Ein Demonstrant steht neben einem Feuer während einer Demonstration der "Gelbwesten".
Ausschreitungen in Paris am Jahrestag der Gelbwesten-Bewegung. Bildrechte: dpa

Über 100 Festnahmen Ausschreitungen bei Gelbwesten-Jahrestag in Paris

Vor einem Jahr starteten die sogenannten Gelbwesten Demonstrationen und Blockaden, um gegen hohe Spritpreise und die Regierung zu protestieren. Inzwischen hat die Bewegung deutlich an Kraft verloren, zum Jahrestag in Paris kam es wieder zu massiven Krawallen.

Ein Demonstrant steht neben einem Feuer während einer Demonstration der "Gelbwesten".
Ausschreitungen in Paris am Jahrestag der Gelbwesten-Bewegung. Bildrechte: dpa

Der erste Jahrestag der sogenannten Gelbwesten-Bewegung ist in Paris von Ausschreitungen überschattet worden. In verschiedenen Stadtteilen wurden Autos umgeworfen und Mülleimer in Brand gesetzt. Zu Krawallen kam es unter anderem am Place d’Italie, dort lieferten sich Vermummte und Polizisten massive Auseinandersetzungen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Zwischenzeitlich wurde auch ein Teil der Pariser Ringautobahn besetzt.

Wegen der Krawalle untersagte die Polizei eine für den Nachmittag angekündigte Demonstration der Gelbwesten. Bis zum frühen Abend wurden in Paris nach Angaben des Polizeipräfekten 113 Menschen festgenommen. Auch in anderen Städten des Landes kam es zu Demonstrationen und Blockaden. Landesweit hatte die Bewegung für dieses Wochenende 270 Blockade-Aktionen an Kreisverkehren und auf Straßen angekündigt.

Ein Demonstrant der "Gelbwesten" hält die französische Fahne in die Luft, als er an einem umgestoßenen Altglascontainer vorbeigeht.
Die Gelbwesten hatten zuletzt stark an Zulauf verloren, hofften zum Jahrestag aber wieder auf mehr Teilnehmer. Bildrechte: dpa

Bewegung hat stark an Kraft verloren

Insgesamt beteiligten sich aber weitaus weniger Menschen an den Gelbwesten-Protesten als noch vor einem Jahr. Nach offiziellen Angaben des Innenministeriums gingen in ganz Frankreich 28.000 Menschen auf die Straße, davon 4.700 in Paris. Am 17. November 2018 waren nach offiziellen Angaben mehr als 280.000 Demonstranten in gelben Warnwesten auf die Straßen geströmt, um gegen hohe Kraftstoffpreise und soziale Ungleichheit vorzugehen. Später forderten sie den Rücktritt der Regierung.

In Folge der Proteste, die immer wieder von schweren Krawallen vor allem in Paris begleitet wurden, sah sich Präsident Emmanuel Macron gezwungen, ein milliardenschweres Sozialprogramm aufzulegen. Dazu zählten eine Senkung der Einkommensteuer und ein höherer Mindestlohn. Auch die Ökosteuer wurde zurückgenommen. Inzwischen hat die Beteiligung an den Protesten aber stark nachgelassen. Die versuchte Umwandlung zu einer politischen Kraft mit eigener Wahlliste war für die Gelbwesten nicht erfolgreich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. November 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2019, 20:24 Uhr

4 Kommentare

kennemich vor 3 Wochen

Na ihr Chef hat ihnen auch so manches versprochen und da waren dann weniger auf den Straßen.

Hat er die Versprechungen auch für seine Bevölkerung umgesetzt, damit sie mehr Geld haben oder so manche Erhöhung wieder rückgängig gemacht wurde?

Kiel_oben vor 3 Wochen

> Die versuchte Umwandlung zu einer politischen Kraft mit eigener Wahlliste war für die Gelbwesten nicht erfolgreich. <

kriminelle Randalierer sollten Schadenersatz leisten wenn Toleranz missbraucht wird

Peter vor 3 Wochen

Der zentrale Satz im Beitrag lautet: "Der erste Jahrestag der sogenannten Gelbwesten-Bewegung ist in Paris von Ausschreitungen überschattet worden."
Was hat denn bitte die Festnahme von Gewalttätern mit Diktatur zu tun?