Biarritz G7-Staaten sagen Hilfe für Amazonas-Brandgebiete zu

Die Ankündigung des französischen Präsidenten Macron, beim G7-Gipfel über die Brände im Amazonasgebiet reden zu wollen, hatte in Brasilien Protest ausgelöst. Im Tagungsort Biarritz war man sich hingegen einig.

Die G7-Staaten haben den von den Amazonas-Bränden betroffenen Staaten Unterstützung zugesagt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte bei dem Treffen in Biarritz, diese solle "so schnell wie möglich " erfolgen.

Macron: Kein Eingriff in Souveränität

Emmanuel Macron
Emmanuel Macron Bildrechte: dpa

Macron sprach von einem "internationalen Mobilisierungsmechanismus", über den finanzielle und technische Hilfe an die Staaten im Amazonasbecken fließen solle. Er betonte, dass die "nationale Souveränität" der betroffenen Länder wie Bolivien und Brasilien gewahrt bleiben solle. Zuvor hatte Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro dem französischen Präsidenten eine "kolonialistische Mentalität" vorgeworfen, weil dieser die Brände im Amazonasgebiet zum Thema des G7-Gipfels gemacht hatte.

Merkel kündigt Telefonat mit Bolsonaro an

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte im Kreise der Gipfelteilnehmer an, Bolsonaro in der kommenden Woche anrufen zu wollen, um ihm zu verdeutlichen, "dass wir nicht gegen ihn arbeiten". Dies geht aus einer über Twitter verbreiteten Aufnahme des Videodienstes Bloomberg Tic Toc hervor.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 70.000 Brände registriert. Experten zufolge legen meist Farmer die Feuer, um neue Weideflächen zu schaffen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. August 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2019, 21:33 Uhr