G20-Gipfel Merkel für weltweiten Vertrag zur Pandemie-Bekämpfung

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen war das Hauptthema auf dem G20-Gipfel. Bundeskanzlerin Merkel lobte den Willen, für Impfgerechtigkeit zu sorgen und sprach sich zugleich für einen internationalen Vertrag zur Pandemie-Bekämpfung aus. Beim Thema Klima waren sich nicht alle einig.

Angela Merkel nimmt im Rahmen des virtuellen G20-Gipfel an einer Videokonferenz teil.
Angela Merkel bei einer Videokonferenz zum G20-Gipfel. Bildrechte: Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa

Zum Abschluss des G20-Gipfels hat sich Bundeskanzlerin Merkel für einen weltweiten Vertrag zur Pandemie-Bekämpfung ausgesprochen. Merkel erklärte, die Covid-Krise sei eine globale Herauforderung, die nur von allen beantwortet werden könne. Zugleich würdigte Merkel die G20-Abschlusserklärung. Sie atme den Geist der multilateralen Zusammenarbeit.

G20 wollen für Zugang zu Impfstoff sorgen

Die 20 führenden Industriestaaten hatten unter anderem erklärt, gemeinsam für eine gerechte Verteilung von erschwinglichen Corona-Impfstoffen zu sorgen. Sie verpflichteten sich zudem,  die finanziellen Mittel für die internationale Impf-Initiative Covax zu stellen. Bislang sind fünf Milliarden Dollar dafür zusammengekommen, allein von Deutschland eine halbe Milliarde Euro. Bis Ende 2021 fehlen noch sechs Milliarden US-Dollar. Armen Ländern werden zudem weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt.

Trump schert beim Klimawandel aus

Außerdem wurde der Klimawandel zu den drängendsten Herausforderungen erklärt. In dieser Frage scherte US-Präsident Trump aus. In einer Video-Botschaft erklärte er, das Pariser Klimaschutzabkommen sei unfair und habe das Ziel, die amerikanische Wirtschaft zu töten. Zugleich erklärte Trump, seine Regierung habe auch ohne das Abkommen viel getan, um die Umwelt zu schützen. Merkel kommentierte das in einer anschließenden Pressekonferenz mit den Worten: "Man muss aber von unserer Warte aus schon sagen, dass wir das anders sehen."

Nächster Gipfel in Italien

Der Gipfel war in diesem Jahr von Saudi-Arabien ausgerichtet worden. Aufgrund der Corona-Pandemie fand er nicht in Riad, sondern als Videokonferenz statt. Der nächste G20-Gipfel ist im Oktober 2021 in Italien geplant. Regierungschef Giuseppe Conte sagte, er freue sich, die anderen Staaten für den 30. Und 31. Oktober einzuladen. Ein Ziel der italienischen G20-Präsidentschaft solle der weltweite Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie sein. Italien wolle die drei Elemente Mensch, Planet und Wohlstand als G20-Ausrichter in den Mittelpunkt stellen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. November 2020 | 18:00 Uhr