Blumen zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo
Blumen zum Gedenken vor den ehemaligen Redaktionsgebäude der Zeitschrift in Paris. Bildrechte: imago/PanoramiC

Vor vier Jahren Gedenken an Terroranschlag auf "Charlie Hebdo"

Vor vier Jahren sorgte ein Terroranschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" für weltweite Trauerbekundungen. Hunderttausende Menschen zeigten sich mit dem Spruch "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie). Am Montag wurde in Paris der Opfer des Anschlags vor vier Jahren gedacht.

Blumen zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo
Blumen zum Gedenken vor den ehemaligen Redaktionsgebäude der Zeitschrift in Paris. Bildrechte: imago/PanoramiC

In Paris ist am Montag an den islamistischen Terroranschlag gegen das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" vor vier Jahren gedacht worden. Der französische Staatschef Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, diejenigen, die den Anschlag mit ihrem Leben bezahlt haben, würden nicht vergessen. 

Angehörige und Freunde der Opfer sowie Regierungsvertreter und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo versammelten sich am Montag vor den früheren Redaktionsräumen von "Charlie Hebdo", um der Anschlagsopfer zu gedenken.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Paris' Bürgermeisterin Anne Hidalgo gedenken der Opfer des Anschlags auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, daneben die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sowie andere Regierungsvertreter gedenken mit Angehörigen der Opfer des Anschlags. Bildrechte: dpa

Beginn einer Terrorserie

Opfer des Anschlags auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015
Vier Opfer des Anschlags auf Charlie Hebdo. Bildrechte: imago/Winfried Rothermel

Bei dem Anschlag waren am Vormittag des 7. Januar 2015 zwölf Menschen getötet worden, darunter der Herausgeber und Chefredakteur Stéphane "Charb" Charbonnier und der berühmte Comiczeichner Georges Wolinski. Im Anschluss töteten die Attentäter vier jüdische Geiseln in einem Supermarkt. Die drei islamistischen Täter wurden nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen. Die Angriffe leiteten eine beispiellose Terrorserie in Frankreich ein, bei der insgesamt rund 250 Menschen starben.

Ermittlungen gegen Unterstützer

Die Staatsanwaltschaft hatte erst im vergangenen Monat einen Strafprozess gegen mutmaßliche Unterstützer der Attentäter beantragt. Demnach sollen 14 Verdächtige vor ein Geschworenengericht gestellt werden. Der Prozess könnte nach Informationen der Tageszeitung "Le Figaro" im kommenden Jahr beginnen.

Provokantes Satiremagazin

Seite mit Mohammed-Karikaturen in der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo"
Seite mit Mohammed-Karikaturen aus der Satire-Zeitschrift Bildrechte: IMAGO

Die 1970 gegründete Zeitschrift "Charlie Hebdo" attackierte in der Vergangenheit Mächtige aus Politik und Wirtschaft genauso wie Sekten, Rechtsextreme und religiöse Fanatiker. Auch hatte das Satireblatt mehrfach mit provokanten Mohammed-Karikaturen für Schlagzeilen gesorgt. Nach einer solchen Veröffentlichung mussten 2012 französische Einrichtungen in einigen Ländern aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden. Das Gebäude war zum Zeitpunkt des Anschlags von Sicherheitskräften gesichert worden. Ein Teil der Redakteure hatte sogar unter Polizeischutz gestanden. Der Anschlag konnte damit nicht verhindert werden.   

Solidaritätsbekundungen und Proteste

Zwei junge Männer greifen nach einer Ausgabe das französichen Satiremagazins Charlie Hebdo
So sah am 14. Januar 2015 die erste Ausgabe nach dem Anschlag, die schnell vergriffen war. Die Titelseite zeigte Mohammed mit einer Träne. Bildrechte: Getty Images

Der Anschlag löste weltweit Solidaritätsbekundungen aus. Allein in Paris versammelten sich 35.000 Menschen. Sie verzichteten auf Fahnen, Banner und Parolen und zeigten statt dessen Plakate und Aufkleber mit der Aufschrift "Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie"). Auch in der muslimischen Welt wurde der Anschlag verurteilt. In einigen islamischen Ländern kam es hingegen zu teils gewalttätigen Protesten gegen die Satirebotschaften der Zeitschrift. Bei den Krawallen starben mindestens zehn Menschen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Januar 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2019, 22:59 Uhr