein, aber vielleicht helfen Mediator, Klaus und Co.

08.07.2018 11:20 Klarheit 26

man sollte bei der Wurzel des Übels ansetzen und das ist , will nur kein "Gutmensch" zugeben -- die maßlose immer weiter zunehmende Überbevölkerung Afrikas -- hier wäre eine klare ein Kind Politik angesagt eher ändert sich dort garnichts !!!!

07.07.2018 22:02 Leon 25

Hauptroute über Spanien. Na dann , liebe Migranten, viel Spaß, denn mit der spanischen Polizei ist nicht gut Kirschen essen!

07.07.2018 20:20 Fragender Rentner 24

@Max W. zu 16
Mit Sicherheit nicht - aus rein nautischen Gründen...

Wie kannst du uns dieses erklären?

Wo liegt denn bei dir wohl Portugal?

07.07.2018 18:53 H.E. 23

@ 11 D.O.M.
Sie sagen, Marokko ist kein sicheres Herkunftsland!
Dann darf doch die Frage erlaubt sein, warum dies immer noch ein deutsches Urlaubsland ist und unser Auswärtiges Amt noch keine Reisewarnung für Marokko ausgesprochen hat.