Eric Drouet
Eric Drouet gilt als "Gelbwesten"-Wortführer. Bildrechte: dpa

Wegen unangemeldeter Demo "Gelbwesten"-Aktivist in Paris vor Gericht

In Paris beginnt der Prozess gegen den umstrittenen "Gelbwesten"-Aktivisten Eric Drouet wegen "Organisation einer nicht genehmigten Demonstration". Der Fernkraftfahrer spricht von einem "politischen" Prozess.

Eric Drouet
Eric Drouet gilt als "Gelbwesten"-Wortführer. Bildrechte: dpa

Wegen der "Organisation einer nicht genehmigten Demonstration" steht der "Gelbwesten"-Aktivist Eric Drouet in Paris vor Gericht. Der Fernfahrer gehört zu den bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten Aktivisten der französischen Protestbewegung. Über soziale Netzwerke hatte Drouet zu massiven Protesten aufgerufen. Die französische Regierung empfindet Drouet als Bedrohung.

Der "Gelbwesten"-Wortführer

Drouet forderte in der Vergangenheit einen "beispielslosen Aufstand" und nannte die Verletzungen, die Demonstranten bei Auseinandersetzungen mit der französischen Polizei erlitten hatten, "Kriegsverletzungen". Wie viele "Gelbwesten" fordert auch Drouet den Rücktritt des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Aktivist fürchtet "Maulkorb"

Macrons Sprecher Benjamin Griveaux bezeichnete Aktivisten wie Drouet als "Agitatoren, die zum Aufstand aufrufen und damit den Sturz der Regierung betreiben". Eric Drouet selbst beruft sich auf seine Meinungsfreiheit. Mit seiner Verhaftung wolle die Regierung den "Gelbwesten" einen Maulkorb verpassen.

Anfang Januar hatte die Polizei Drouet drei Tage vor einem landesweitem Protesttag festgenommen. Die Staatsanwaltschaft forderte zu Prozessbeginn einen Monat Haft auf Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Februar 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2019, 12:23 Uhr

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5 Kommentare

15.02.2019 22:23 Hossa 5

Die „Gelbwesten“ könnte man noch nicht in die Naziecke rücken,was in Deutschland schon längst passiert wäre.
Nun wird ein Prozess konstruiert.
Mich würde mal brennend interessieren wie unsere Linke zu dieser Bewegung steht?

15.02.2019 16:46 nasowasaberauch 4

Immer das gleiche Muster. Bewegung spalten und Wortführer in den Schmutz ziehen. Der kleine Napoleon wird wohl nicht mehr lange die Strippen ziehen. En Marche ist zu vergleichen mit der deutschen Migrationsbesoffenheit und dem Kater danach.

15.02.2019 15:33 Fragender Rentner 3

Wir werden euch schon kleinkriegen.

Schließlich sind wir die "Guten".

15.02.2019 09:40 Max W. 2

(Macrons Sprecher Benjamin Griveaux bezeichnete Aktivisten wie Drouet als "Agitatoren, die zum Aufstand aufrufen und damit den Sturz der Regierung betreiben")

Der "Regierung"? Gemeint sind wohl die Achtgroschenjungs des Kapitals, denn eine "Regierung" ist ja nun, auch und gerade in Frankreich, hinsichtlich ihrer Handlungs-Ziele festgelegt: Die sollen nämlich der Bevölkerung dienen statt sie zu Geiseln des Verwertungsinteresses zu machen. Auch hier also der Versuch, Kritik zu kriminalisieren. Das wird zunehmen.

15.02.2019 09:22 Alex 1

Es ist immer wieder dasselbe. Jedes Regime macht immer die gleichen Fehler. Indem nun Macrönchen und Gefolge den sogenannten Hauptakteur der Gelbwesten unter nicht haltbaren Vorwürfen anklagt und aller Wahrscheinlichkeit nach auch verurteilen wird, schafft das Regime einen Märtyrer. Folge ist, dass die Sympathie in der Bevölkerung für die Gelbwesten- Bewegung enorm steigen wird und die Bewegung insgesamt gestärkt in weitere Konflikte geht. Und am Ende auch gewinnt. Dafür gibt es unzählige Beispiele in der Geschichte.