Luschniki-Stadion in Moskau
Luschniki-Stadion in Moskau Bildrechte: IMAGO

Moskau Fußball-WM in Russland startet

In Moskau beginnt heute die Fußball-Weltmeisterschaft. Mehr als zehn Milliarden Euro hat sich Russland das Spektakel kosten lassen. Präsident Putin verspricht einen reibungslosen Ablauf und hofft auf bessere Beziehungen.

 Luschniki-Stadion in Moskau
Luschniki-Stadion in Moskau Bildrechte: IMAGO

Mit einer Feier im Moskauer Luschniki-Stadion beginnt heute die Fußball-Weltmeisterschaft. Anschließend bestreitet Gastgeber Russland das Eröffnungsspiel gegen die Mannschaft aus Saudi-Arabien.

Insgesamt bewerben sich in Russland Teams aus 32 Ländern um die Nachfolge der DFB-Elf, die vor vier Jahren in Brasilien den Titel gewonnen hat. Gespielt wird in zwölf Stadien, von Kaliningrad im Westen bis Jekaterinburg am Ural, von St. Petersburg am Finnischen Meerbusen bis Sotschi am Schwarzen Meer. Mehr als eine Million ausländische Fans werden erwartet. Das Finale findet am 15. Juli in Moskau statt.

Eröffnungsfeier mit Robbie Williams und Ronaldo

Robbie Williams' Heavy Entertainment Show
Robbie Williams (bei einem Konzert in Dresden, 2017) Bildrechte: MDR JUMP/Hagen Wolf

Zur Eröffnungsfeier haben sich die russischen Gastgeber prominente Unterstützung geholt. Musikalischer Star der Veranstaltung ist der britische Popsänger Robbie Williams: "Ich habe viel in meiner Karriere gemacht", meinte der Sänger, eine Fußball-WM vor 80.000 Fans im Stadion und vielen Millionen in der ganzen Welt zu eröffnen, übersteige aber seine Träume.

Neben Williams wird auch die in Wien lebende russische Opernsängerin Aidia Garifullina auftreten. Außerdem dabei ist der frühere brasilianische Stürmerstar Ronaldo. Der mittlerweile 41-Jährige freut sich auf die Feier: "Das ist der Augenblick, in dem du begreifst, dass der große Moment, auf den du vier Jahre gewartet hast, endlich da ist."

Putin verspricht Begeisterung bei "reibungsloser WM"

Wladimir Putin
Wladimir Putin bei seinem Auftritt bei der FIFA Bildrechte: IMAGO

Russlands Präsident Wladimir Putin versprach eine reibungslose Weltmeisterschaft: "Sie werden überall erfahren, dass wir gastfreundliche  Menschen sind. Die Menschen werden so begeistert sein, dass sie gerne zurückkommen" erklärte Putin am Vortag der Eröffnung.

Rund zehn Milliarden Euro hat das Land in neue Stadien und in die Infrastruktur gesteckt. Die WM sei aber nicht nur Spektakel, sagte Putin, "sondern auch eine Gelegenheit, dass Länder sich besser verstehen und Banden knüpfen können".

Debatte um Besuch westlicher Politiker

Russlands Beziehungen vor allem zur westlichen Welt sind seit Jahren auf einem Tiefstand. Vorgeworfen wird dem Land vor allem die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim, eine Einmischung in den Konflikt in der Ostukraine und auch die Beteiligung am Krieg in Syrien. Politiker aus Großbritannien und Island hatten bereits frühzeitig angekündigt, wegen des mutmaßlichen Giftanschlags auf den russischen Ex-Spion Skripal nicht zur WM zu reisen. Die meisten deutschen Spitzenpolitiker standen einem Besuch der Spiele zuletzt zögerlich oder gar ablehnend gegenüber.

Die Causa Seppelt

Auch abseits der Politik steht Russland in der Kritik. So hat der russische Sport seit Jahren ein Doping-Problem. Nach dem Skandal um manipulierte Proben bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi musste der damalige Sportminister Mutko seinen Posten im WM-OK räumen.

Der deutsche ARD-Journalist und Doping-Experte Hajo Seppelt kommt zu einer Sitzung des IOC-Exekutivkomitees.
Erst aus-, dann wieder eingeladen - und nun doch nicht dabei: Hajo Seppelt Bildrechte: dpa

Nach den Enthüllungen um Doping im russischen Sport entwickelte sich dann eine Affäre um den deutschen Journalisten Hajo Seppelt. Dieser fährt nun doch nicht zur Weltmeisterschaft, um dort seinem Beruf nachzugehen. Der ARD-Dopingexperte wurde trotz gültiger Akkreditierung zunächst ausgeladen und erhielt erst nach Intervention der deutschen Politik wieder ein Visum, verbunden mit kaum verhohlenen Drohungen. So meinte der Chef des russischen Journalistenverbandes, Solowjow, man sollte Seppelt unter Schutz stellen, damit er nicht zufällig von Kennern seines "journalistischen Talents" verprügelt werde.

Aufgrund von Gefährdungsanalysen deutscher Sicherheitsbehörden und nach einem Gespräch mit Außenminister Heiko Maas hat die ARD nun beschlossen, Seppelt nicht zur WM zu schicken. Das Risiko werde als zu hoch eingeschätzt, wie die "Tagesthemen" einen Tag vor Beginn des Turniers berichteten.

Probleme mit Doping und Hooligans

Außerdem sind den Fußballfans noch die Ausschreitungen russischer Hooligans bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Frankreich in schlechter Erinnerung. Um derartige Szenen zu vermeiden und um generell die Sicherheit zu gewährleisten, sind Hunderttausende russischer Polizisten, Soldaten und Nationalgardisten im Einsatz, unterstützt von Beamten aus 33 Ländern. Sogar Kriegsschiffe werden mobilisiert. So sollen auch mögliche Terroranschläge verhindert werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Juni 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 11:21 Uhr

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